Etwas wiederholen zu müssen, bereitet nicht ausschließlich Spaß. Erledigt ist oft erledigt. Felix Hoffmann hatte am Montagabend seine Runde an den Kameras und Aufnahmegeräten vorbei weitgehend hinter sich gebracht, als er überrascht wurde. Mit dem Aufrücken auf Rang drei im ersten Springen der Vierschanzentournee.
Das bedeutete für den 28-Jährigen zum einen die Teilnahme an der Siegerehrung, zum anderen aber auch ein erneutes Treffen mit den Medien. Denn plötzlich durfte er darüber sprechen, wie sich so ein Podestplatz bei der Vierschanzentournee anfühlt. Damit hatte Hoffmann selbst nicht gerechnet. Und brachte natürlich andere Erkenntnisse als der zuvor vierte Rang, über den er zunächst gesprochen hatte.
Hoffmann war Deutschlands bester Springer in Oberstdorf. Mit Rang drei, was Beleg einer starken Leistung ist. Mit Kuhglockengeläut waren er und seine Kollegen nach dem Springen im Teamhotel in Fischen empfangen worden. Ein Podestplatz muss entsprechend gefeiert werden.
Hoffmann und Raimund sind die Hoffnungsträger
Hoffmann ist nun der Hoffnungsträger. Hätte vor der Saison auch kaum einer mit gerechnet. Hoffmann hatte sich bis dahin nicht in den Vordergrund gesprungen. Andreas Wellinger, Karl Geiger oder zuletzt Pius Paschke hießen die deutschen Topspringer. Weil diese Routiniers aber verstärkt in einer Krise stecken, braucht es neue Helden. Hoffmann eben oder Philipp Raimund.
Die beiden müssen nun versuchen, aus deutscher Sicht die Spannung bei der Tournee hochzuhalten. Seit 2002 wartet das deutsche Team auf einen Gesamtsieger beim Skisprungspektakel zwischen den Jahren. Dass es in diesem Jahr klappen wird, ist ähnlich wahrscheinlich wie ein Silvester ohne Böllern. Weil das Skispringen beinahe in jedem Jahr einen Dominator erlebt, der den anderen weit voraus ist.
Prevc springt gerne mit offenen Schuhen
In diesem Winter ist das Domen Prevc. Seine Flugshow in Oberstdorf war beeindruckend wie seine Eigenart, beim Springen die Skischuhe offenzulassen. Seit Karrierebeginn vertraut der Slowene auf diesen Trick. Verboten ist er nicht. Mit einer Disqualifikation muss er deswegen also nicht rechnen. Anders als sein Kollege Timi Zajc, dessen um drei Millimeter zu kurzes Bein am Skisprunganzug zu einem nachträglichen Ausschluss führte. Und Hoffmann den Weg aufs Podest ebnete.
Dort hatte sich der 28-Jährige am Montagabend sichtlich wohlgefühlt. Ginge es nach ihm, könnte es zu einer Wiederholung kommen. Womöglich schon an Neujahr, wenn sich die Skisprungelite zum ersten Springen des kommenden Jahres trifft. Mit Hoffmann und Raimund als deutschen Hoffnungsträgern.
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