Der FC Augsburg hat seine Lücke in der Abwehrzentrale geschlossen: Innenverteidiger Arthur Chaves wechselt von der TSG Hoffenheim zum Fußball-Bundesligisten. Der 24-jährige Brasilianer hatte am Donnerstagvormittag den erforderlichen Medizincheck absolviert und kommt zunächst auf Leihbasis bis zum Saisonende nach Augsburg. Über weitere Vertragsmodalitäten vereinbarten beide Klubs Stillschweigen. Der Deal beinhaltet nach Informationen unserer Redaktion zudem eine Kaufoption. Sechs Millionen Euro wären demnach fällig, würde der FCA den Spieler nach Ablauf der Leihe verpflichten wollen.
Augsburgs Sportdirektor Benjamin Weber teilte via Klubkommuniqué mit, dass nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Chrislain Matsima und Jeffrey Gouweleeuw klar gewesen sei, dass man sich in der Abwehr personell noch einmal verstärken möchte. „Mit Arthur Chaves verpflichten wir einen zweikampfstarken Innenverteidiger, der sehr gut in unser Anforderungsprofil passt und auf allen drei Positionen in der Kette spielen kann. Er kennt die Bundesliga bestens und kann uns daher sofort weiterhelfen.“
Chrislain Matsima und Jeffrey Gouweleeuw fallen noch länger aus
Chaves will vor allem eines: wieder regelmäßig spielen. Bei der TSG Hoffenheim war er zu Saisonbeginn noch in der Startelf gestanden, zuletzt nahm er jedoch nur noch eine Nebenrolle ein. Ende September bestritt er sein bislang letztes Spiel für Hoffenheim. In Augsburg soll sich das ändern – der FCA reagiert damit auf die angespannte Personalsituation im Abwehrzentrum.
Zwar hatten neben dem FCA auch englische Klubs Interesse signalisiert, am Ende entschied sich Chaves jedoch für den Schritt innerhalb der ihm vertrauten Liga. „Die Aufgabe beim FCA reizt mich sehr“, ließ er sich zitieren. „Mein Ziel ist es, mich möglichst schnell in die Mannschaft einzufügen. Ich möchte auf und neben dem Platz Verantwortung übernehmen und meinen Beitrag zu einer erfolgreichen Rückrunde leisten.“
In Augsburg soll Chaves die Defensive stabilisieren und zusätzliche Optionen in der Dreierkette ermöglichen. Der Handlungsdruck war groß: Nach den Ausfällen von Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und Chrislain Matsima hatte der Klub dringend Verstärkung gesucht. Zuletzt hatte Yannik Keitel gegen den SC Freiburg als Abwehrchef in zentraler Position agiert. Womöglich ist die Leihgabe des VfB Stuttgart seine Position nun wieder los. Gegen den FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr) könnte Chaves sogleich zu seinem Debüt im Augsburger Trikot kommen. Er könnte den Platz einnehmen, der für Noakhai Banks vorgesehen ist. Der Stammspieler fehlt allerdings nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt. Trainer Manuel Baum sieht in einem Startelfeinsatz des Neuzugangs kein Problem. „Er kommt fit, hat trainiert und ist sofort eine Option, zu beginnen. Ich bin froh, dass er da ist und wir es über die Bühne gebracht haben.“
Arthur Chaves ist der vierte Winter-Neuzugang des FC Augsburg
Chaves war im Sommer 2024 in die Bundesliga gewechselt, zuvor hatte er in Portugals zweiter Liga für Académico Viseu FC gespielt. Für Hoffenheim absolvierte der 24-Jährige 39 Pflichtspiele (zwei Tore), darunter auch sechs Einsätze in der Europa League. Der 1,88 Meter große Rechtsfuß bestritt außerdem sechs Länderspiele für die brasilianische U23-Nationalmannschaft, mit der er 2023 bei den Panamerikanischen Spielen die Goldmedaille gewann.
Somit dürften die Transferaktivitäten des FCA im Winter weitestgehend abgeschlossen sein. Nicht ausgeschlossen sind hingegen noch Abgänge. So spielt Arne Maier, dessen Vertrag im Sommer endet, in den Überlegungen Baums kaum noch eine Rolle. Der FCA hat die Konkurrenz auf verschiedenen Positionen erhöht. Matsima wird noch monatelang ausfallen, Gouweleeuw möchte nach eigenen Angaben Ende Februar wieder spielfit sein. Mit Chaves hat der verdiente Niederländer einen zusätzlichen Konkurrent bekommen.
Chaves ist bereits der vierte Winter-Neuzugang des FC Augsburg: Zuvor hatten die Augsburger Yannik Keitel (vom VfB Stuttgart), Michael Gregoritsch (von Bröndby IF) und Rodrigo Ribeiro (von Sporting Lissabon) geholt. Auf der Abgabenseite hat der Klub seinen Kader gleichzeitig verändert: Phillip Tietz wechselte zu Mainz 05 (Ablösesumme vier Millionen Euro), Maximilian Bauer zu Arminia Bielefeld, Aiman Dardari zu Greuther Fürth und Elias Saad zu Hannover 96 (alle Leihe).
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