SC Paderborn gegen den FC Augsburg, das Zweitligaspiel zwischen diesen beiden Klubs am heutigen Freitag (18 Uhr) ist für Daniel Brinkmann eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Er ist in Ostwestfalen geboren und startete in Paderborn seine Profilaufbahn.
Der FCA spielt heute in Paderborn. Für Sie ist dies doch sicherlich kein Spiel wie jedes andere?
Brinkmann: Eigentlich schon. Ich stamme zwar aus Horn-Bad Meinberg, das ist etwa eine halbe Autostunde von Paderborn entfernt und auch meine Eltern werden heute im Stadion sein, aber sonst ist diese Partie für mich eigentlich nichts Besonderes mehr. Schließlich bin ich schon seit 2007 aus Paderborn weg.
Haben Sie noch Kontakte dorthin?
Brinkmann: Natürlich telefoniere ich ab und zu mit einigen ehemaligen Mitspielern. Aber das ist ja ganz normal.
Sie sind mit dem FCA erfolgreich in die Rückrunde gestartet und haben die Tabellenführung verteidigt. Wie breit ist die Brust, mit der Sie heute antreten?
Brinkmann: Wir haben mit einem Sieg begonnen, wollen auch nach der heutigen Partie unseren Platz ganz oben verteidigen. Das ist unser Ziel. Klar, das Selbstbewusstsein ist derzeit recht groß.
Spiele gegen Paderborn waren für den FCA bisher enge Angelegenheiten. Wie habt Ihr euch darauf vorbereitet?
Brinkmann: Das stimmt, in der Vorrunde fiel unser Siegtreffer sehr spät und auch in der vergangenen Spielzeit taten wir uns in Paderborn sehr schwer und hatten beim 2:2-Unentschieden ziemlich Glück. Paderborn besitzt eine gute Mannschaft, die in erster Linie versucht ihre Aufgaben spielerisch zu lösen.
Nach Ihrer Verletzung im Pokalspiel in Fürth haben Sie sich Ihren Stammplatz schnell zurückerobert. Wie sehen Sie Ihre Position im Team?
Brinkmann: Ich freue mich, wenn ich der Mannschaft helfen kann, und fühle mich in unserem System mit der "Doppel-Sechs" im zentralen Mittelfeld sehr wohl. Von meiner Verletzungspause abgesehen, habe ich ja fast alle Spiele absolviert. Aber wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader.
Ist dies auch der Grund, weshalb der FCA ihre vielen verletzten Teamkollegen bisher gut ersetzen konnte?
Brinkmann: Das stimmt natürlich, und deshalb ist es auch wichtig, dass unser Kader gut besetzt ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass bei größeren Alternativen das Niveau im Training steigt. Bei uns sind die fehlenden Akteure aber kein großes Thema, bei anderen Klubs wäre da das Gejammere vermutlich ziemlich groß.
Wie sehen Sie eigentlich die Chancen im Titelrennen?
Brinkmann: Die zweite Liga ist meiner Meinung nach sehr ausgeglichen. Hertha BSC besitzt wohl den besten Kader, aber auch Klubs wie der MSV Duisburg, Energie Cottbus oder auch der VfL Bochum melden ihre berechtigten Ansprüche im Aufstiegsrennen an. Wir haben noch 16 Spiele vor uns, das bedeutet 16 Gegner, die uns schlagen möchten. Dafür müssen wir gewappnet sein.
Sie spielen die zweite Saison in Augsburg. Wie kommen Sie als gebürtiger Ostwestfale im bayerischen Schwaben zurecht?
Brinkmann: Sportlich ist es bisher für mich hier sehr gut gelaufen und auch privat fühlen sich meine Frau und ich sehr wohl. Bei uns zu Hause in Westfalen gelten die Bayern ja als ziemlich konservativ. Dies kann ich überhaupt nicht bestätigen. Wir wohnen in der Hammerschmiede, kommen dort sehr gut zurecht.
Ist das auch ein Grund, weshalb Sie Ihren Vertrag beim FCA schon frühzeitig um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2012 verlängert haben?
Brinkmann: Das spielt sicher auch mit eine Rolle, wie auch die ausgezeichnete sportliche Perspektive.
Unsere letzte Frage: Weshalb steigt der FCA am Saisonende auf?
Brinkmann: Darauf möchte ich eigentlich nicht antworten, will nicht so weit vorausblicken. Mit unserer Devise "Wir denken von Spiel zu Spiel" sind wir bisher sehr gut gefahren. Natürlich wäre es super, mal in der Bundesliga spielen zu dürfen. Davon habe ich schon als kleines Kind geträumt. Interview: Herbert Schmoll und Robert Götz