Real Madrid also. Diese abgezockten Spanier waren in den vergangenen Jahren stets die Endstation für die Bayern. Das 4:3 der Münchner am Mittwochabend war ein großer Kampf, das vielleicht spannendste Spiel der bisherigen Saison – doch eine gute Leistung war es nicht.
Neben individuellen Fehlern wie dem von Manuel Neuer gab es im Abwehrverbund teils heftige Schnitzer, die etwa den Treffer von Mbappé ermöglichten. Abspielfehler gab es in allen Mannschaftsteilen. Das sah auch Joshua Kimmich so, dessen Fazit bei DAZN nach Spielende so lautete: „Ich glaube nicht, dass es heute Topform von uns war. Wir haben sehr viele Fehler gemacht.“
Trainer Vincent Kompany hat dem FC Bayern einen unerschütterlichen Glauben gegeben
Ein fehleranfälliges Bayern-Team gegen Real Madrid – diese Kombination bedeutete in den vergangenen Jahren stets das Aus für die Münchner. Dass es diesmal anders kam, lag einerseits auch an der Formschwäche der Madrilenen – und an einer anderen großen Stärke der Bayern.
Vincent Kompany hat es geschafft, der Mannschaft eine Siegermentalität zu vermitteln, die es schwer macht, den FC Bayern zu überwinden. Ein Gegentor in der ersten Minute nach einem kapitalen Patzer des Torwarts ist durchaus dazu geeignet, die Bayern aus der Spur zu bringen. Das war aber nicht der Fall. Dreimal lag der FCB zurück, dreimal kämpfte er sich – an einem schlechten Tag, wohlgemerkt – wieder zurück.
Jamal Musiala könnte zu einem weiteren Trumpf in der Schlussphase werden
Kompany brachte das in der Pressekonferenz wie folgt zum Ausdruck: „Es gab keinen Grund, nicht mehr ruhig zu bleiben.“ Denn nach dem Hinspielsieg der Münchner habe Real auch in den Phasen, als sie in München führten, doch nur ausgeglichen. Alles cool also?
Für die Bayern, die in dieser Saison mit anscheinend grenzenlosem Selbstvertrauen ausgestattet sind, vielleicht schon. Die Konkurrenz – auch Paris, das im Halbfinale wartet – muss sich angesichts dieser Leistung aber fragen, wie ein Bayern-Team zu schlagen ist, das auch noch einen guten Tag erwischt hat.
Dabei ist Jamal Musiala ein weiterer Trumpf für die Bayern: Der Nationalspieler wird mit jeder Partie besser, bereitete gegen Madrid das 3:3 durch Diaz vor und hatte nach seiner Einwechslung mehrere gute Szenen. Musiala will rechtzeitig zur Weltmeisterschaft in Form kommen, ist nach seiner langen Pause auch nicht überstrapaziert.
Die Bayern sind in dieser Saison schwer zu schlagen – wenn sie einen ihrer seltenen schlechten Tage haben und erst recht, wenn sie gut drauf sind.
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