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„Es musste ein Sommerloch gefüllt werden“: So reagiert Max Eberl auf die Kritik an ihm

FC Bayern

Ein bittersüßer Glücksmoment: So reagiert Max Eberl auf die Kritik an ihm

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    Endlich mal gute Laune: Bayerns Sportvorstand Max Eberl mit dem Wunschspieler Luis Diaz.
    Endlich mal gute Laune: Bayerns Sportvorstand Max Eberl mit dem Wunschspieler Luis Diaz. Foto: Harry Langer, dpa

    So eine Vorstellung eines millionenschweren Transfer-Coups ist eine runde Sache für den Spieler und die Verantwortlichen des Vereins. Der Kicker darf Dinge sagen wie die, dass er sich freue, in der neuen Mannschaft zu spielen, dass der Verein klasse ist und dessen ambitionierte Ziele sich mit den eigenen decken. Der Vereinsvertreter darf sich dafür feiern lassen, den dicken Fisch an Land gezogen zu haben. Das war im Wesentlichen auch beim Kolumbianer Luis Diaz so, der am Donnerstag beim FC Bayern vorgestellt wurde – aber eben nicht nur. In der Vorstellung des neuen Stars mischten sich auch einige Zwischentöne von Sportvorstand Max Eberl.

    Der 28-jährige Diaz, der die meisten Sätze mit „bueno“ (ja gut) begann, sagte viele nette Dinge über den FC Bayern. Er freue sich, mit Spielern wie Harry Kane, Michael Olise oder Manuel Neuer zusammen wirken zu dürfen. Die ersten Eindrücke seien sehr gut gewesen, sagte der Südamerikaner, nachdem er am Vormittag erstmals mit den anderen Bayern-Spielern auf dem Trainingsplatz gestanden war. Der FC Bayern? Ein „großartiger Verein“. Dass München als Stadt „wunderschön“ sein soll, habe er im Übrigen auch von Florian Wirtz erfahren. Das wirkt ein wenig ironisch, weil Witz sich bekanntlich ja am Ende für Liverpool entschieden hat. In den Tagen, die Diaz und er zusammen im Liverpool-Kader standen, habe es aber einen Austausch dazu gegeben. Insofern scheint sich der rote Teppich, den die Bayern dem ehemaligen Leverkusener ausgebreitet hatten, etwas verspätet ausgezahlt zu haben – nur eben bei Diaz. Für Sportvorstand Max Eberl bietet der Flügelstürmer, der auch im Zentrum auflaufen kann, alle Qualitäten, die der Verein suchte: „Wir wollen Tempo, wir wollen Dribblings, wir wollen Tore und Assist, wir wollen aber auch Verlässlichkeit.“ Diaz hat sie alle, so Eberl.

    Eberl über den Preis von Diaz: „ Wenn er nicht funktioniert, dann kommt es auf den Tisch“

    Aber das hat eben auch seinen Preis. Zwischen 70 und 75 Millionen Euro soll der FC Bayern für die Dienste des Kolumbianers zahlen. Das findet manch einer etwas teuer für einen 28-Jährigen, der bei Ablauf seines Vierjahresvertrags deutlich weniger Wiederverkaufswert hat. Die Kritik sorgte bei Eberl für eine Eintrübung der Laune. „Das Alter ist einer von zehn, 15 Punkten die du abarbeitest“, sagte der zuletzt in die Kritik gerückte Sportvorstand der Münchner auf Nachfrage. Preise, wie sie andere Klubs für deutlich jüngere Spieler zahlen, wolle man beim FC Bayern nicht ebenfalls akzeptieren. Dass nun für Diaz angeblich so viel gezahlt werde, könne er einordnen. „Wenn wir Titel holen, das hat mir mal ein alter Kollege gesagt, dann sind Einkaufspreise nicht mehr ganz so relevant. Wenn er nicht funktioniert, dann kommt es auf den Tisch.“ Dass andere Spieler ebenfalls hätten kommen wollen und dem FC Bayern abgesagt haben? Eberl, der zuvor von „keiner leichten Transferperiode“ gesprochen hatte, gab sich gelassen: „Wir wissen, wie die Gespräche gelaufen sind. Wer uns abgesagt hat und wer nicht.“ Diaz sei der Wunschspieler – und den habe man bekommen. Bei Woltemade etwa habe das bisherige Angebot „nicht gereicht, um mit dem VfB an einem Tisch zu kommen.“

    Ein anderer Vorwurf, den es in Richtung Eberl gibt: Die Jugend werde nicht ausreichend eingebunden – was gerade in Zeiten eines aufgeblähten Transfermarktes immer wichtiger sei. Zumal sich der FC Bayern mit dem Campus eines der teuersten Nachwuchszentren Europas leiste. Eberl sagte in Richtung der Journalisten, die sich an diesem Tag im Medienraum der Säbener Straße eingefügt hatten: „Ich habe diese Berichterstattung nicht so verfolgt, weil ich mich von euch befreit habe. Aber es musste ein Sommerloch gefüllt werden.“ Dass mit Jamal Musiala, Aleksandar Pavlovic und Josip Stanisic drei Spieler zum Stamm der ersten Mannschaft gehören, die aus der eigenen Jugend stammen, sei doch der Beweis dafür, so Eberl, dass es eigene Talente schaffen könnten.

    Der 19-Jährige Paul Wanner gilt als großes Talent.
    Der 19-Jährige Paul Wanner gilt als großes Talent. Foto: Branislav Racko, dpa

    Paul Wanner könnte bei den Bayern eine wichtige Position einnehmen

    Eine Art Gegenbeweis dafür sehen viele im Abgang von Adam Aznou, den die Bayern ebenfalls in dieser Woche bekannt gaben: Der Marokkaner, den die Bayern aus der Barcelona-Jugend holten, sah offenbar keine Perspektive mehr und wechselte zum FC Everton. Die Bayern erhalten neun Millionen Euro. Lieber wäre es ihnen gewesen, wenn der 19-Jährige den viel zitierten nächsten Schritt in München gemacht hätte. „Unser Präsident hat einen schönen Spruch: ‘Man kann keinen Hund zum Jagen tragen’“, erklärte Eberl.

    Chancen für die Jugend gebe es genug – etwa für Paul Wanner, nach zwei Leihen zu Elversberg und Heidenheim nun eine große Chance habe, nicht zuletzt infolge der Verletzung von Musiala. Sollte Wanner sich entwickeln, wäre das für die Bayern eine großartige Sache. Und dafür bräuchte es nicht einmal eine Vorstellung, der 19-Jährige steht schon bei den Bayern unter Vertrag.

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