Man soll ja niemals nie sagen. Gerade im Fußball könnte man meinen, dass nichts ausgeschlossen ist. Irgendwann könnte Manuel Baum also nochmals als Trainer auf der Bank des FC Augsburg Platz nehmen. Vorerst jedenfalls hat er ein letztes Mal als Übergangstrainer die Mannschaft betreut. Im Heimspiel gegen Werder Bremen strebte der 46-Jährige einen möglichst schönen Abschluss seiner drei Spieltage währenden Zeit als Trainer an. Ab dem kommenden Jahr wird er sich wieder vollends seiner Aufgabe als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation widmen.
Blickt Baum auf sein 101. Spiel als Bundesligatrainer zurück, so wird er dieses nicht zwingend in bester Erinnerung behalten. Ein Erfolg blieb dem Trainer und seiner Mannschaft verwehrt, letztlich mussten sie sich beim 0:0 mit einem Punkt begnügen. Nach einer schwachen ersten Hälfte steigerte sich der FCA nach der Pause, mehr als einen Pfostenschuss, einen Lattentreffer und ein aberkanntes Tor brachte er aber nicht zustande. Baum holte somit in seiner kurzen Amtszeit vier Punkte aus drei Spielen. Das nächste Spiel bestreitet der FCA nach der kurzen Winterpause bei Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 11. Januar).
Schon im Vorfeld der Partie war klar, dass er gegen Bremen auf einige Spieler verzichten musste. Darunter waren auch zwei Stammkräfte. Chrislain Matsima hatte bei der 0:1-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt die fünfte Gelbe Karte gesehen und wurde daher für den Jahresabschluss in eigener Arena gesperrt. Anton Kade, der zuletzt als Stoßstürmer agiert hatte, hatte sich in Frankfurt nicht nur ein geschwollenes Auge abgeholt, zugleich eine Knöchelverletzung, die ihn vom Mitwirken abhielt. Wegen des Africa-Cups fehlten Samuel Essende (Kongo), Elias Saad und Ismael Gharbi (beide Tunesien).
Marius Wolf beginnt im Sturmzentrum des FC Augsburg
Baum reagierte auf die Ausfälle, indem Cedric Zesiger und Marius Wolf in die Anfangsformation beorderte. Die Überraschung, die Baum angekündigt hatte: Wolf spielte nicht etwa hinten rechts, sondern als zentraler Angreifer. Nach ein paar Minuten hätte sich diese Maßnahme sogleich bezahlt machen können. Den ersten Torschuss hatte Alexis Claude-Maurice abgegeben (9. Minute), den zweiten Wolf. Er schoss aber aus kurzer Distanz Bremens Torhüter Mio Backhaus an (10.).
Der FCA war in der ersten Viertelstunde das aktivere Team, ehe Bremen, das zuletzt kriselte, sich erstmals dem gegnerischen Gehäuse annäherte. Nach Wckstoß und kurzzeitigem Abwehrchaos kam Werder-Kapitän Marc Friedl zum Abschluss. Scharf und unplatziert jagte er den Ball am Ziel vorbei (15.).
In der Folge hielten sich beide Teams mit offensiven Aktionen zurück, Abwarten, Zweikämpfe und Ballverluste prägten das Geschehen auf dem Rasen. Augsburg verteidigte konsequent, oftmals allerdings auf Kosten eines Eckballs. Das Eckenverhältnis nach der ersten Spielhälfte: 3:9. Wirklich gefährlich wurden die Standards fürs FCA-Tor allerdings nicht. Mit einer kleinen Kopf-An-Kopf-Einlage von Dimitrios Giannoulis und Bremens Romano Schmid – beide sahen die Gelbe Karte – verabschiedeten sich die Teams in die Pause. Hinter ihnen lag eine zähe erste Hälfte.
Kristijan Jakic verletzt sich am Knöchel nach einem Luftduell
In der Pause beendete Baum das Experiment mit Wolf, fortan stürmte Kömür. Die erste Gelegenheit hatte allerdings Bremen, als Michel Puertas Castro den Ball knapp übers Tor schlenzte (48.). Danach war Baum zu einem weiteren Wechsel gezwungen. Jakic hatte sich nach einem Luftduell verletzt, als er mit dem Fuß bei der Landung umgeknickt war. Ihn ersetzte Elvis Rexhbecaj. Zudem kam Mads Pedersen für Giannoulis in die Partie. Die bis dato größte Chance wurde allerdings auf der Seite gegenüber initiiert. Robin Fellhauer flankte im zweiten Anlauf, Han-Noah Massengo köpfte allerdings links neben das Bremer Tor (60.). Auf der anderen Seite köpfte Amos Pieper nach einem weiteren Eckstoß knapp übers FCA-Tor (66.).
Beide Mannschaften scheuten das letzte Risiko, agierten nach dem Motto: Ein Punkt ist besser als kein Punkt. FCA-Coach Baum blieb der stille Beobachter, abwechselnd vergrub er die Hände in den Hosentaschen oder verschränkte die Arme vor dem Körper. Seine Mannschaft bemühte sich, Druck aufzubauen, vollends zufrieden konnte der Trainer aber nicht sein. Das hätte sich beinahe geändert, aber Rexhbecajs Schuss lenkte Werder-Keeper Backhaus an den Pfosten (76.).
Augsburg drückte nun auf die Führung - und jubelte. Claude-Maurice jagte den Ball ins Netz (80.). Zuvor erkannte Schiedsrichter Tobias Welz erkannte aber ein Foul von Vorbereiter Massengo. Nach Überprüfung durch den Video Assistent Referee (VAR) blieb die Entscheidung bestehen. Wie in der Woche zuvor in Frankfurt hatte sich der FCA zu gefreut. In einer turbulenten Schlussphase köpfte der eingewechselte Phillip Tietz den Ball noch an die Latte (90.+6). So blieb Baum das Erfolgserlebnis zum Schluss verwehrt.
Augsburg Dahmen - Banks, Schlotterbeck, Zesiger - Fellhauer, Massengo (90.+2 Tietz), Jakic (56. Rexhbecaj), Giannoulis (56. Pedersen) - Rieder (78. Dardari), Claude-Maurice - Wolf (46. Kömür)
Schiedsrichter Welz (Wiesbaden) Zuschauer 30.000
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