Natürlich geht es weiter, immer weiter. Was Außenstehenden als Hamsterrad vorkommen mag, ist das Privileg der Außergewöhnlichen. Die Dortmunder etwa würden sich freuen, wenn sie kommenden Mittwoch im Pokal-Halbfinale stünden. Oder wenn sie vor wenigen Tagen Real Madrid bezwungen hätten und nun aber die Kräfte für ein Bundesligaspiel sammeln müssten. Es sind Freuden, die den Dortmundern verwehrt sind. Sie haben sich vorzeitig aus den K.-o.-Wettbewerben verabschiedet und sind auch in der Liga ohne Chance, die enteilten Bayern noch einzufangen. Möglicherweise ziehen sie noch ein wenig Befriedigung aus der Tatsache, mitverantwortlich dafür zu sein, wann den Münchnern der Titel auch ganz theoretisch nicht mehr zu nehmen sein wird.
Sollten die Dortmunder ihre Partie am Samstag bei der TSG Hoffenheim gewinnen, fallen die Meisterfeierlichkeiten tags darauf in der Allianz-Arena aus. Lässt die Borussia aber Punkte liegen, würden sich die Münchner mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart am Sonntag den Titel endgültig sichern. Den Bayern sind derlei Rechnereien wahrscheinlich egal. Sie erfreuen sich der Tatsache, so spät im Frühjahr noch in drei Wettbewerben aussichtsreich im Rennen zu sein. Das gab es seit 2020 nicht mehr. Damals holten sich die Münchner sämtliche Titel, die der nationale und internationale Fußball bereithält.
Jackson, Goretzka, Ito: Der FC Bayern dürfte gegen Stuttgart kräftig rotieren
Nun stehen die Bayern also vor einer Herausforderung, die sie seit jeher begleitet: Zwischen Pokal und Champions League haben die Spielplanmacher immer noch diese scheinbar lästigen Bundesliga-Partien gequetscht. Wobei die Bayern diese wahrscheinlich gar nicht mal als so lästig empfinden. Immerhin bietet sich dort beispielsweise Leon Goretzka die Möglichkeit, Spielpraxis für die WM zu sammeln. Nicolas Jackson muss auch in irgendeinem Wettbewerb nachweisen, dass es sinnvoll war, einen Ersatz für Harry Kane zu verpflichten und wahrscheinlich möchte auch Hiroki Ito mal unter Wettkampfbedingungen zeigen, dass er es versteht, gepflegt zu verteidigen.
Am kommenden Mittwoch wartet das Pokal-Halbfinale gegen Leverkusen, eine Woche später das erste Aufeinandertreffen mit Paris St. Germain in der Vorschlussrunde der Champions League. Es geht immer weiter. Es ist ein erarbeitetes Privileg.
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