Dass der FC Augsburg im Vorbeigehen gewinnen würde, davon war nicht auszugehen. Letztlich hat sich das DFB-Pokalspiel beim Halleschen FC als erwartet schwierige Aufgabe erwiesen. Stadion und Atmosphäre genügten Zweitligaansprüchen, die Spieler auf dem Rasen verfolgten einen klaren Plan. Für den FCA war die Begegnung mit dem Tabellenführer aus der Regionalliga Nordost ein passender Auftakt in die Pflichtspielsaison. Gut genug, um eigene Schwächen aufzuzeigen. Aber nicht gut genug, um richtig weh zu tun.
Nach dem 2:0-Erfolg lässt ich die Leistungsstärke des FC Augsburg schwerlich einschätzen. Der Kader ist weitestgehend mit dem der vergangenen Spielzeit vergleichbar, positive Effekte sollen die personellen Umwälzungen im Führungspersonal hervorrufen. Das benötigt Zeit – die ein Bundesligist eigentlich nicht hat. Kurzfristige Erfolge sind ebenso bedeutend wie langfristige.
Spielidee von FCA-Trainer Sandro Wagner kristallisiert sich heraus
Allmählich kristallisiert sich heraus, mit welchen Ideen Wagner der Mannschaft eine attraktivere Spielweise verpassen möchte. Besitzt der Gegner den Ball, wird er Mann-Gegen-Mann angelaufen und in dessen Hälfte attackiert; bei eigenem Ballbesitz schiebt ein Innenverteidiger nach vorne und unterstützt seine Kollegen als Anspielstation im Mittelfeld. Weniger lange Bälle, mehr Spielaufbau übers Mittelfeld, so die Herangehensweise. Bei konsequenterer Chancenverwertung hätte der FCA in Halle höher gewinnen können. Zugleich wankte der Bundesligist für einen Moment, als Halle die Großchance zur Führung hatte.
Wagner hatte recht damit, als er nach dem mühsamen Pflichtsieg von viel Arbeit sprach, die er und sein Trainerteam noch vor sich hätten. Das Spielsystem weist mögliche Bruchstellen auf, die bessere Gegner zu nutzen wissen. Die ersten beiden Spieltage werden daher dem viel beachteten Trainerneuling als Gradmesser dienen, wie weit seine Mannschaft nach knapp zwei Monaten Zusammenarbeit ist. Und ob sie seine Vorstellung von Fußball auch gegen Top-Teams aus der Bundesliga umsetzen kann.
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