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Fußball-WM: Rudi Völler wird im deutschen Haus gefeiert

Fußball-WM 2026

Deutsch-amerikanische Freundschaft: Das „German House of Soccer“ ist eröffnet

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    Sportdirektor Rudi Völler (rechts) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf statteten dem „German House of Soccer“ einen Besuch ab.
    Sportdirektor Rudi Völler (rechts) und DFB-Präsident Bernd Neuendorf statteten dem „German House of Soccer“ einen Besuch ab. Foto: Federico Gambarini/dpa

    Es gibt nur einen Rudi Völler. Wer das in New York noch nie gehört hat, bekam es bei der Eröffnungsveranstaltung des „German House of Soccer“ lautstark vorgesungen. Die zeitlose Beliebtheit einer der populärsten Figuren des deutschen Fußballs hat in einem für Kunst und Kult bekannten Viertel von Manhattan einen weiteren Beleg erfahren. Dass wenig später der amerikanische Teil unter mehr als 400 Besuchern aus dem Häuschen geriet, war dem flotten Auftritt der US-Nationalmannschaft zu verdanken, deren Torflut über die große Leinwand flimmerte. Was einen stimmungsvollen ersten Abend im Chelsea Industrial abrundete.

    Das deutsch-amerikanische Verhältnis mag durch die Politik des US-Präsidenten Donald Trump schwer gelitten haben, aber zumindest dieser Ort hat bewiesen, dass deutsch-amerikanische Freundschaft im Sport möglich ist. Zumindest, wenn es sich überwiegend um Fußball dreht. Viele der über die Handelskammer eingeladenen Businesspeople, die als Deutsche seit längerem im Großraum New York und New Jersey leben und arbeiten, hörten den Sportdirektor gerne noch mal in Erinnerungen schwelgen, wie er im WM-Finale 1986 in Mexiko-City gegen Argentinien einst den Ausgleich köpfelte. „Als sei es gestern gewesen“, schwärmte Völler.

    Neuendorf und Rettig sind nur schwer zu verstehen

    Mit ihm waren nach einer kurzen Nacht direkt vom Eröffnungsspiel aus dem Aztekenstadion auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig und Generalsekretär Holger Blask eingeflogen, deren Redebeiträge in Englisch wegen der teils schlechten Tonqualität in der 2000 Quadratmeter großen Eventlocation an der 28th Street kaum zu verstehen waren. Aber es ging ja auch mehr um die Geste, dass der größte Einzelsportverband der Welt nach Vorbild des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) bei Olympischen Spielen eine solche Begegnungsstätte errichtet hat.

    Deutsches Bier für zehn Dollar pro Plastikbecher

    Dass deutsches Bier aus dem Plastikbecher zehn Dollar kostete, störte kaum jemand. Jede Sportsbar in New York verlangt noch mehr. Als es an der Theke noch ruhig war, stellte Oke Göttlich als Präsident des FC St. Pauli ausführlich in Wort und Bild vor, wofür der Kiezklub in Deutschland steht – „und dass Werte manchmal wichtiger als Erfolg sind, auch wenn wir gerne schnell zurück in die Bundesliga wollen“. Im Schlepptau hatte der DFB-Vizepräsident mit Ryan Warren und Nia Alvarez-Mapp zwei Aktivisten der Organisationen „Hands Off NYC“. Eine stadtweite Bewegung, die sich gegen die massive Präsenz der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) und die Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit der WM wehrt. Er könne nur empfehlen, sich dieser Sache auch anzunehmen. Es ist offenkundig, dass die Präsenz des Hamburgers darauf angelegt war, solche unbequemen Themen nicht völlig zu verschweigen. Auf offener Bühne blieben kritische Einlassungen zur US-Politik ansonsten außen vor.

    Aber weil der DFB die Fußball-Welt nicht rosarot malen möchte, stellte sich Neuendorf am Rande den drängenden Fragen rund um dieses XXL-Turnier, das Trump zusammen mit seinem Kumpel Gianni Infantino auf perfide Art und Weise missbraucht. Dass rund 500 Fans des zweiten deutschen Gegners Elfenbeinküste die Einreise verweigert wurde, sei „grundsätzlich problematisch, wenn Menschen pauschal als Gruppe einfach abgewiesen werden. Das wäre ein Vorgang, der für meine Begriffe so nicht nachvollziehbar wäre“. Die zweite Partie gegen die DFB-Auswahl steigt dann im kanadischen Toronto. Man könne „sicher sein, dass ich mich dieser Themen annehme“, sagte der 64-Jährige. Dafür brauche es „Fingerspitzengefühl und Diplomatie“. Etwas, was bei der WM in Katar dem DFB-Boss fehlte.

    Neuendorf will hinter den Kulissen reden

    Manchmal sei es besser, hinter den Kulissen zu reden. „Das tue ich auch hier.“ Nur wenn schon Infantino keine Handhabe gegen die restriktive US-Einreisepolitik hat, wird auch Neuendorf kaum etwas bewegen. Dem ehemaligen Politiker ist irgendwie immer anzumerken, dass er als Mitglied im Fifa-Council zwischen den Stühlen sitzt. Immerhin hätte man sich doch für günstigere WM-Tickets als auch höheren Prämien eingesetzt: „Das haben wir als Europäer geschafft bei der Fifa.“

    Nicht gelungen ist es, die als Haus-Botschafter auserkorenen Jürgen Klinsmann und Ann-Katrin Berger zur Eröffnung zu bringen. Beide waren bloß in Videoclips zu sehen. Als früherer US-Nationaltrainer weilte Klinsmann lieber in Los Angeles bei der USA-Partie, die bei Gotham FC für den Großraum New York und New Jersey spielende Nationaltorhüterin Berger bekommt am 28. Juni die Bühne alleine. Als ihre ikonische Parade von der Frauen-EM 2025 über die Leinwand flackerte, brandete übrigens auch donnernder Applaus auf.

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