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FC Augsburg: Verhängnisvolle Trainer-Liaison: Thorup-Aus bei Ägyptens FC Bayern nach Supercup-Triumph

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Verhängnisvolle Trainer-Liaison: Thorup-Aus bei Ägyptens FC Bayern nach Supercup-Triumph

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    Ex-FCA-Trainer Jess Thorup wird künftig nicht mehr in Ägypten arbeiten.
    Ex-FCA-Trainer Jess Thorup wird künftig nicht mehr in Ägypten arbeiten. Foto: Tom Weller, dpa

    Das offizielle Foto auf der Homepage von Al Ahly SC strahlt Professionalität aus. Jess Thorup blickt mit einem leicht gequälten Lächeln in die Kamera, gekleidet in  ein tiefschwarzes Adidas-Trikot mit dem Emblem des ägyptischen Rekordmeisters. Darunter stehen warme, wohlfeile Worte des Abschieds: Man danke dem dänischen Fußballlehrer und seinem Team herzlich für das Engagement und ihre Professionalität während ihrer Zeit beim Verein und würdigt ihren Einsatz für bestmögliche Ergebnisse und wünscht ihnen für ihre weitere Zukunft viel Erfolg.

    Es ist die glatte Fassade des modernen Profifußballs. In der Klubzentrale in Kairo bot sich vor dieser Veröffentlichung jedoch ein anderes Bild. Am Ende wurde die Vertragsauflösung für Ende Juni im Konsens gefunden, doch es war auch das Resultat knallharter Verhandlungen. Das Verhältnis zwischen dem kühlen Skandinavier und der heißblütigen Führungsebene der „Roten Teufel“ war zum Schluss angespannt. Thorup hatte sich zunächst geweigert, vorzeitig zu gehen und pochte auf seinen lukrativen Zweieinhalbjahresvertrag. Am Ende diktierte das Geld den Frieden: Erst als der Klub eine saftige Abfindung – ägyptische Medien spekulieren mit dem vollen Junitarif und einer fünfmonatigen Gehaltskompensation, insgesamt rund 1,2 Millionen Dollar – auf den Tisch legte, konnte man eine Einigung erzielen.  Es war die teure Scheidung eines Missverständnisses.

    Vertrag mit Al Ahly ist ein Pakt mit maximalen Druck

    Dabei hatte die Liaison im Oktober 2025 mit großen Hoffnungen begonnen. Nach seiner Entlassung beim FC Augsburg suchte Thorup das Abenteuer in Nordafrika. Doch wer in Kairo anheuert, unterschreibt einen Pakt mit dem maximalen Druck. Al Ahly ist nicht einfach nur ein Fußballverein; der Klub ist eine Institution, eine Religion mit schätzungsweise 40 Millionen Fans und der unumstrittene „FC Bayern Ägyptens“. Hier wird Dominanz nicht nur gewünscht, sie wird vorausgesetzt. Und genau an diesem Punkt offenbarte sich die fundamentale Kluft zwischen der Identität des Vereins und der Philosophie seines Übungsleiters.

    Siege fühlten sich für die fanatischen Fans von Al Ahly wie zähe Arbeit an

    Thorups fußballerische DNA basiert auf nordischer Disziplin, defensiver Stabilität, taktischer Struktur und pragmatischem Ergebnisfußball. Schon bei seiner Entlassung in Augsburg im Mai 2025 scheiterte die Beziehung an den Erwartungen und der Realität bzw. dem Ausblick. In Kairo potenzierte sich dieses Problem dramatisch. Die fanatischen Massen und die anspruchsvollen Klublegenden fordern im Cairo International Stadium bedingungslosen Offensivgeist, spielerische Eleganz und ein Offensiv-Spektakel, das den Gegner erdrückt. Thorup lieferte stattdessen mathematisch kalkulierten Erfolgsfußball. Zwar stimmten zu Beginn die nackten Zahlen, und der Triumph im Supercup-Finale gegen den Erzrivalen Zamalek SC brachte kurzzeitig Ruhe. Doch unter der Oberfläche brodelte es von Anfang an. Siege fühlten sich für die verwöhnten Anhänger wie zähe Arbeit an, Unentschieden wie Niederlagen. Thorup konnte den immensen Ansprüchen des ägyptischen Riesen schlichtweg nicht gerecht werden, weil er versuchte, ein hochemotionales Konstrukt mit purer Rationalität zu führen.

    Als im Frühjahr 2026 auch noch von ergebnistechnischen Rückschlägen eingeholt wurde, geriet das System unaufhaltsam ins Wanken. Das bittere Aus im Viertelfinale der afrikanischen Champions League gegen den tunesischen Spitzenklub Esperance Tunis war der emotionale Wendepunkt. Einem 0:1 im Hinspiel folgte ein wildes, defensiv vogelwildes 2:3 im Rückspiel vor leeren Rängen – eine sportliche Katastrophe für den zwölffachen afrikanischen Champion. Erstmals seit Jahren qualifizierte sich der zwölffache afrikanische Champion nicht für die Königsklasse des Kontinents.

    Platz drei ist für Al Ahly eine sportliche Katastrophe

    Und für die Ansprüche von Al Ahly ist das Erreichen des dritten Platzes in der nationalen Liga hinter dem Erzrivalen Zamalek SC und dem Pyramids FC eine sportliche Katastrophe. „Der Verein verabschiedete Jess Thorup mit einem Danke, die Fans mit einem Tschüss, ohne Danke und ohne Wiedersehen“, verdeutlichte der ägyptische Analyst und Journalist Mohamed Baz die Stimmung bei Al Ahly.

    Ex-Bayer-Trainer Roger Schmidt wird als Nachfolger gehandelt

    Schon wenige Minuten nach der Bekanntgabe der Trennung wurde wild über einen möglichen Nachfolger spekuliert.  Ein Name, der immer wieder fällt, ist der frühere Bundesliga-Trainer Roger Schmidt.

    Roger Schmidt wird als ein möglicher Nachfolger für Jess Thorup gehandelt.
    Roger Schmidt wird als ein möglicher Nachfolger für Jess Thorup gehandelt. Foto: Daniel Col, dpa

    Der Ex-Trainer von Bayer Leverkusen, PSV Eindhoven und Benfica Lissabon arbeitet seit Oktober als Berater in der japanischen J.League. Dort läuft sein Vertrag nach neun Monaten allerdings Ende Juni aus.

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