Es sind die letzten Tests, bevor es ernst wird: Julian Nagelsmanns Kader für die Spiele gegen die Schweiz (27. März) und gegen Ghana (30. März) gilt als Fingerzeig dafür, wer für Deutschland zur WM in Nordamerika reisen könnte. Der Bundestrainer hat 26 Spieler eingeladen, so viele wie auch zur WM fahren dürfen.
Neben dem FC-Bayern-Block gibt es in der Nationalmannschaft auch einen Freistaat-Bayern-Block
Wie zu erwarten, gibt es unter den Nominierten wieder einen großen Bayern-Block. Gemeint sind sechs Nationalspieler, die sonst für den FC Bayern auflaufen: Kapitän Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Serge Gnabry, Leon Goretzka und die erstmals eingeladenen Lennart Karl und Jonas Urbig. Ursprünglich sollte auch Aleksandar Pavlović an den beiden Spielen teilnehmen. Wegen Hüftbeschwerden fällt er aber aus – dass er, wenn er fit ist, Teil des Teams sein wird, gilt als sicher.
Neben dem FC-Bayern-Block gibt es aber auch den Freistaat-Bayern-Block – also Spieler, die aus dem Bundesland Bayern kommen.
Zwei Franken spielen in der Deutschen Nationalmannschaft
Einer dieser Bayern im Team ist Jamie Leweling (25 Jahre alt), er ist Franke. In Nürnberg geboren wuchs er in Schnaittach im Nürnberger Land auf, so begann er auch beim FC Schnaittach mit dem Fußballspielen. Mit elf Jahren kam er zum 1. FC Nürnberg, mit 16 wechselte er dann zur Spielvereinigung Greuther Fürth, wo ihm in der zweiten Liga der Sprung zu den Profis gelang. 2021 stieg er mit der Mannschaft in die Bundesliga auf. Nach einer Saison bei Union Berlin (2022/23) kam der Offensivspieler 2023 zum VfB Stuttgart. Für Deutschland hat er bisher vier Spiele absolviert und kann sich nun Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. Er wird nun aber in den beiden Spielen Ende März nicht zum Einsatz kommen: Mit Wadenproblemen reiste er am 24.3. bereits wieder aus dem Trainingslager ab.
Der nächste Franke im DFB-Team ist Außenverteidiger David Raum (27) – er spielte zeitweise gemeinsam mit Jamie Leweling bei Greuther Fürth und war wie er Teil der Aufstiegsmannschaft 2021. Geboren wurde er ebenfalls in Nürnberg. Er wuchs auch in der Stadt auf und kam als Vierjähriger zum Tuspo Nürnberg. Bereits mit acht Jahren begann seine Ausbildung in den Jugendmannschaften von Greuther Fürth. Raum wechselte 2021 zuerst zu Hoffenheim, seit 2022 spielt er bei RB Leipzig. Seit 2021 ist er Nationalspieler.
Der dritte Bayer im DFB-Team ist Nathaniel Brown (22). Der wurde in der Oberpfalz geboren, in Amberg. Aufgewachsen ist er im Vorort Kümmersbruck, wo er sich als Kind dem TSV Kümmersbruck anschloss. Nach einer kurzen Zeit beim SSV Jahn Regensburg wechselte er in die Jugend des 1. FC Nürnberg. 2022 erhielt er seinen ersten Profivertrag und lief ab 2023 für den Club in der 2. Bundesliga auf. 2024 folgte der Wechsel in die 1. Bundesliga, zu Eintracht Frankfurt. Er wurde erstmals im Herbst 2025 für die Nationalmannschaft nominiert und hatte bisher zwei Kurzeinsätze als Linksverteidiger für die Auswahl.
Und dann gibt es noch einen Neu-Nationalspieler, der an der Grenze zwischen Bayern und Hessen aufwuchs. Lennart Karl (18) kommt aus Frammersbach in Unterfranken. Geboren wurde er, wie er bei einem Fantreffen erzählte, aber in Südhessen. Das Top-Talent des FC Bayern wurde jedenfalls mindestens teilweise in Bayern ausgebildet: Er spielte in der Jugend für Viktoria Aschaffenburg. Später durchlief er die Juniorenmannschaften von Eintracht Frankfurt jenseits der Grenze in Hessen, bevor er zum Rekordmeister wechselte und 2025 den Durchbruch bei den Profis schaffte.
Ein Münchner mit WM-Hoffnung wurde für die Nationalmannschaft nachnominiert
Ein anderer Spieler aus Bayern fehlte zunächst im DFB-Kader für die beiden Spiele Ende März. Weil Aleksandar Pavlović aber verletzt ausfällt, nominierte Nagelsmann Angelo Stiller (24) nach. Der wuchs in München auf und startete als Kind beim TSV Milbertshofen, bevor er in die Jugendakademie des FC Bayern wechselte. Über Hoffenheim kam er zum VfB Stuttgart, wo er den Sprung in die Nationalmannschaft schaffte. Seine Nicht-Nominierung war ein Rückschlag im Kampf um die WM-Plätze – nun wird er sich um so mehr beweisen wollen.
Und auch der nun mehrfach erwähnte Aleksandar Pavlović (21) ist Bayer. Er wurde in München geboren und wuchs in Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) auf. Als Kind spielte er beim SC Fürstenfeldbruck, bevor er mit sieben Jahren in das Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern wechselte. Der Sprung in die erste Mannschaft gelang dem Mittelfeldspieler 2023, im Jahr darauf lief er erstmals für die Nationalmannschaft auf. Eigentlich wurde er nominiert, nun fehlt er verletzt.
Ebenfalls aus München, aber dieses Mal nicht nominiert, ist Karim Adeyemi (24). Er war als Kind auch kurz in der Nachwuchsakademie des FC Bayern, wechselte aber mit zehn Jahren zur Spielvereinigung Unterhaching. Über Red Bull Salzburg kam er zu Dortmund. Seit 2021 hat er elf Spiele für den DFB gemacht.
Ein weiterer Münchner wird wohl an der WM teilnehmen, allerdings für Kroatien: FC-Bayern-Verteidiger Josip Stanišić (25) entschied sich, für das Land zu spielen, aus dem seine Großeltern nach Deutschland kamen. Er wurde 2000 in München geboren, spielte als Kind und Jugendlicher für den FC Perlach, 1860 und den SC Fürstenfeldbruck, bevor er in die Jugend des FC Bayern wechselte.
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