Das Weiterkommen des FC Bayern gegen Celtic Glasgow war absolut verdient. Die Münchner waren über zwei Spiele hinweg die klar überlegene Mannschaft und stehen deshalb folgerichtig im Achtelfinale der Champions League. Hätte Harry Kane in der ersten Halbzeit nicht die Latte getroffen oder Leon Goretzka kurz nach der Pause den Ball einfach an Glasgows Keeper Kasper Schmeichel vorbeigeschoben, hätten sich die Bayern einen über weite Strecken ruhigen Abend machen können. Fußball ist aber kein Konjunktiv. Und so stand die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany eben nur einen Fehlpass, einen umstrittenen Elfmeter, einer dieser vielen Unwägbarkeiten des Sports davon entfernt, früh zu scheitern.
Die Diskussionen, die nun geführt würden, wären andere. Kompany stünde in deren Zentrum. Der Erfolg hat viele Väter, für den Misserfolg ist alleinig der Trainer verantwortlich. Dabei hat er in dieser Saison vieles richtig gemacht. Die Münchner spielten in der Hinrunde endlich wieder dominanten und fein anzusehenden Offensivfußball. Zudem ist es auch dem Coach anzurechnen, dass die Bayern erstmals seit etlichen Jahren in der entscheidenden Saisonphase ihren kompletten Kader zur Verfügung haben. Allerdings ging Kompany mit seiner Aufstellung gegen Celtic ins Risiko. In Josip Stanisic, Paulo Guerreiro und Serge Gnabry gleich drei offensichtlich formschwache Spieler aufzustellen, war mutig.
Der FC Bayern wähnte sich schon etliche Schritte weiter
An der prinzipiellen Ausrichtung der Münchner aber gab es gegen Glasgow nichts zu kritisieren. Die wenigen Chancen, die sich den Schotten boten, entsprangen nicht strukturellen Fehlern wie noch in der Vorrunde gegen Barcelona oder Aston Villa, als die Münchner ausgekontert wurden. Diesmal leisteten sich zu viele Spieler zu viele individuelle Aussetzer. Mit diesem Problem hatte in der vergangenen Saison bereits Thomas Tuchel zu kämpfen. Man wähnte sich schon etliche Schritte weiter.
Die Bayern gehören nach den zuletzt gezeigten Leistungen sicherlich nicht zu den Favoriten in der Champions League. Einige Faktoren schüren aber einen hoffnungsvollen Funken an. Die Münchner haben nun eine wirklich breite Auswahl an Spielern zur Belastungssteuerung zur Verfügung. Durch das Aus im DFB-Pokal haben die Münchner weniger Spiele als etliche andere Mannschaften. Und letztlich ging es gegen Glasgow einzig ums Weiterkommen. Titel kann man im Februar nicht gewinnen, nur verlieren. Das alles kann die Mannschaft hoffen lassen. Die vergangenen Leistungen indes waren dazu nicht geeignet.
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