Ein Tor und eine Vorlage in drei Länderspieleinsätzen – die Ausbeute von Alexander Blank kann sich sehen lassen. Zumal der 24-Jährige (noch) nicht zum Stammpersonal der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft zählt. Im dritten Test am Donnerstagabend gegen die Slowakei feierte die Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis mit dem 3:1 den ersten Sieg in der WM-Vorbereitung.
Mit dem Start gegen die Slowaken war Blank ebenso wie sein Trainer nicht einverstanden. Nicht nur, weil der Gegner mit einer 1:0-Führung in die erste Drittelpause gegangen war. „Wir sind nicht so gut ins Spiel gestartet und haben im ersten Drittel schlecht gespielt“, kritisierte der Stürmer der Augsburger Panther.
Bundestrainer Kreis findet nach schwachem Start die richtigen Worte
Kreis fand in der ersten Pause die richtigen Worte für seine Mannschaft. Das Team kam wie verwandelt aus der Kabine. „Die Slowaken waren heute ein wenig flinker, dann müssen wir unsere Stärken umsetzen“, sagte der Chefcoach und lobte sein Team: „Ich stufe die letzten 40 Spielminuten als positive Reaktion auf ein erstes Drittel ein, in dem wir zu kompliziert gespielt haben. Danach haben wir bei den Slowaken Ungenauigkeiten provoziert und sie unter Druck gesetzt. So haben wir uns unsere Chancen erarbeitet und die Tore geschossen.“ Nach dem 0:1 drehten die Gastgeber vor 2426 Zuschauern in Kaufbeuren mit den Toren von Elis Hede (21.), Nino Kinder (29.) und Daniel Fischbuch (45.) das Spiel. Viel wichtiger als die Tore sei für Kreis gewesen, dass das Nationalteam das Spiel gestaltet habe: „Wir sind eine Mannschaft, die mit der Scheibe umgehen kann.“
Zum 3:1 in Überzahl gab Blank eine Vorlage. Zuvor hatte er gegen Tschechien einmal getroffen. Der Topscorer der Augsburger Panther (19 Tore/28 Vorlagen) erhält viel Verantwortung. Seine Reihe mit dem Iserlohner Fischbuch und Samuel Dove-McFalls aus Nürnberg durfte auch im Powerplay ran. Der gebürtige Krefelder muss einen großen Nachteil ausgleichen. Die Pause zwischen den letzten Punktspielen mit den Panthern und den ersten Testeinsätzen mit der Nationalmannschaft betrug vier Wochen. Rhythmus und Spielpraxis gingen komplett verloren.
AEV-Torjäger muss seinen Rhythmus finden
Der Außenstürmer trainierte in seiner Heimatstadt Krefeld im Kraftraum oder in Augsburg auf dem Eis. „Wenn man einen Monat nur ab und zu mal auf dem Eis stand und dann auch immer nur zu zweit, zu dritt, ohne Torwart, ist es natürlich schwierig. Sich fit zu halten geht immer, aber die Spielsituation kannst du nicht kreieren“, sagte Blank nach seinem dritten Testspiel-Einsatz. Zumal das Tempo auf internationalem Niveau noch ein wenig höher ist als in der Deutschen Eishockeyliga. Mittlerweile habe er sich aber an die gestiegenen Anforderungen gewöhnt.
Blank hofft am Samstag im Curt-Frenzel-Stadion erneut gegen die Slowakei auf eine weitere Bewährungsprobe. Sicher ist noch lange nicht, ob der AEV-Profi vor seiner Heimkulisse auflaufen darf. Denn auf solche Befindlichkeiten nimmt der Bundestrainer keine Rücksicht. Das war beim 1:3 gegen die Slowaken am Donnerstagabend zu sehen. Das Brüderpaar Johannes und Philipp Krauß, das in Kaufbeuren geboren ist, durfte zwar zum Heimatbesuch reisen. Am Abend nahmen die Angreifer jedoch auf der Tribüne Platz.
Darf sich Neuzugang Krauß vor dem Panther-Publikum zeigen?
Darauf angesprochen meinte der Bundestrainer: „Es war mir bewusst, dass sie hier aus Kaufbeuren kommen. Aber dafür durften sie unabhängig von der Mannschaft früher hinreisen und Zeit mit der Familie verbringen. Wir suchen den Kader nicht aufgrund der Hometown Guys aus.“ Neue Spieler wie Alexander Karachun seien kurzfristig zur Mannschaft gestoßen. Den gebürtigen Weißrussen von den Schwenninger Wild Wings wollte der Bundestrainer im ersten Slowakei-Spiel im Einsatz sehen.
Vielleicht darf Philipp Krauß, der zur kommenden Saison vom ERC Ingolstadt zum AEV wechselt, am Samstag an seinem neuen Arbeitsplatz im Curt-Frenzel-Stadion sein Können zeigen. Auch Johannes Krauß könnte ab 17 Uhr gegen die Slowaken wieder eine Chance bekommen. Seinen Transfer von Ingolstadt zu den Iserlohn Roosters verkündete mittlerweile sein neuer Klub.
Vor den Männern treffen die deutschen Frauen ab 13.30 Uhr auf die Schweiz. Bundestrainer Jeff MacLeod gönnt erfahrenen Nationalspielerinnen eine Pause und nutzt die Partien, um junge Kräfte zu sichten. Das erste Duell mit den Schweizerinnen in Kaufbeuren gewann die DEB-Auswahl mit 5:1. Nach dem Augsburg-Match ist für die Frauen die Saison beendet. Bei den Männern wird der Kampf um die Plätze im WM-Kader erst richtig spannend.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren