Es steht fest: Die Schweizer sind ein Volk der Drogenabhängigen und Sexsüchtigen. Ferner gilt: Die Schweizer haben ausschließlich Sex, wenn sie Drogen zu sich genommen haben. Und zuletzt: Verallgemeinerungen sind Schwachsinn. Es gilt, Obacht zu geben, welche Rückschlüsse aus verhältnismäßig kleinen Fallzahlen gezogen werden.
In den vergangenen Monaten gaben zwei Schweizer Athletinnen eine positive Dopingprobe ab. Während bei der Triathletin Imogen Simmonds ein anaboler Wirkstoff nachgewiesen wurde, schlug der Test bei der Reiterin Sibylle Vogt bei Kokain an. Beide bestreiten ihre Schuld. Beide machen für sich geltend, dass der Wirkstoff ohne ihr Wissen in ihren Organismus gespült worden sein soll. Sowohl Simmonds als auch Vogt machen intime Kontakte für ihre positiven Dopingproben verantwortlich.
Imogen Simmonds wird freigesprochen: Sex ist kein Verbrechen
In Simmonds Fall habe ihr Freund zu einer leistungssteigernden Substanz gegriffen. Vogt räumte ein, dass ihr Partner die Droge geschnupft habe. Vogt wurde für ein halbes Jahr gesperrt, Simmonds nun zehn Monate nach ihrem positiven Test freigesprochen. Ihr könne keine Schuld nachgewiesen werden. Sex ist nicht strafbar. Gut so.
Manch einer (oder eine) dürfte allerdings argwöhnisch bis neidisch in die Schweiz blicken. Jedes Jahr gibt es lediglich eine Handvoll positiver Dopingtests in dem kleinen Land. Dass bei zweien davon sexueller Kontakt dafür verantwortlich sein soll, lässt vermuten, dass die Athletinnen regelmäßig im Schlafzimmer nach Ausgleich vom Training sorgen. Die Anzahl abgegebener Dopingproben jeder Athletin pro Jahr dürfte sich im einstelligen Bereich befinden. Ein hochfrequenter Betrieb außersportlicher Aktivitäten ist wahrscheinlich, damit eine Kontamination der Dopingprobe erfolgen kann.
Als zumindest interessant darf gelten, dass sich während des Verkehrs leistungssteigernde Substanzen im Blut der Männer befanden. Wer deswegen sein Bild eidgenössischer Männer ändern will, kann das freilich tun. Vielleicht gibt es auch gar keinen Zusammenhang zwischen Sex, Schweiz und Doping. Möglicherweise war das alles nur ein blöder Zufall.
Immerhin aber liefern die Fälle und Zufälle mal wieder einen passablen Grund, über leistungssteigernde Substanzen im Sport zu berichten. Ein Thema, das sonst recht unsexy ist. Die Schweizer aber haben es ja beispielsweise auch geschafft, das sehr langweilige Bankgeheimnis für alle Reichen attraktiv zu machen. Das aber ist ja auch so eine Verallgemeinerung.
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