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Formel-1-Boss gefeuert: Red Bull startet Neuanfang

Formel 1

Paukenschlag bei Red Bull: Rennstall trennt sich von Teamchef Horner

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    Christian Horner ist nicht mehr Teamchef beim Red-Bull-Team.
    Christian Horner ist nicht mehr Teamchef beim Red-Bull-Team. Foto: Bradley Collyer, dpa

    Christian Horner gehört zu Red Bull. Schon immer. Oder zumindest seit der Brausehersteller sein Herz für die Formel 1 entdeckt hat und 2005 ein eigenes Team gründete. Horner war damals schon dabei und blieb es. Einigen Skandalen und sportlichen Tiefschlägen zum Trotz. Er überstand eine lange titelfreie Zeit ebenso wie im Vorjahr die Vorwürfe einer Mitarbeiterin, die unangemessenes Verhalten beklagt hatte. Horner war einfach immer da. Der Teamchef mit der längsten Amtszeit. Bis Mittwoch.

    Den personellen Paukenschlag garnierte das Unternehmen mit einer nüchternen Pressemitteilung. „Danke für alles, Christian, du wirst für immer ein wichtiger Teil der Geschichte unseres Teams sein“, sagte Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, ehe noch einmal die Erfolge unter Horner aufgezählt wurden. Acht Fahrertitel kamen da zusammen, vier von Sebastian Vettel und vier von Max Verstappen. Sechsmal holte Red Bull die Teamkrone. 124 Rennsiege und 107 Pole Positions stehen in der Bilanz. All das führte dazu, dass sich Red Bull einen gewichtigen Namen im Motorsport machte. Seit Mittwoch aber ist der Teamchef Horner Geschichte.

    Laurent Mekies wird Nachfolger von Christian Horner bei Red Bull.
    Laurent Mekies wird Nachfolger von Christian Horner bei Red Bull. Foto: Philipp von Ditfurth, dpa

    Sein Nachfolger kommt aus dem eigenen Konzern. Laurent Mekies wird befördert, der 48-jährige Franzose arbeitete zuletzt für das kleinere Schwesterteam Racing Bulls. Doch weil dieses sich anschickte, die große Red-Bull-Mannschaft zu übertreffen, entschied sich die Konzernspitze für einen Personalwechsel. Mit Horner als Aussortiertem. Mekies soll keine Übergangslösung sein, sondern dauerhaft das Team führen. Schon beim nächsten Rennen Ende Juli in Belgien wird er seine neue Rolle an der Rennstrecke übernehmen.

    Horner stand zuletzt häufiger in der Kritik

    Wehren konnte sich Mekies ohnehin nicht gegen die Beförderung. Sein Vertrag ist mit Red Bull geschlossen, nicht mit einem der beiden Teams. Er kann also wie die Fahrer auch von Team zu Team geschickt werden. Andererseits wird sich der 48-Jährige kaum gegen die Versetzung gewehrt haben.

    Christian Horner war in den vergangenen Jahren häufiger in die Kritik geraten. Intern war er umstritten, vor allem beim Motorsportberater Helmut Marko und den Erben von Red-Bull-Mitgründer Dietrich Mateschitz. Horner aber konnte sich stets auf die thailändischen Red-Bull-Mehrheitseigentürmer verlassen. Aber nun half dem 51-Jährige auch das nicht mehr.

    Sportlich hat Red Bull seine Spitzenposition verloren. Max Verstappen liegt deutlich hinter den dominanten McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris zurück. In der Teamwertung steht für die einstigen Alleinherrscher gar nur Platz vier zu Buche. Alarmierende Signale, die in Verstappen Gedanken hervorbrachten, womöglich zeitnah das Team zu wechseln. Zumal zuletzt zu vernehmen war, dass Red Bull auch in der Entwicklung des Rennwagens für die neue Saison hinterherhinke. Ab 2026 ändern sich die Rahmenbedingungen deutlich, was zu Verschiebungen führen kann. Mit Horners Aus könnte es auch zu einem Umdenken bei Verstappen kommen.

    Horners Machtfülle wuchs stetig an

    Horner war früher selbst Rennfahrer. Seit 2005 führte er den Red-Bull-Rennstall kontinuierlich nach oben. Er baute seine Machtfülle Schritt für Schritt aus. Zuletzt war er nicht nur Teamchef, sondern verantwortete auch die Technik- und Motorenabteilung sowie das Marketing. Eine Rolle, die ihm gefiel. Und er war nicht bereit, Bereiche wieder abzugeben. Weshalb auch eine mögliche Zusammenarbeit mit dem deutschen Hersteller Porsche platzte.

    Red Bull befindet sich im Abschwung. Verstappen schimpfte mehr und mehr über seinen aktuellen Dienstwagen, der schon in der zweiten Saisonhälfte im vergangenen Jahr nicht mehr der Schnellste im Feld war. Nur dank Verstappens Spitzenklasse gelang erneut der WM-Titel. Die Wechsel von Schlüsselfiguren erschwerten die Situation. So verließ Adrian Newey den Red-Bull-Rennstall in Richtung Aston Martin. Newey hatte seit 2006 die Rennwagen gestaltet, er gilt als Bester seines Fachs. Der Niedergang soll gestoppt werden. Jetzt eben ohne Christian Horner.

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