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"NOlympia": Politik und Umweltschutz Bündnis lehnt Olympische Spiele in München ab

Olympische Spiele in München

"NOlympia": Bündnis aus Politik und Naturschutz lehnt Olympische Spiele in München ab

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    Olympische Spiele in Deutschland bleiben kontrovers. Das Bündnis „NOlympia“ spricht sich klar gegen die Austragung aus.
    Olympische Spiele in Deutschland bleiben kontrovers. Das Bündnis „NOlympia“ spricht sich klar gegen die Austragung aus. Foto: Marcus Brandt, dpa (Symbolbild)

    Es ist einige Jahrzehnte her, dass das Olympische Feuer in München brannte. 1972 begeisterten die Spiele Sportfreunde weltweit. Die Stadt will das Großevent nun ein weiteres Mal in die bayerische Hauptstadt holen. Das Bündnis „NOlympia“ lehnt diesen Plan aber ab. In einer Pressekonferenz äußerten sie heute ihre Argumente.

    Keine Olympischen Spiele in München: Das ist das Bündnis

    Für das Ziel, Olympische Spiele in München zu verhindern, haben sich mehrere Gruppen zusammengeschlossen. Aus der Politik lehnen die Parteien „Die Linke“ und ÖDP, die „Ökologisch-Demokratische Partei“ (ÖDP) eine Ausrichtung ab. Auch der Bund Naturschutz in Bayern und der Bund Münchner Bürgerinitiativen (BMBI) schließen sich der Kritik an. Als Ausreißer innerhalb seiner Partei spricht sich auch der Grünen-Politiker und vierte Vizepräsident des bayerischen Landtages, Ludwig Hartmann, offen gegen eine olympische Neuauflage aus.

    Hartmann spreche nicht für die gesamte Grünen-Partei, heißt es. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte er, dass er sich als Abgeordneter früh gegen die Ausrichtung entschieden habe.

    „NOlympia“: Das sind die Argumente dagegen

    Das Bündnis kritisiert vor allem, dass das sportliche Großevent nicht nachhaltig sei. Anders als die Stadt München, glaubt „NOlympia“ nicht daran, dass bestehende Sportstätten der Landeshauptstadt bei einer erneuten Ausrichtung genutzt würden. Ein Beispiel dafür sei aus Hartmanns Sicht die Olympia-Schwimmhalle, die für die Spiele 1972 gebaut wurde. Nach heutigen Standards wäre diese für olympische Wettkämpfe zu klein - um zwei Bahnen. Deswegen müsste eine neue Halle errichtet werden.

    Die Olympische Bewerbung von München wird aus der Politik, Gesellschaft und seitens Naturschutzbünden kritisiert.
    Die Olympische Bewerbung von München wird aus der Politik, Gesellschaft und seitens Naturschutzbünden kritisiert. Foto: Michael Kappeler, dpa (Symbolbild)

    Außerdem befürchtet das Bündnis ein Verkehrschaos in München. Vor allem zu Laufwettbewerben wie Triathlon oder Marathon werden zahlreiche Straßen der Austragungsstädte gesperrt. Eine Zumutung für die Münchner Bürger findet das Bündnis. Ebenso sei der Wohnungsmarkt von den negativen Folgen der Ausrichtung betroffen. Stefan Jagel, Fraktionschef der Linken im Münchner Stadtrat, findet ein Beispiel in Paris. Die französische Hauptstadt hatte im vergangenen Jahr die Sommerspiele ausgetragen. Laut Jagel seien die 4000 neu entstandenen Wohnungen nicht zu Sozialwohnungen, sondern zu überteuerten Wohneinheiten geworden.

    Insgesamt sieht das Bündnis laut Florian Kaiser, umweltpolitischer Ansprechpartner des Bundes Naturschutz in Bayern, „enorm negative Folgen für die Stadt“, sollte München die Ausrichtung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 zugesprochen bekommen. Die ÖDP spricht von „unkalkulierbaren Kosten“, die bei der Austragung entstehen würden. Dieses Geld, so die Partei, würde dann „bei Schulen, Kitas, Kultur und Naherholung fehlen.“

    Ein weiterer Kritikpunkt: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sei der einzige Beteiligte, der von Olympischen Spielen finanziell profitiere. Hartmann geht von Sonderzugeständnissen für die Organisation aus: „Das IOC lässt sich im Vertrag reinschreiben, keine Körperschaftssteuer zahlen zu müssen auf die Gewinne. Die Gewinne landen beim IOC, die Verluste trägt die öffentliche Hand.“

    Der Olympiapark in München wurde 1972 gebaut.
    Der Olympiapark in München wurde 1972 gebaut. Foto: Sven Hoppe, dpa (Archivbild)

    Olympische Spiele in München: Das sind die Argumente dafür

    Aus Sicht des Münchner Stadtrates und der bayerischen Staatsregierung seien diese Sorgen unbegründet. Die Bewerbung hat die Stadt am 31. Mai beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) unterstützt die Bewerbung.

    Die Stadt München spricht in ihrer Bewerbung davon, dass so schneller wichtige Projekte der Stadtentwicklung umgesetzt würden und München insgesamt wirtschaftlich von den Spielen profitiere. Bayerns Sportminister Joachim Herrmann (CSU) bekräftigt die Ziele der Stadt. Gegenüber dem Bayerischen Rundfunk sagte er, die Bewerbung „stärke den Sport insgesamt und trage zur internationalen Wahrnehmung Bayerns bei“. Die Vorwürfe des Bündnisses „NOlympia“ wies er ab. Nachhaltige Spiele seien in München möglich, die vorhandenen Sportstätten würden genutzt werden können.

    Dem stimmt Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) zu. Auch er nennt die bisher letzten Olympischen Spiele in München als Positivbeispiel. Die Stadt habe mit dem Olympia-Gelände von 1972 eine enorme Grünfläche dazugewonnen. Außerdem beziehe sich der positive Effekt nicht nur auf den Bereich der Nachhaltigkeit, sondern habe auch eine soziale Komponente. Ähnlich sprachen sich auch bayerische Spitzensportler wie Felix Neureuther und Josia Topf aus.

    Die Sportstätten von 1972 sollen möglichst auch bei den kommenden Olympischen Spielen genutzt werden.
    Die Sportstätten von 1972 sollen möglichst auch bei den kommenden Olympischen Spielen genutzt werden. Foto: Fabian Stoffers, Olympiapark München GmbH/dpa (Archivbild)

    Ablehung von Olympia: München ist kein Einzelfall

    Dass die Olympischen Spiele nicht immer auf Begeisterung stoßen, ist kein Münchner Phänomen. Der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) kritisiert alle deutschen Bewerbungen. Neben München wollen auch Berlin, Hamburg und die Region Rhein-Ruhr das Sportevent zu sich holen. Die entsprechenden Landesverbände des BUND haben Bedenken. In einer Mitteilung Anfang August hieß es: „Die Folgen für Mensch und Natur, für Klima, Stadtentwicklung, Wohnungsmarkt, Verkehr und andere Bereiche wären größtenteils negativ“.

    Ebenso wurden vergangene Spiele weltweit kritisiert. Auch die Winterspiele in Peking wurden von Protesten begleitet. Umweltschützer zweifelten an, dass nachhaltige Spiele in einer Region gelingen würden, die vor allem aus geografischen Gründen nicht für Wintersport bekannt ist. In Rio de Janeiro führten die Sommerspiele von 2016 zu Protesten durch Umweltschützer sowie der Bevölkerung.

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