Die Zeit ist kurz. Das weiß Michael Gregoritsch. Nur ein paar Tage Vorbereitung bleiben dem Stürmer, um sich beim FC Augsburg wieder zurechtzufinden. Am Mittwochmorgen machte der Fußball-Bundesligist den Transfer des Stürmers perfekt, um elf Uhr steht Gregoritsch gleich mit seiner neuen, alten Mannschaft auf dem Trainingsplatz. Am Sonntag (15.30 Uhr) beginnt Teil zwei der Saison mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach.
Gregoritsch wollte unbedingt in die Bundesliga zurück. Zuletzt war er bei Bröndby IF unter Vertrag gestanden. Nach längeren Verhandlungen einigten sich die Augsburger mit dem dänischen Spitzenklub. Gregoritsch wird zunächst bis zum Saisonende ausgeliehen, im Anschluss hat der FCA eine Kaufoption für den 31-Jährigen. Die war für den Bundesligisten wichtig.
„Michael hat seine Qualitäten nicht nur beim FCA, sondern auch bei anderen Bundesliga-Klubs unter Beweis gestellt. Mit ihm gewinnen wir einen erfahrenen, kopfballstarken Stürmer, der unserer Mannschaft auf und neben dem Platz weiterhelfen kann und gerade in entscheidenden Spielphasen wichtig für uns sein wird“, begründete Augsburgs Sportdirektor Benjamin Weber.
Gregoritsch soll dem FCA sofort helfen
Die Anforderung war klar: Die Augsburger suchten einen Stürmer, der finanzierbar ist und sofort weiterhelfen kann. Darauf hoffen die Verantwortlichen bei Gregoritsch. Wobei er nicht zwingend in das eigentlich gewünschte Muster junger und entwicklungsfähiger Akteure passt. Vornehmlich aber geht es darum, eine weitere Saison Bundesliga zu sichern. Hier soll Gregoritsch helfen.
Gregoritsch kennt den FC Augsburg aus einer ersten gemeinsamen Zeit. Von 2017 bis 2022 stand er schon einmal unter Vertrag, unterbrochen von einer kurzen, wenig erfolgreichen Ausleihe zum FC Schalke 04. In 129 Pflichtspielen gelangen dem 31-Jährigen 31 Tore für den FCA, von dem er 2022 zum SC Freiburg wechselte. Dort erzielte er in 107 Pflichtspielen 30 Treffer, zudem machte er mit acht Toren in 15-Europa-League-Begegnungen auf sich aufmerksam.
Der 31-Jährige verschweigt nicht, dass er den großen Wunsch hatte, in die Bundesliga zurückzukehren. „Als sich die Möglichkeit eines Wechsels zum FCA ergeben hat, war ich sofort Feuer und Flamme. Der Kontakt nach Augsburg ist nie abgerissen, und ich wollte diese Herausforderung unbedingt annehmen“, sagte er. Vor allem an die gemeinsame Arbeit mit Manuel Baum erinnere er sich gerne. „Daran wollen wir nun anknüpfen und die untere Tabellenregion schnell verlassen“, sagte Gregoritsch.
Baum war zunächst nur als Interimslösung für die restlichen drei Partien des vergangenen Jahres vorgesehen gewesen. Kurz vor Weihnachten aber entschieden die FCA-Bosse, ihn gerne bis zum Saisonende auf dem Trainerposten behalten zu wollen. Weil die drei Auftritte gegen Leverkusen, Frankfurt und Bremen weitgehend überzeugend waren. Und weil sich Baum bereit erklärt hatte, zur Verfügung zu stehen. Mit der Bitte, nach seiner Trainerzeit wieder auf seinen Posten als Leiter Entwicklung und Fußballinnovation zurückkehren zu können. Dem entsprach Geschäftsführer Michael Ströll.
Eine Rückkehr geht nicht immer gut
Dass eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte nicht zwingend von Erfolg gekrönt sein muss, haben die Augsburger in der vergangenen Saison erlebt. In der Winterpause liehen sie Mergim Berisha aus Hoffenheim aus. In Augsburg war der Stürmer zum Nationalspieler geworden, in Hoffenheim fand er sich nie richtig zurecht. Auch die kurze zweite Zeit in Augsburg endete enttäuschend. Berisha wurde nach einigen Verletzungen nie richtig fit und somit zur Enttäuschung. Im Sommer trennten sich die Wege wieder.
Bei Gregoritsch soll das nicht passieren. Zumal sich der 31-Jährige beim FCA auch für weitere Einsätze in Österreichs Nationalteam empfehlen möchte. Im November sorgte er mit seinem Tor gegen Bosnien-Herzegowina für die erste WM-Teilnahme Österreichs seit 1998. Natürlich wäre der 31-Jährige auch gerne beim Endturnier in den USA, Kanada und Mexiko in diesem Sommer dabei. Mit starken Auftritten beim FCA kann er für sich werben. Gregoritsch wird die Rückennummer 38 tragen.
Nach Yannik Keitel, den die Augsburger am Samstag aus Stuttgart verpflichtet haben, ist Gregoritsch bislang der zweite Neuzugang in der Wintertransferperiode. Ob er der letzte bleibt?
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