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Skispringen: Eine Nordische Ski-WM ganz ohne Bauchgrummeln

Skispringen

Eine Nordische Ski-WM ganz ohne Bauchgrummeln

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    Fans sehen sich das Halbfinale beim Langlauf-Sprint der Damen bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Planica an.
    Fans sehen sich das Halbfinale beim Langlauf-Sprint der Damen bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Planica an. Foto: Dominik Berchtold

    Enzo Smrekar, der Organisationschef der Nordischen Ski-WM im slowenischen Planica macht keinen Hehl daraus: Vor genau zwei Jahren, als er bei der Schlusszeremonie im menschenleeren Oberstdorfer Schattenberg-Stadion symbolisch die Flagge des Internationalen Skiverbandes übernommen hat, da habe ihn großes Bauchgrummen geplagt. "Corona hat uns alle hochgradig verunsichert“, sagt er.

    Nordische Ski-WM ist größtes Sportereignis der Geschichte Sloweniens

    Keiner wusste, wie lange sich die Pandemie ziehen würde, der kostspielige Vertrag mit dem Internationalen Skiverband war längst unterzeichnet – nach zuvor drei misslungenen Bewerbungen. Und zuhause in Slowenien schlugen sie die Hände über den Köpfen zusammen beim Gedanken, ebenfalls eine WM ohne Zuschauer ausrichten zu müssen.

    Was in der Zwischenzeit passiert ist, lässt sich auch an der Stimmung von Enzo Smrekar am Montagabend bei der Eröffnungsfeier ablesen. Nicht nur er, sondern mit ihm gut 2000 Besucher auf der Medals Plaza gleich neben den Alpinhängen von Kranjska Gora, strahlen vor Glück und Zuversicht, das größte Sportereignis in der Geschichte Sloweniens ohne Störungen über die Bühne zu bekommen – und die WM zu einem vollen Erfolg werden zu lassen. Dazu passt, dass strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und reichlich gebunkerter Natur- und Kunstschnee die Sportstätten im acht Kilometer entfernten Planica-Tal in einem WM-würdigen Glanz erstrahlen lassen.

    600 Sportler und Sportlerinnen aus 66 Nationen nehmen an der Nordischen Ski-WM teil

    Es kann losgehen mit den Titelkämpfen, bei denen 600 Sportlerinnen und Sportler aus 66 Nationen um insgesamt 141 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen kämpfen. 24 Entscheidungen stehen in den nächsten anderthalb Wochen auf dem Programm, die ersten beiden am Donnerstag mit den Sprint-Entscheidungen der Langläuferinnen und Langläufer sowie der ersten Medaillenvergabe beim Skispringen der Frauen von der Normalschanze, bei dem die Oberstdorferin Katharina Althaus zu den Favoritinnen zählt.

    Ein Überblick der drei Disziplinen – auch aus Sicht des Deutschen Skiverbandes – und wie sich die Verhältnisse seit der Heim-WM in Oberstdorf verschoben haben.

    Deutschland hat im Langlauf nur bescheidene Chancen

    • LANGLAUF Ähnlich wie bei der Biathlon- und Alpin-WM werden vermutlich auch auf bei den Siegerehrungen in Kranjska Gora mehrheitlich die norwegischen Fahnen aufgezogen. Auch wenn die vierfache Oberstdorf-Weltmeisterin Therese Johaug nicht mehr dabei ist: Norge stellt im Langlauf das mit Abstand stärkste Team. Klaebo, Golberg und die Weng-Zwillinge werden bei der Vergabe von Edelmetall ein gehöriges Wörtchen mitreden.

    Und die Deutschen? Sind bescheiden. Bundestrainer Peter Schlickenrieder wäre zufrieden, wenn alle ihre persönlich beste Leistung abrufen könnten. In Oberstdorf waren die Staffeln (Frauen auf Platz vier, Männer auf Platz sieben) noch am erfolgreichsten. Bei Olympia 2022 sind aber bekanntlich die "Pfannen heiß geworden“ (O-Ton von ARD-Reporter Jens-Jörg Rieck) und die Erwartungen an das deutsche Gold-Duo Victoria Carl und Katharina Hennig gestiegen. Schlickenrieder dämpft die Erwartungen: Eine Wiederholung des Coups von Peking sei nahezu ausgeschlossen.

    Im Skispringen ruhen die deutschen Hoffnungen auf Andreas Wellinger und Karl Geiger

    SKISPRUNG Lokalmatador Karl Geiger war in Oberstdorf mit vier Starts und vier Medaillen der große Held. Auch das lässt sich schwer toppen. Aber anders als bei der Vierschanzentournee ist das Team von Bundestrainer Stephan Horngacher wieder in Schlagdistanz zur Spitze. Ein wiedererstarkter Andreas Wellinger (zuletzt drei Siege im Weltcup) und ein stabiler Karl Geiger lassen hoffen – vor allem auch für die Team- und Mixedwettbewerbe. Hier wird auch Katharina Althaus ihr Scherflein beitragen. Die aktuelle Form der Oberstdorferin macht sie zur Mitfavoriten auf beiden Schanzen. Und den Druck des Heimvorteils hat diesmal die Slowenien Ema Klinec.

    NORDISCHE KOMBINATION Der Generationswechsel ist vollzogen. Bundestrainer Hermann Weinbuch zählt bei seiner definitiv letzten Saison auf die beiden Oberstdorfer Zimmerkollegen Julian Schmid und Vinzenz Geiger. Die Routiniers Eric Frenzel und Johannes Rydzek werden die Staffel vervollständigen, die den Norwegern auf den Zahn fühlen will. Bei den Frauen hat lediglich Nathalie Armbruster, 17, Außenseiterchancen.

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