In Schwaben und der Region haben schon seit jeher herausragende Fußballer ihre sportliche Heimat. Karlheinz Riedle, der Weltmeister von 1990 und Champions-League-Gewinner mit Borussia Dortmund. Oder Uli Biesinger, der 1954er-Weltmeister. Natürlich auch Helmut Haller, den Vize-Weltmeister 1966. Obwohl er nur ein Jahr in der Bundesliga spielte, kann man auch Hans Jörg in diese Liste eintragen. Jörg war ein herausragender Spieler. Mit den Münchner Bayern feierte er 1973 die Deutsche Meisterschaft, seine große Zeit hatte der Mittelfeldspieler aber in den 1970er Jahren in der Traumelf des FC Augsburg. Am Dienstag feiert Hans Jörg, der in Kempten lebt, seinen 75. Geburtstag.
Die Karriere des technisch versierten Allgäuer Kickers war auch ganz eng mit den späten Tagen des Helmut Haller verbunden. 1973 kehrte „Il Biondo“ von seinem elfjährigen Gastspiel in Italien nach Augsburg zurück, Beide waren maßgeblich am Augsburger Fußballmärchen in den 1970er Jahren beteiligt. Fußballprofi Halller, der am 11. Oktober 2012 im Alter von 73 Jahren verstarb, und der beruflich als Steuerberater tätige Jörg vestanden sich nicht nur auf dem grünen Rasen prächtig und waren maßgeblich an dem Höhenflug des FCA beteiligt.
Hans Jörg: Vom Allgäu an die Isar zum FC Bayern München
1972 holte der FC Bayern München den damals 21-jährigen Grünschnabel Hans Jörg aus dem Allgäu an die Isar. „Damals gab es noch die Bayernauswahl und wir haben 1971 bundesweit den Länderpokal gewonnen, so konnte man sich in den Fokus spielen. Ich habe daraufhin zweimal beim FCB unter Udo Lattek ein Probetraining absolviert und bekam ein Angebot vorgelegt.“ Jörg stand mit Superstars wie Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller im Team. „Ich hatte Glück, mit Bulle Roth stand ein weiterer Allgäuer in der Mannschaft und er half mir, mich schnell zu integrieren. Damals wurde allerdings kaum rotiert, es standen quasi immer dieselben Spieler in der Startelf und deswegen kam ich auch nur zu einigen Einsätzen“. Freilich, mit dem 72/73-Team durfte er die Deutsche Meisterschaft feiern.
Dann folgte der Wechsel in die Fuggerstadt. Hans Jörg blickt zurück: „Der FCA wollte mich schon ein Jahr vorher haben. Ich kannte viele Spieler aus der Bayernauswahl, wie etwa Heiner Schuhmann oder Winni Fink. Bayern wollte mich zuerst nicht gehen lassen, erst als sie Ronald Worm vom MSV Duisburg verpflichtet hatten, durfte ich wechseln und wurde zu einem Teil des Augsburger Fußballmärchens. Helmut war der Spiritus Rector des Teams.“
Von 1973 bis 1981 trug der torgefährliche Mittelfeldspieler Jörg das FCA-Trikot, absolvierte 189 Spiele und erzielte 55 Treffer. Dann kehrte er zum FC Kempten zurück.
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