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Champions League: FC Bayern und Real Madrid liefern ein Spektakel - und die Münchner sind weiter

Fußball

Die Bayern stehen nach einem Spektakel im Halbfinale: 4:3-Sieg gegen Real Madrid

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    Was für ein Spiel: Luis Diaz feiert sein entscheidendes Tor zum 3:3 gegen Real Madrid. Am Ende sollten die Münchner auch das zweite Spiel mit 4:3 gewinnen.
    Was für ein Spiel: Luis Diaz feiert sein entscheidendes Tor zum 3:3 gegen Real Madrid. Am Ende sollten die Münchner auch das zweite Spiel mit 4:3 gewinnen. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Bayern München gegen Real Madrid - mehr geht nicht im europäischen Vereinsfußball. Das Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend wirkte fast wie ein vorweggenommenes Endspiel, so groß erschienen die Emotionen im Vorfeld. Am Ende gelang es den Bayern, erstmals seit 14 Jahren wieder ein Treffen in der Champions League gegen die Königlichen für sich zu entscheiden: Mit einem spektakulären 4:3-Sieg gewannen die Bayern nach dem 2:1 im Hinspiel auch das Rückspiel und stehen im Halbfinale. Zuvor waren die Münchner viermal in Folge an den Spaniern gescheitert. Im Halbfinale, das Ende April und Anfang Mai über die Bühne gehen wird, wartet nun der nächste dicke Brocken: Paris St. Germain, Titelverteidiger.

    Real-Trainer Alvaro Arbeloa hatte sich trotz der zuletzt mäßigen Ergebnisse kämpferisch gezeigt: „Wir glauben alle daran, dass wir die Aufholjagd schaffen. Wir sind Real Madrid.“ Ein Real Madrid zwar, das die letzten drei Pflichtspiele nicht gewinnen konnte, aber eben immer noch Real Madrid. Schmerzhaft vermisst wurde im Real-Mittelfeld der gelbgesperrte Aurélien Tchouaméni. Für den Franzosen rückte ein gewisser Jude Bellingham in die Startelf – auch das ist Ausdruck der Stärke von Real Madrid. Insgesamt tauschte Arbeloa auf vier Positionen, während Bayern-Coach Vincent Kompany der Startelf aus Madrid wieder vertraute.

    Die Fans feuerten den FC Bayern schon eine Stunde vor Spielbeginn an

    Die Fans in der Münchner Südkurve waren schon eine knappe Stunde vor Anpfiff auf Betriebstemperatur: Als sich Manuel Neuer und die anderen Bayern-Keeper warm machten, wurden sie von den Anhängern mit einer Geräuschkulisse angefeuert, wie es sie sonst in München selbst während den Spielen nicht immer zu hören gibt. Zum Anpfiff gab es eine imposante Choreografie zu sehen, bei der ein überdimensionaler Spieler einen Ball in der Hand hielt. Auf dem Spruchband war zu lesen: „Alles in unserer Hand!“ Dabei war die gute Ausgangsposition nach exakt 41 Sekunden schon verspielt.

    Ausgerechnet der im Hinspiel so starke Manuel Neuer leistete sich einen dicken Schnitzer und spielte einen Fehlpass auf Arda Güler. Der schaltete sofort und schoss aus 30 Metern aufs Bayern-Tor zum 0:1 (1.). Ein Katastrophenstart für die Bayern – die sich davon aber nicht beeindruckt zeigten und umgehend antworteten: Eine Ecke von Kimmich fand den Kopf von Aleksandar Pavlovic – 1:1 (6.)!

    Es war der furiose Auftakt des Spiels. Die Bayern behielten auch in der Folge die Spielkontrolle, während Real über die schnellen Angreifer Kylian Mbappe und Vinicius Jr. immer gefährlich war. Vor allem zwischen dem Brasilianer und dem Münchner Publikum entwickelte sich eine Fehde. Jeder gewonnene Zweikampf gegen ihn wurde wie ein Torschuss gefeiert.

    Einen echten Torschuss gab Joshua Kimmich ab. Nach 27 Minuten musste sich Andrei Lunin im Real-Kasten gehörig strecken, um den Einschlag zu verhindern. Jubeln durften als Nächstes aber die Real-Fans: Einen schmeichelhaft für Real gepfiffenen Freistoß aus rund 20 Metern servierte erneut Arda Güler mustergültig ins Kreuzeck zur erneuten Führung der Spanier (29.).

    Vinicius Jr. wurde zur Reizfigur des Publikums beim FC Bayern

    Die Bayern ließen sich auch davon nicht beeindrucken, drückten auf den zweiten Treffer. Josip Stanisic (37.) hatte zuerst die Gelegenheit, kurz darauf wurde Harry Kane von Upamecano im Strafraum bedient – und der Engländer tat, was er in solchen Situationen eben tut. Sein Schuss schlug im langen Eck zum 2:2 ein (38.). Und Real? Blieb gefährlich. Der Schuss von Vinicius Jr. klatschte noch an die Latte der Bayern (41.) Nach einem Konter ließ es sich Mbappe aber nicht nehmen, das dritte Real-Tor zu erzielen (43.). Bayern verteidigte in dieser Situation viel zu schlampig.

    Kompany reagierte, brachte den offensiveren Alphonso Davies für Josip Stanisic. Dessen Vorlage für Luis Diaz hätte nach 45 Sekunden im zweiten Durchgang beinahe den erneuten Ausgleich bedeutet, doch dessen Schuss ging stattdessen am Kasten vorbei. Im Prinzip ging das Spiel genauso weiter: Bayern mit Ballbesitz im Bereich 66 Prozent, während Real bei schnellen Gegenstößen sofort gefährlich wurde. Neuer rettete mit einem Wahnsinnsreflex aus fünf Metern gegen Mbappe (55.).

    Kompany brachte Jamal Musiala für Gnabry. Michael Olise hatte die nächste dicke Chance, doch Lunin lenkte seinen Schlenzer aus 20 metern noch zur Ecke (68.). Upamecanos Kopfball aus fünf Metern (74.) ging knapp am Tor vorbei. Fünf Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit wurde es nochmals hitzig: Für sein zweites Foul sah Camavinga Gelb-Rot (86.) – eine harte Entscheidung. Die Allianz-Arena stand nun fast komplett, peitschte die Bayern zum entscheidenden dritten Tor. Und das sollte fallen: Luis Diaz brachte den Ball mit einem abgefälschten Schuss von der Strafraumgrenze im Real-Tor unter (89.). Das Dach der Arena schien in diesem Moment abzuheben. Danach gelang Olise sogar noch das umjubelte 4:3 (90.+5). Danach war direkt Schluss für dieses denkwürdige Spiel.

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