Einen ganz engen Draht zur Mannschaft hat Jeffrey Gouweleeuw momentan nicht. Was seiner Situation geschuldet ist. Der Niederländer trainiert nach seiner Verletzung noch individuell, zumindest aber teilweise wieder auf dem Platz. Vom Mannschaftstraining ist er noch weit entfernt, dementsprechend derzeit auch häufig von seinen Teamkollegen. Zudem hat Gouweleeuw sein Kapitänsamt beim FC Augsburg nach vielen Jahren verloren. Trainer Enrico Maaßen möchte die Hierarchie im Team verändern.
Gouweleeuw hat einige schlechte Nachrichten zuletzt verdauen müssen. Erst die Verletzung am Fuß, die ihn bremste und mit einer Operation behandelt werden musste. Später die Auskunft, dass der FC Augsburg seinen in einem Jahr auslaufenden Vertrag nicht verlängern möchte. Und letztlich noch die Neuorientierung beim Kapitänsamt. Diese Entscheidung haben ihm Trainer Enrico Maaßen und der neue Sportdirektor Marinko Jurendic in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. "Er hat das sehr professionell entgegengenommen. Es war ein sehr gutes Gespräch. Ich hoffe, dass er bald wieder zurück ist", sagte der FCA-Coach am Freitag.
Ermedin Demirovic ist der neue Kapitän beim FCA, Niklas Dorsch und Elvis Rexhbecaj sind die Stellvertreter. Den Mannschaftsrat ergänzen Finn Dahmen, Sven Michel und Mads Pedersen. Auch hier ist für den ehemaligen Kapitän kein Platz mehr. Gleiches könnte ihm auf dem Spielfeld drohen. In der Innenverteidigung ist die Konkurrenz groß – noch.
Pfeiffer und Winther könnten in der FCA-Defensive beginnen
Abgänge sind im defensiven Zentrum sehr wahrscheinlich. Auch Gouweleeuw selbst gilt als Wechselkandidat, wobei seine aktuelle Verletzung nicht hilfreich auf der Suche nach einem neuen Verein ist. Ebenso muss er um seinen in den vergangenen Jahren obligatorischen Stammplatz bangen. Auch Felix Uduokhai könnte sich im August noch einem neuen Verein anschließen, konkrete Angebote sollen allerdings auch bei ihm noch keine vorliegen. Zuletzt hatte Uduokhai in den Testspielen in der etwas schwächer einzustufenden Mannschaft des FCA gespielt. Gegen Amsterdam und Neapel fehlte er, da waren Patric Pfeiffer und Frederik Winther gesetzt.
Die beiden könnten auch das Defensivduo am Sonntag (15.30 Uhr) in der ersten Pokalrunde bei der SpVgg Unterhaching bilden. Allerdings wird Pfeiffer, der aus Darmstadt zum FCA gewechselt war, in den ersten Ligaspielen gesperrt sein. Maaßen könnte also im Pokal bereits auf das Duo setzen, das später in der Bundesliga gefordert sein wird – womöglich Winther und Maximilian Bauer. Winther hatte er vor einer Woche nach der 0:1-Niederlage gegen den SSC Neapel sehr gute Einsatzchancen in Aussicht gestellt. Das wiederholte der FCA-Trainer am Freitag. Er sagte aber auch: "Auch Pfeiffer, Uduokhai und Bauer haben sich empfohlen. Alle vier haben gut gearbeitet und hätten es verdient zu spielen."
FCA-Trainer Maaßen will die Leistungskultur pflegen
Aus vier mach zwei, das wird die Aufgabe von Maaßen sein, der die Sperre von Pfeiffer in der Bundesliga für den Pokal ebenso außer Acht lassen möchte wie die von Robert Gumny. Der Pole könnte am Sonntag also als Rechtsverteidiger beginnen, andererseits hatte sich zuletzt auch Arne Engels auf dieser Position bewährt. Er wäre die deutlich offensivere Variante. "Der richtige Weg ist, immer die bestmögliche Mannschaft aufs Feld zu bringen", sagte der FCA-Trainer. Es gehe immer nach Leistung. "Diese Leistungskultur müssen wir pflegen, gerade bei einer so ausgeglichenen Mannschaft, wie wir sie jetzt haben", so der FCA-Trainer.
Schließlich möchte er am Sonntag kein Ausscheiden riskieren. "Wir wissen, wie wichtig es ist, gut in die Saison zu starten. Wir wollen im Pokal so weit wie möglich kommen", sagte Maaßen. Und: "Wir brauchen eine sehr gute Leistung. Ich stand schon auf der anderen Seite und habe größere Klubs geschlagen. Von daher weiß ich, was uns erwartet und welche Gefahren dort auf uns lauern." Unterhaching habe in diesem einen Spiel nichts zu verlieren, seine Mannschaft dagegen schon. Mit einer Niederlage bei Drittligisten könnte all die gute Stimmung und Euphorie der Vorbereitung einen gewaltigen Dämpfer erhalten. Das möchte Maaßen verhindern.
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