Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis geht in die nächste Phase der WM-Vorbereitung an und hat dafür seinen Kader benannt. Stürmer Alexander Blank von den Augsburger Panthern ist weiterhin im Rennen um ein Ticket für die Eishockey-Weltmeisterschaft ab Mitte Mai in Zürich und Fribourg (Schweiz).
Münchner Wagner sorgte mit überhartem Check für Schlagzeilen
Kreis hat seine Mannschaft auf sieben Positionen verändert. Lediglich im Tor gibt es gegenüber Phase eins und zwei keine personellen Wechsel. Dominik Kahun (Lausanne HC) stößt wie geplant zum Team; von den Kölner Haien kommen Dominik Bokk, Jan Luca Sennhenn und Parker Tuomie hinzu. Vom EHC Red Bull München wurden Maximilian Kastner, Phillip Sinn und Fabio Wagner nominiert.
Mit Fabio Wagner steht ein Spieler im Aufgebot, der in den Play-offs für Schlagzeilen gesorgt hat. Wagner hatte in der Saison 2024/25 noch für den ERC Ingolstadt gespielt und hatte dort die Kapitänsrolle inne. Zur laufenden Saison war der Verteidiger zum EHC Red Bull München gewechselt. Es lief die letzte Spielminute eines Viertelfinal-Spiels in Ingolstadt. Das ohnehin schon sehr hart geführte Spiel vier der Serie zwischen dem ERC Ingolstadt und dem EHC München fand seinen negativen Höhepunkt. Die Partie war beim Stande von 7:2 für den ERCI längst entschieden, als Münchens Fabio Wagner an der blauen Linie ohne Chance auf die Puckeroberung Edwin Tropmann auf dem offenen Eis checkte. Der Ingolstädter verlor bei dem heftigen Zusammenprall seinen Helm und blieb auf dem Eis bewusstlos liegen. Der gefoulte Spieler trug glücklicherweise keine schwere Verletzung davon.
Wagner wurde im Nachgang vom Disziplinarausschuss der Deutschen Eishockey Liga wegen eines Verstoßes gegen Regel 48 (Check gegen den Kopf- und Nackenbereich) in der Begegnung gegen den ERC Ingolstadt am 31. März für 14 Spiele gesperrt, ein außergewöhnlich hohes Strafmaß in der DEL. „Der Check wurde extrem rücksichtslos und ohne spieltaktischen Zweck ausgeführt“, argumentierte der Disziplinarausschuss in seiner Begründung.
Wagner durfte bis zum Ende der diesjährigen Playoffs um die deutsche Meisterschaft nicht mehr zum Einsatz kommen. Zudem erhielt der 30-jährige Spieler eine Geldstrafe. Die Münchner kamen zwar gegen Ingolstadt weiter. Im Halbfinale scheiterte der EHC jedoch an den Adlern Mannheim.
DEB-Vorstand Künast über den Fall Wagner
Zu Wagners Nominierung äußerte sich DEB-Sportvorstand Christian Künast: „An seinen sportlichen Qualitäten gibt es keinen Zweifel. Das bestätigen seine 100 Länderspiele für die Nationalmannschaft, in denen er stets eine wichtige Stütze für uns war. Den Vorfall in den Playoffs haben wir in Gesprächen mit Fabio, der DEL und allen Beteiligten aufgearbeitet. Auf dieser Grundlage haben wir im Verband gemeinsam entschieden, ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Beitrag für die Nationalmannschaft zu leisten.“
Bundestrainer Harold Kreis hat die erwarteten Kaderanpassungen vorgenommen und geht mit drei Torhütern, acht Verteidigern und 14 Stürmern in die beiden Länderspiele gegen Österreich. Die Partien finden am Donnerstag, den 30. April, um 19 Uhr in Zell am See (Österreich) sowie am Samstag, den 2. Mai, um 17 Uhr in Garmisch-Partenkirchen statt. Für die Nationalmannschaft beginnt die dritte Woche der Vorbereitung. Nicht mehr vertreten ist dagegen Verteidiger Fabrizio Pilu. Der Abwehrspieler der Augsburger Panther hatte im Testspiel am vergangenen Samstag den Siegtreffer zum 2:1 gegen die Slowakei erzielt. Der Endstand im Curt-Frenzel-Stadion lautete 3:1.
Für Diskussionen hatte auch eine Szene aus dem ersten Finalspiel zwischen Berlin und Mannheim gesorgt. Eisbären-Verteidiger Kai Wissmann checkte hart gegen Adler-Abwehrspieler Leon Gawanke. Ein Nationalspieler fuhr den anderen Nationalspieler nahe der Bande rüde über den Haufen. Gawanke wurde benommen vom Eis geführt. Für Wissmann war die Partie mit fünf Strafminuten plus einer Spieldauer-Disziplinarstrafe vorzeitig beendet. Tags darauf entschied der Disziplinarausschuss der Liga, dass das Verfahren gegen Wissmann eingestellt wird. Beide Nationalspieler standen sich im zweiten Play-off-Spiel wieder auf dem Eis gegenüber.
Auf den Vorfall angesprochen meinte DEB-Sportdirektor Künast: „Du weißt in dem Moment nicht, mit wem du um die Scheibe kämpfst.“ Der ehemalige Torwart erzählte anschließend mit einem Augenzwinkern „ein ganz brutales Beispiel“ aus seiner aktiven Zeit: „Mein Schwager hat mich zusammengefahren hinter dem Tor und hat zwei plus zwei Strafminuten bekommen. Ich habe seine Schwester geheiratet.“ Der Schwager von Christian Künast ist der frühere NHL-Profi, ehemalige deutsche Nationaltrainer und jetzige Chefcoach der Boston Bruins, Marco Sturm.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren