Startseite
Icon Pfeil nach unten
Sport
Icon Pfeil nach unten

Wie heißen die KSC-Ultras – und wofür stehen sie?

Karlsruher SC

Wie heißen die KSC-Ultras – und wofür stehen sie?

  • |
  • |
  • |
  • |
    Ultras des Karlsruher SC formieren sich in der Nähe des Wildparks. In Karlsruhe haben sich vier Ultragruppen zusammengeschlossen.
    Ultras des Karlsruher SC formieren sich in der Nähe des Wildparks. In Karlsruhe haben sich vier Ultragruppen zusammengeschlossen. Foto: Uli Deck, dpa (Archivbild)

    Jeder deutsche Profi-Verein hat seine Ultraszene, die eine ist größer und die andere kleiner. Doch eine Tatsache verbindet die Szenen: Ihre Mitglieder sehen sich als treueste Fans ihres Klubs. Die Ultras des Karlsruher SC haben eine lange Tradition und organisieren sich schon seit vielen Jahren weitgehend professionell. Was Ultras überhaupt sind, wie die Ultragruppe des KSC heißt, wie sie sich organisiert und wofür die KSC-Ultras stehen, erfahren Sie hier.

    Wer ist überhaupt ein Ultra?

    Die Wurzeln der Ultra-Bewegung liegen in Italien, wie der kicker erklärt. Dort schlossen sich in den 1950ern Fangruppen zusammen und nannten sich Ultras. Nach Deutschland kam die Bewegung erst in den 1990ern. Die erste große Ultragruppe waren hierzulande wohl die Fortuna Eagles, die noch heute die Ultras von Fortuna Köln darstellen.

    Das Wort „Ultra“ stammt aus dem Lateinischen und kann laut dem Langenscheidt-Wörterbuch mit „jenseits“, „weiter“, „über“, aber auch „extrem“ übersetzt werden. Das passt, denn die Ultras betrachten sich als so etwas wie die „Über-Fans“, eine Art Fan-Elite – und die Gruppierungen entpuppen sich in gewissen Situationen oft als extrem. Im kicker wird die Ultra-Gruppierung als Gemeinschaft von Fußballfans beschrieben, die bedingungslos hinter ihrem Verein stehen.

    Die Karlsruher Ultraszene scheint sich allerdings auf andere Art zu verstehen. „Ultra-sein im engeren Sinne ist keine Zugehörigkeit zu einer Gruppe, sondern vielmehr eine grundsätzliche Einstellung zum Fandasein. Wir Ultras lieben und leben unseren Verein, jedoch ohne uns in Abhängigkeit zu ihm zu begeben“, schreibt der Ultra-Zusammenschluss „Ultra1894“ auf seiner Website. Eine Definition des Begriffs solle gar nicht erst angestrebt werden, glauben die Ultras des KSC.

    Wie heißen die Ultras des Karlsruher SC?

    Vier Ultragruppen des Karlsruher SC haben sich im Jahr 2009 zusammengeschlossen. Aus den Phönix Sons 1999, Rheinfire 2002, Armata Fidelis 2003 und den Wild Boys 2004 wurde die Gruppe „ULTRA1894“, wie auf der Website der KSC-Ultras nachzulesen ist. Der Name leitet sich demnach von dem 1894 gegründeten KFC Phönix 1894 ab, der den Vorgängerverein des KSC darstellt.

    Die KSC-Ultras betonen, dass es sich bei ULTRA1894 nicht um eine eigenständige Gruppe handle. Der Zusammenschluss sei aber notwendig gewesen, um die Organisation und Kommunikation zu verbessern und einen engeren Zusammenhalt zu schaffen.

    Wofür stehen die KSC-Ultras – und wie viel Einfluss haben sie?

    „90 Minuten Fanatismus.“ Dafür möchten die KSC-Ultras nach eigenen Angaben stehen. Als Ziele werden auf der ULTRA1894-Website unter anderem ein fanatischer und lauter Wildpark bei den Heimspielen, eine lebendige und unabhängige Karlsruher Fanszene und ein Kampf gegen die Kommerzialisierung im Profisport genannt. Eine Zielsetzung, die sich mit vielen anderen Ultragruppen in Deutschland deckt. ULTRA1894 organisiert Veranstaltungen sowie Sonderzüge und Busse, um Fans die Fahrt zu Auswärtsspielen des KSC zu ermöglichen.

    Die Ultras des Karlsruher SC schreiben sich zudem auf die Fahnen, „ultra politisch“ zu sein. Immer wieder geben sie Stellungnahmen zu Entwicklungen innerhalb des KSC, aber auch im Profifußball allgemein ab. Bei Heimspielen machen sie durch Choreografien und Flyer auf ihre Themen und Meinungen aufmerksam. Wie viel Einfluss sie auf die Klubführung des KSC haben, ist kaum zu analysieren. Allerdings stehen die KSC-Ultras immer wieder in direktem Austausch mit Entscheidern des Karlsruher SC, wie die Badischen Neuen Nachrichten berichteten.

    Neben der Besinnung auf Traditionen und der Ablehnung jeder Form der Kommerzialisierung wehren sich die Ultras auch gegen schärfere Regeln im Stadion. Bei diesem Punkt wird die Diskussion kontrovers, denn Verschärfungen von Regelungen werden vor allem durch Zwischenfälle gerechtfertigt, die auf Ultra-Gruppierungen zurückzuführen sind. Es geht vor allem um Pyrotechnik und Gewalt im Fußballstadion, wie der BR berichtete.

    Auch die KSC-Ultras haben in der Vergangenheit immer wieder für negative Schlagzeilen gesorgt. So kam es etwa im Oktober 2025 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Ultras des Rivalen 1. FC Kaiserslautern, von denen unter anderem der SWR berichtete. Ultras des KSC hatten im Wildparkstadion versucht, sich Zutritt zum Gästeblock zu verschaffen, mehrere Menschen wurden verletzt. Außerdem verstoßen KSC-Ultras immer wieder gegen das Verbot von Pyrotechnik im Stadion.

    Übrigens: In der ersten Folge unseres neuen Formats KSC Komplett haben wir einen KSC-Akteur zum Spieler des Monats gewählt. Zudem haben wir einige Erkenntnisse zusammengetragen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren