Seit Jahren heißt es, Fußballer sind in Interviews zu professionell, zu glatt, zu langweilig geworden. Medienprofis trainieren sie zur perfekten Antwort, mit mehr Gerede und weniger Inhalt. Wenn doch mal jemand einen Spruch locker aus der Hüfte schießt, ist das Interesse groß. So jemanden findet man zum Beispiel in Sandro Wagner, dem neuen Trainer in Augsburg. Oder man schaltet vor dem Deutschlandspiel in der Nations-League am Mittwoch das ZDF an, wo ein fröhlicher Julian Nagelsmann von seinem Hintern spricht. Oder zumindest von dem Aufsatz, den er in der Schule seinem allerwertesten Körperteil widmete – und dafür einen Preis gewann.
Nagelsmann gewann Preis für Deutschaufsatz über seinen Hintern
Die Wendung hatte Moderator Jochen Breyer sicher nicht kommen sehen, als er die unschuldige Frage stellte, was das Tollste sei, das der Nationaltrainer in seinem Leben gewonnen hatte. Er habe mal einen Wettbewerb mit einem Deutschaufsatz gewonnen, fing der DFB-Coach an zu erzählen. „Da mussten wir über einen Körperteil schreiben, und ich habe über meinen Popo geschrieben, der sich nach dem Sport nicht so gut anfühlt“, sagte Nagelsmann. Schmunzelnd fügte er hinzu, dass er seine Auszeichnung bis heute nicht verstanden habe.
Nach dem Halbfinal-Spiel war Nagelsmann dann nicht mehr zu einer lustigen Anekdote zumute. Die Portugiesen hatten seinem Team mit einem 2:1-Sieg den Finaleinzug in der Nations-League verwehrt. Ein Tritt in den Hintern kann man sagen. Aber auch ein Signal, denn nur wer sich den Allerwertesten aufreißt, gewinnt am Ende Preise. Vielleicht kann Nagelsmann schon nächstes Jahr die Frage nach dem tollsten Preis anders beantworten.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren