Daran, dass Maschinen schlauer sind, haben wir uns gewöhnt. Besser Schach spielen sie schon längst. Der Weltmeister Magnus Carlsen sagt von sich selbst, er könne in komplexen Situationen etwa 15 bis 20 Stellungen vorausberechnen. Leistungsstarke Computer bewerten hunderte Millionen von Stellungen pro Sekunde. Es liegt schon ein paar Jahre zurück, als der IBM-Supercomputer Deep Blue am 10. Februar 1996 erstmals den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte. Was damals eine Sensation war, sorgt heute nur noch für ein müdes Lächeln. Inzwischen ist geistige Aktivität ganz grundsätzlich auf dem Rückzug. Wozu noch selbst denken, wenn künstliche Intelligenz fast jede Frage in wenigen Sekunden beantworten kann.
Schneller als der schnellste Mensch
Maschinen schleifen nun auch die letzten Bastionen menschlicher Dominanz. Noch im vergangenen Jahr benötigte ein humanoider, also menschenähnlicher Roboter, zwei Stunden und 40 Minuten für den Pekinger Halbmarathon. 21 Teams waren am Start, einige Roboter schafften nur ein paar Meter, ehe sie in die Bande krachten. In diesem Jahr war alles anders. Ein knallroter Humanoide mit dem treffenden Namen „Blitz“ spurtete die 21 Kilometer in etwas mehr als 50 Minuten. Den Weltrekord der Menschen hält Jacob Kiplimo aus Uganda in 57:20 Minuten. Immerhin fand Kiplimo seinen Weg vom Start zum Ziel allein, während die Mehrzahl der Roboter noch ferngesteuert wird. Aber auch das ändert sich. Schon jetzt schafften 40 Prozent die Strecke ohne Hilfe von außen.
Roboter räumen die Spülmaschine aus
Irgendwann, so der Plan, sollen die Humanoiden Industriejobs übernehmen, aber auch im Haushalt helfen. Hier schließt sich der Kreis der Faulheit. Klar, nicht mehr denken zu müssen, ist schon okay. Aber die Spülmaschine ausräumen und danach die Wäsche aufhängen zu lassen – unbezahlbar. Die Vorbereitungen laufen schon. In China ist es ein neues Geschäftsmodell, sich stundenlang beim Bügeln zu filmen, um mit dem Videomaterial dann die Roboter-KI zu trainieren. Socken sortieren wäre in diesem Zusammenhang auch wünschenswert. Fragt sich nur, was der Mensch mit all der Freizeit anfangen soll. Gassigehen vielleicht mit dem Lieblingshumanoiden? Der kann sein Häufchen dann gleich selbst wegräumen.
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