Mike Stewart steht für die erfolgreichste Phase der Augsburger Panther in der jüngeren Vergangenheit. Das ist deshalb bemerkenswert, weil die allerjüngste Vergangenheit mit mehreren Fast-Abstiegen alles andere als erfolgreich war. Man könnte es auch so formulieren: Mit Stewarts Abschied begann ein sportlicher Niedergang, den der neue/alte Sportdirektor Larry Mitchell erst jetzt gestoppt hat. Unter Stewart spielten die Panther 2018/2019 ihre beste Saison (Einzug ins Play-off-Halbfinale gegen München) seit der Vize-Meisterschaft in der Deutschen Eishockeyliga 2010. Es war das vierte Jahr mit dem Austro-Kanadier, der damals in Personalunion auch für die Kaderzusammenstellung verantwortlich war.
Vom AEV ging es weiter zu den Kölner Haien
Im Moment seines größten Erfolgs in Augsburg erlag er damals dann dem Lockruf aus Köln. Sein damaliger Assistent Tray Tuomie folgte ihm als Cheftrainer nach. Bei den Haien musste Stewart aber bald schon wieder den Hut nehmen. 17 Niederlagen in Folge bedeuteten im Februar 2020 das Aus für den Trainer. Er zog weiter nach Wolfsburg, wo er erst gegen Ende der gerade beendeten Saison entlassen wurde. Damit reagierten die Niedersachsen auf eine sportliche Talfahrt und der Sorge, die Play-offs zu verpassen. Jetzt steht fest, dass der 53-Jährige nicht lange ohne Job da stand: Die Vienna Capitals lotsten Stewart zurück nach Österreich, wo er den Posten des Head-Coachs der Wiener übernimmt. Die Capitals hatten sich nach dem Aus in den Pre-Play-offs der ICE Hockey League von Trainer Kevin Constantine getrennt.
Mike Stewart spielte viele Jahre in Österreich
Stewart verbindet mit Österreich eine lange und enge sportliche Beziehung. Als Profi spielte er von 2001 bis zu seinem Karrierreende 2010 für den Villacher SV und war auch bei zwei A-Weltmeisterschaften für Österreich im Einsatz. Bis heute erinnert ein leichter österreichischer Akzent an diese Zeit.
Ehemaliger Panther-Trainer geht nach Wien
In Wien hat er nun einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. „Mike Stewart war von Anfang an unser Wunschkandidat. Er steht für einen modernen Coaching-Stil, ist sehr kommunikativ und hat stets einen guten Draht zu seinen Teams. Mike verfügt über viel Erfahrung und hat großes taktisches Verständnis“, wird Christian Dolezal, Sportlicher Leiter der Capitals, zitiert. Stewarts Teams würden einen „aggressiven, schnellen und detailorientierten Spielstil“ pflegen, heißt es weiter. In Augsburg prägte Stewart dafür den Begriff des „Panther-Hockeys“, der genau diese Attribute beinhaltete. Stewart selbst ließ sich wie folgt zitieren: „Mir gefällt die Challenge. Wien ist Wien und die Caps sind ein Name, deswegen fiel mir die Entscheidung sehr leicht.“
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