Unter der Woche hatte Sandro Wagner einen Pflichttermin. Mit der Mannschaft und seinem Trainerteam besuchte er die Mitgliederversammlung des FC Augsburg. Mit dem jüngsten Erfolg gegen den HSV hatte der Bundesligist die Stimmung unter seiner Anhängerschaft aufgehellt, wirklich zufrieden wirkten die Fans nicht. Zehn Punkte nach elf Spielen sind keine berauschende Zwischenbilanz. Im Auswärtsspiel (Samstag, 15.30 Uhr, Sky) kann der FCA erstmals in dieser Saison zwei Ligasiege in Folge holen. Das sagt Wagner vor der Partie...
...zu Personal und Kader:
„Schlotterbeck (Sperre, d. R.) und Gouweleeuw (verletzt, d. R.) sind nicht dabei. Kristijan Jakić hat wieder trainiert. Da sind wir eigentlich soweit vollzählig.“
...zum Gegner Hoffenheim und der persönlichen Verbindung:
„Die TSG war für mich ein wichtiger Teil meines Lebens, ist auch ein cooler Verein, muss man einfach sagen. Dort arbeiten tolle Menschen, vom Zeugwart bis zu Dietmar Hopp, das sind einfach nette Menschen. Ich habe Herrn Hopp den Wechsel zu Bayern zu verdanken und finde ihn eine herausragende Persönlichkeit, deswegen habe ich eine Affinität zu dem Verein. Was die aktuelle Führung gemacht hat, ist herausragend. Sie sind richtig gut in die Saison gekommen, spielen sehr aktiven, robusten Fußball mit guter Tiefe und Geschwindigkeit. Wenn man sich xG (Expected Goals, d. R.) und Chancen anschaut, sind wir ähnlich, aber sie haben ein gutes Momentum und bekommen deutlich weniger Gegentore.“
...zur eigenen Form, Zielsetzung und Konstanz:
„Wir hatten nach guten Phasen immer wieder einen kleinen Dämpfer und haben daraus viel gelernt, was Spielanlage und Momentum angeht. Das haben wir versucht, diese Woche ins Training zu implementieren. Wir wollen unbedingt den zweiten Sieg in Folge, das ist uns in dieser Saison noch nicht gelungen, Pokal ausgenommen. Das Wochenziel ist, dass wir unbedingt etwas aus Hoffenheim mitnehmen wollen. Wir sind zuversichtlich, weil wir eine gute Stimmung haben und die Jungs hungrig sind, vor Weihnachten noch etwas mitzunehmen.“
...zur Defensivarbeit und Einbindung der Spieler in die taktische Vorbereitung:
„Wir haben viele, die sich in die Defensivarbeit einbringen. Jeff zum Beispiel, unser Kapitän, bindet sich komplett ein, und wir wollen auch langzeitverletzte Spieler einbinden. Er war in einer kleinen Gruppe am Montag, wo sie über Defensivthemen sprechen. Fünf Defensivkünstler waren zusammen. Wir versuchen, die Mannschaft viel mit ins Boot zu nehmen, weil sie am Ende spielt – es ist ein Spielerspiel.“
...zur Vertragsverlängerung von Chrislain Matsima bis Sommer 2030:
„Das ist erstmal ein Verdienst des Vereins, weniger von mir. Wir haben tolle Leute in der sportlichen Führung. Dass so ein Spieler seinen Vertrag verlängert, ist ein Zeichen, dass er an den Weg glaubt und sich hier gut aufgehoben fühlt. Ich finde es cool, dass wir ihn halten können. Er ist, glaube ich, einer der herausragenden Spieler seines Jahrgangs in Europa und zeigt jede Woche seine Qualität. Er hat noch viel Arbeit vor sich und muss sich in vielen Themen verbessern, das weiß er auch.“
...zur Chancenverwertung und Offensivtraining:
„Wenn man sich die letzten Wochen anschaut, zum Beispiel die Spiele gegen Dortmund und Stuttgart, gehen wir mit null Punkten raus – obwohl wir Chancen hatten zu punkten. Wir sind Arbeiter, wichtig ist eine hohe Schlagzahl an Abschlüssen im Training. Wir geben immer wieder ein gutes Screening der eigenen Chancen und zeigen Szenen von Topspielern. Wir haben jemanden dazugeholt, der nur Abschlüsse trainiert, parallel zu meinem Trainerteam, und investieren massiv in offensive Abschlüsse. Im Vergleich haben wir eine gute Abschlussqualität, manchmal ist es einfach das Momentum, das uns fehlt.“
...zur Balance zwischen Offensive und Defensive:
„Wir haben viele Ideen, wie wir ihnen wehtun können, haben aber auch gesehen, wie sie Gegnern wehtun und es zuletzt getan haben. Sie haben gute Achter, viele Spieler in der Box und sind sehr aktiv. Sie haben vorne gute Spieler und extremes Tempo. Defensiv sind wir gut vorbereitet, es geht um den Mix aus: ihre Stärken nehmen und unsere einbringen.“
...zum wiederholten Umbau in der Abwehr ohne Schlotterbeck:
„Bei uns kann jeder spielen, ohne dass wir Bauchschmerzen haben, auch wenn jeder ein etwas anderes Profil hat. Cedric Zesiger hat sehr viel gearbeitet, ist oft reingekommen und ist ein Defensivmonster. Er ist Schweizer Nationalspieler und hat es in der Rückrunde letztes Jahr herausragend gemacht. Wir freuen uns, wenn er spielt, wir haben da hinten Top-Leute. Sie haben eine andere Spielweise, aber die Grundidee bleibt gleich, nur Details wie Abstände und Freilaufverhalten ändern sich. Die Jungs kennen sich seit Monaten und wissen, wie sie sich bewegen müssen, je nachdem, wer am Ball ist.“
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