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Patrick Ittrich beendet seine Schiedsrichterkarriere: Nach zehn Jahren Bundesliga ist Schluss

Fußball-Bundesliga

Polizist, Autor, Lebensretter - Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich beendet Karriere

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    Patrick Ittrich pfeift seit zehn Jahren in der Bundesliga: Nach dieser Saison ist Schluss.
    Patrick Ittrich pfeift seit zehn Jahren in der Bundesliga: Nach dieser Saison ist Schluss. Foto: Uwe Anspach, dpa

    Der langjährige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich wird nach der laufenden Saison seine Karriere beenden. Das teilten der Deutscher Fußball-Bund (DFB) und der Hamburger Referee gemeinsam mit. Nach fast 300 geleiteten Spielen im Profifußball zieht er damit einen Schlussstrich unter eine lange und bewegte Laufbahn.

    Trotz seiner Entscheidung macht Ittrich deutlich, wie sehr er seine Rolle auf dem Platz immer geschätzt hat. „Ich liebe es, auf dem Platz zu stehen, Spiele zu leiten und ein Teil des Sports zu sein“, erklärte der Schiedsrichter. Dennoch hätten ihn vor allem körperliche Gründe zu diesem Schritt bewegt. In den vergangenen Jahren musste er immer wieder mit Verletzungen kämpfen. „Ich war oft nicht gesund, jetzt bin ich es – und so aufzuhören, ist vielleicht viel besser“, sagte Ittrich im Gespräch mit dem NDR.

    Neben den gesundheitlichen Aspekten spielte auch sein persönliches Gefühl eine wichtige Rolle. „Seit Monaten bin ich fit, leite die Spiele gut, merke eine hohe Akzeptanz in den Stadien – und ich glaube, das ist jetzt einfach ein guter Zeitpunkt“, erklärte er.

    Ittrich gehört seit rund zehn Jahren zum Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter und leitete in dieser Zeit insgesamt 90 Spiele in der Bundesliga. Darüber hinaus kam er auch regelmäßig in anderen Wettbewerben zum Einsatz. Seit 2009 pfiff er fast 100 Begegnungen in der 2. Bundesliga sowie insgesamt 18 Partien im DFB-Pokal. Insgesamt sammelte er damit fast 300 Einsätze im deutschen Profifußball.

    Von Verletzungen immer wieder ausgebremst

    Seine Karriere war jedoch immer wieder von schweren Verletzungen geprägt. Gleich drei Kreuzbandrisse sowie zuletzt ein Muskelbündelriss warfen ihn mehrfach zurück. Nach einer langen Pause von 17 Monaten kehrte er in der Hinrunde der aktuellen Saison in die Bundesliga zurück. Sein Comeback gab er im Oktober beim 2:2 zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim.

    Dass er trotz dieser Rückschläge so lange auf höchstem Niveau pfeifen konnte, sieht Ittrich selbst als großen persönlichen Erfolg. „Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft“, sagte er rückblickend. Gerade deshalb sei sein Entschluss, die aktive Laufbahn zu beenden, nicht leicht gefallen. Für ihn sei es „die schwierigste Entscheidung, die ich je im Fußball getroffen habe“.

    Buchautor und Lebensretter

    Neben seiner Tätigkeit als Schiedsrichter arbeitet der 47-Jährige hauptberuflich als Polizeibeamter. Über die Parallelen zwischen beiden Berufen schrieb er im Jahr 2020 sogar ein Buch. Konflikte moderieren, Regeln durchsetzen und in schwierigen Situationen ruhig bleiben – Fähigkeiten, die sowohl im Polizeidienst als auch auf dem Fußballplatz gefragt sind.

    Besondere Aufmerksamkeit erhielt Ittrich auch durch eine Szene während eines Bundesligaspiels im März 2024. Damals leistete er dem Spieler Josuha Guilavogui schnelle erste Hilfe, nachdem dieser bewusstlos geworden war und seine Zunge verschluckt hatte. Ittrich brachte ihn in die stabile Seitenlage und verhinderte damit möglicherweise eine lebensgefährliche Situation.

    Große Wertschätzung vom DFB

    Auch beim DFB wird sein Abschied mit großem Respekt aufgenommen. Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH, spricht in den höchsten Tönen von Ittrich „Er ist eine spezielle Persönlichkeit mit ganz eigenen Kommunikationsfähigkeiten. Seine erfolgreichen Spielleitungen sind geprägt von hoher Akzeptanz und Nahbarkeit bei den Spielern, Offiziellen und Fußballfans.“

    Kircher betonte zudem, dass Ittrich nicht nur wegen seiner Leistungen auf dem Platz geschätzt werde. Kaum jemand verkörpere den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick Ittrich. Gleichzeitig habe er mit seiner lockeren Art stets für eine gute Atmosphäre im Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter gesorgt.

    Die letzten Spiele genießen

    Für seine letzten Einsätze wünscht sich Ittrich selbst vor allem eines: die verbleibende Zeit bewusst zu genießen. „Spiele mit hoher Verantwortung können natürlich einen kleinen Knick geben, wenn man diese dann nicht so gut leitet, wie man sich das vorstellt“, erklärte er. Dennoch wolle er „die letzten zwei, drei Spiele auf dem Platz noch einmal sehr genießen“.

    Ganz vom Fußball verabschieden will sich Ittrich allerdings nicht. Auch nach seinem Karriereende möchte er dem Sport verbunden bleiben. „Auch wenn ich nicht mehr pfeifen werde, bleibe ich dem Fußball erhalten. Ich freue mich auf alles, was kommt.“ Damit endet zwar bald seine Zeit als aktiver Bundesliga-Schiedsrichter – seine Leidenschaft für den Fußball jedoch bleibt bestehen.

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