Dass Erfolg generell sexy macht – das können weite Teile des Silicon Valleys bezeugen. Mark Zuckerberg, Jeff Bezos und Co. verbrachten mutmaßlich lange mehr Zeit an der Computertastatur als im Dating-Business. Der finanzielle Erfolg ihrer Firmen half jedoch offenbar dabei, die Frauenwelt auf ihre Vorzüge hinzuweisen. Der US-Schauspieler Billy Bob Thornton muss keinem ein Begriff sein, als klassisch sexy dürfte er aber jetzt nicht gelten. Aktuell befindet sich der Hollywood-Star in seiner sechsten Ehe, eine davon band ihn zeitweise an Angelina Jolie. Ja, gut.
Die TSG Hoffenheim hätte wiederum das Zeug dazu, der Mark Zuckerberg der Bundesliga zu werden: Lange Zeit hat kein Hahn nach der Truppe aus dem Kraichgau gekrät. Ab und an ging es mal in die Europa League, manchmal gegen den Abstieg – aber das hat aber nicht mal in Sinsheim jemanden interessiert. In dieser Saison jedoch ist die TSG das Team der Stunde: Mit meist schönem Offensivfußball (der beste Angriff hinter den Bayern!) befindet sie sich aktuell stark auf Kurs in Richtung Champions League.
Erfolg ist da – und das, obwohl hinter den Kulissen seit Monaten ein Machtkampf innerhalb des Vereins tobt, in dem sich die Streitparteien mit Beschimpfungen und Klagen überziehen. Die TSG liefert also Gossip und Erfolg – da sollte man doch meinen, dass die Eintrittskarten für die Heimspiele der tollkühnen Truppe weggehen wie warme Semmeln. Falsch gedacht.
Beim letzten Heimsieg der TSG Hoffenheim blieben über 10.000 Plätze im Stadion frei
Den jüngsten 3:1-Sieg gegen Union Berlin verfolgten offiziellen Zahlen zufolge 19.341 Zuschauer in der 30.150 Plätze fassenden Arena. Bei dieser Statistik werden alle verkauften Tickets wie etwa Jahreskarten gezählt werden – unabhängig davon, ob die Besitzer sich auch tatsächlich in die Arena gemacht haben. Die tatsächliche Anzahl der Stadiongänger dürfte weitaus geringer sein. Insgesamt weisen 16 von 18 Bundesligisten eine Stadionauslastung von 94 Prozent oder höher aus. Hoffenheim liegt dabei bei 86 Prozent, nur Wolfsburg (79 Prozent, hier bitte jeder für sich einen Wolfsburg-Gag einfügen) ist schlechter. Hoffenheim, das ist der Axolotl unter den Bundesligisten: Ein Wesen, das im ewigen Larvenstadium verharrt. Von wegen nächster Schritt und so.
Zugleich klappt bei Werder Bremen so gut wie nichts: ein Sportchef, der nicht weiß, wie viele Spieler er auf Leihbasis verpflichten darf, dafür aber nun den Trainer rausschmeißt. Ein Stürmer, der nur in Bremen den Medizincheck besteht und danach erstmal verletzt ist. Ein Kader, der von der Bundesligareife so weit entfernt ist wie der Axolotl von einer Gesichtsbehaarung. Trotzdem rennen sie den Bremern die Bude ein: Die Stadionauslastung liegt bei 98 Prozent. Ein kleiner Trost für Hoffenheim: Auch Axolotl haben ihre Fans. Es sind eben nicht viele.
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