Wenn einem Handballer nachgesagt wird, dass er eine „linke Klebe“ hat, dann ist das eine Auszeichnung. Das bedeutet, dass er mit der linken Wurfhand kräftig und platziert aufs Tor werfen kann. Renars Uszins zeichnet jedoch viel mehr aus. Bei der laufenden Handball-Europameisterschaft zählt der Bundesliga-Profi des TSV Hannover-Burgdorf trotz seiner Jugend von 23 Jahren zum Stamm der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason.
Großes Talent hat sich früh gezeigt
Sein Talent war in Handball-Kreisen schon lange bekannt. In verschiedenen Nachwuchsmannschaften fungierte der 1,89 Meter große Spieler auf der halbrechten Rückraumposition als Kapitän. Uscins führte die Auswahl-Mannschaften des Deutschen Handball-Bundes (DHB) 2021 zum Europameistertitel der U19-Junioren. 2021 folgte der Weltmeistertitel mit der U21. Bei beiden Turnieren wurde der Spieler ins All-Star-Team gewählt.
Im Alter von drei Jahren nach Deutschland
Urcins wurde in Cesis (Lettland) geboren und kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland. Welchen Sport sich der Bub aussuchen würde, war vorgezeichnet durch den Vater. Armands Uscins war lettischer Nationalspieler und später unter anderem Trainer der lettischen Handball-Nationalmannschaft. Bei der SG Kühnau begann der Sechsjährige Bälle zu werfen. 2015 folgte der Wechsel nach Magdeburg auf eine Sportschule. Seit seinem Debüt im April 2023 in der deutschen Auswahl zeigt seine Leistungskurve stetig nach oben.
Bereits bei der Heim-EM 2024 war Uscins mehr als nur ein zuverlässiger Back-up im rechten Rückraum. Es folgte ein erster Höhepunkt in seiner weiteren Entwicklung: Beim Olympia-Qualifikationsturnier im März 2024 war er in allen drei Partien erfolgreichster Schütze des Nationalteams und wurde jeweils zum „Man of the Match“ gekürt. Timo Kastening beschreibt seinen Teamkollegen: „Egal, ob du mit fünf führst, ob es unentschieden steht, ob du mit acht hinten liegst, du weißt immer, was du von ihm bekommst.“
Bei der aktuellen Handball-EM steuerte der 23-Jährige beim 30:28 der deutschen Mannschaft gegen Norwegen zwei Tore bei. Die erfolgreiche Reise geht weiter. Als nächste Aufgaben warten Dänemark (Montag, 20.30/ARD) und Frankreich (Mittwoch, 18 Uhr/ZDF). Nicht nur mit seiner „linken Klebe“, sondern auch mit seiner Übersicht im Rückraum wird Renars Uscins versuchen, seiner Mannschaft weiterzuhelfen, um ins Halbfinale vorzustoßen. Ein EM-Titel bei den „Großen“ würde sich in seiner Sammlung gut machen.
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