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FC Augsburg

29.11.2017

Hinteregger setzt sich beim Fanstammtisch gekonnt in Szene

Selfie mit dem Bundesliga-Profi: FCA-Verteidiger Martin Hinteregger (rechts) besuchte am Dienstagabend einen Fan-Stammtisch in Sonthofen.
Bild: Dominik Berchtold

Der Verteidiger des FCA war zu Besuch beim Fußball-Stammtisch in Sonthofen und plauderte über seine Verletzung, die Jahreshauptversammlung des Klubs und seine Vertragsverlängerung.

Die Fans sind gespannt. Man empfängt schließlich nicht jeden Tag einen Bundesligaspieler, der sich den Fragen seiner Anhänger stellt. Der FC Augsburg hat sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erworben. Auch im Allgäu. Unter dem Motto „FCA on Tour“, das der Klub zusammen mit den Lokalausgaben unserer Zeitung ins Leben gerufen hat, war Martin Hinteregger am Dienstagabend beim Stammtisch in der Sportsbar des 1. FC Sonthofen zu Besuch. Der Innenverteidiger, der vor kurzem seinen Vertrag beim FCA bis 2021 verlängert hat, war auch rhetorisch in bester Verfassung.

Roland Maior vom Allgäuer Anzeigenblatt führte als Moderator durch einen launigen Abend. Für die meisten Lacher sorgte Hinteregger, als er auf das Thema Mental-Trainer angesprochen wurde. Der Österreicher hatte früher in einem Interview mal gesagt: „Ich brauche keinen Mental-Trainer. Wenn ich reden will, rede ich mit einem Freund.“ Das führte Hinteregger noch einmal aus: „Mental-Trainer sind überflüssig. Auf dem Platz zählen nur die 90 Minuten. Da muss man vorne alles reinhauen und hinten so gut verteidigen, wie es geht. Alles andere ist scheißegal.“ Der gebürtige Österreicher äußerte sich zu weiteren Themen:

Zum FCA-Präsidenten Klaus Hofmann und der Jahreshauptversammlung am vergangenen Dienstag:

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„Er ist nicht nur ein Präsident, sondern auch ein Freund. Das mit der Parkbank finde ich cool. Ich wäre gern um 5 Uhr in der Früh neben ihm auf der Parkbank gelegen.“

Zu seinem längeren Verletzungsausfall: „Ich hatte schon seit der vergangenen Saison nach einem Spiel gegen Ingolstadt damit zu kämpfen. In dieser Saison nach dem Hoffenheim-Spiel habe ich dann mit dem Trainer besprochen, dass eine Operation jetzt Sinn macht. Natürlich hätte ich mit Spritzen und Tabletten noch bis zur Winterpause durchgehalten. Aber ich denke, das war wichtig. Jetzt fühle ich mich fitter als vor fünf Wochen. Ich bin noch keine Ballerina, aber nahe dran. Ich fühle mich richtig frei.“

Zur vergangenen Woche: „Es war eine schöne Woche. Meine Vertragsverlängerung, der Sieg gegen Wolfsburg und der erste Einsatz nach meiner Verletzung. Die Gespräche wegen des neuen Vertrages waren schnell beendet. Beide Seiten wollten weitermachen und nur zwei Jahre in Augsburg – das wäre ein bisschen wenig gewesen.“

Zum Saisonziel: „Klar, das Ziel ist immer der Klassenerhalt, aber ich schaue nie nach unten, sondern nach oben. Ich hoffe, dass viele in unserer Mannschaft so denken wie ich. Wenn wir frühzeitig die notwendigen Punkte holen, dann werden wir auf alle Fälle auch oben angreifen.“

Augsburg verlängerte den Vertrag von Martin Hinteregger.
Bild: Stefan Puchner (dpa)

Zu seiner Rolle in der Mannschaft: „Wichtig ist es, konstant zu spielen. Ich will als Innenverteidiger keine Fehler machen und der Fels in der Brandung sein. Das ist mein Anspruch.“

Zu seinem ehemaligen „Bad Boy“-Image: „Ich komme aus einem Dorf mit 700 Einwohnern. Als Junge habe ich viel Scheiß gebaut, aber das liegt weit hinter mir. Aufgrund der sozialen Netzwerke muss man heute natürlich mehr aufpassen, was man sagt. Aber ich will schon bleiben, wie ich bin, und werde auch weiter mal Fehler machen. Ich werde immer sagen, was ich denke, und nie nur ja und amen sagen, nur weil ich dann vielleicht spiele.“

Zum 33-Mann-Kader des FCA: „Vor dem Bayern-Spiel war ich mit den Spielern zusammen, die nicht spielen. Das ist schon deprimierend. Am Anfang der Saison habe ich gedacht, das geht schief und dass irgendwann die Bombe platzt, aber es ist bisher gut gegangen. Aber jetzt ist bald Winterpause, und ich denke, es sind sich viele ihrer Situation bewusst. Eine Reduzierung des Kaders wäre schon gut. 28 Mann wären okay.“

Zum Videobeweis: „Der war notwendig und der Zeit geschuldet. Allerdings muss noch Klarheit geschaffen werden. Schließlich geht es um Millionen. Da braucht es klare Regeln, doch auf dem Platz herrscht noch oft Verwirrung.“

Zum Konstrukt RB Leipzig: „Das ist ein brutal schweres Thema. Da muss man sich gut in den Statuten auskennen. Als ich bei RB Salzburg gespielt habe, da haben Oliver Minzlaff (Geschäftsführer in Leipzig, Anm. d. Red.) und Manager Ralf Rangnick aus Leipzig entschieden, wie es in Salzburg weitergeht. Da wundert es mich nicht, dass in Salzburg nur noch 4000 Zuschauer kommen.“

Zur Nationalmannschaft: „Es tut weh, dass wir nicht zur WM fahren. In gewissen Spielen war das Momentum nicht auf unserer Seite.“

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