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Inkontinenz: Wenn's plötzlich tröpfelt...

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Inkontinenz: Wenn's plötzlich tröpfelt...

Inkontinenz: Wenn's plötzlich tröpfelt...
Inkontinenz: Wenn's plötzlich tröpfelt...

Betroffen sind Abermillionen von Menschen, bei Frauen über 50 in Deutschland beinahe jede zweite. Die häufigste Form der Blasenschwäche ist die Belastungs- bzw. Stressinkontinenz. Man lacht, hustet oder bückt sich und es geht etwas Harn ab. Das geschieht so häufig, dass viele ältere Frauen diese Form der Blasenschwäche als geradezu normal betrachten.

Abnehmen als sinnvolle Behandlung

In schweren Fällen geschieht der kontrollierte Harnabgang schon bei unangestrengten Bewegungen. Bei Männern entsteht Belastungsinkontinenz in aller Regel durch Verletzung des Blasenschließmuskels bei Operationen. Typisch für ältere Männer ist die Überlaufinkontinenz, meist verursacht durch eine gutartige Prostatavergrößerung. Da hier die Blase nie ganz geleert werden kann, tröpfelt es dauernd nach. Schlimm für die Betroffenen ist die Dranginkontinenz, bei der der Harndrang sehr plötzlich und so stark auftritt, dass man die Toilette meist nicht mehr erreicht.

Besonders häufig unter Blasenschwäche leiden die Dicken. Abnehmen wäre also - theoretisch - eine sinnvolle Behandlungsmöglichkeit, gelingt aber nur selten. Was also lässt sich möglicherweise im Vorfeld tun, damit die peinliche Erkrankung gar nicht erst auftritt bzw. sich nicht verstärkt? Die Vorsorge beginnt schon mit der richtigen Toilettenerziehung der Kinder. Beim kleinsten Pippi-Gefühl zur Toilette rennen ist ebenso falsch wie das stundenlange Zurückhalten, nur weil die „richtige Toilette“ nicht erreichbar ist. Frauen sollten es außerdem während der Menstruation grundsätzlich vermeiden, schwerere Gewichte zu heben.

Training ist ein Muss

Die wichtigste Möglichkeit der Vorsorge und individuellen Behandlung leichter Inkontinenz ist das Training der Beckenbodenmuskulatur. Entsprechende Trainings werden bundesweit ständig angeboten. Das Problem dabei: Die meisten Menschen wissen gar nicht, wovon die Rede ist. Bei einer österreichischen Studie an 377 geriatrischen Patientinnen zwischen 65 bis 96 Jahren mit Harninkontinenzsymptomen zeigte sich, dass mehr als jede zweite nicht wusste, was der Beckenboden ist.

Dementsprechend waren sie nicht in der Lage, ihre Beckenbodenmuskulatur anzuspannen und zu entspannen. Genau diese Fähigkeit aber ist die Voraussetzung für diese spezielle Form des Muskeltrainings. Inkontinenz tritt aber keineswegs erst im Alter auf. Auch Frauen, die einer überwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen und sich auch sonst wenig bewegen, können sehr viel früher betroffen sein. Inkontinenz kann gleichfalls körperlicher Ausdruck einer Sexualstörung sein, so dass umgekehrt eine lustvoll gelebte Sexualität präventive Wirkung hat.

Auf Elektrolytehaushalt achten

Generell wirkt ausgiebige körperliche Bewegung insbesondere in fortgeschrittenen Jahren vorbeugend. Eine wichtige Untersuchung - und Therapie - bezieht sich auf Elektrolytstörungen im Alter, die Inkontinenz entstehen lassen oder verschlimmern. Dabei geht es hauptsächlich um das Verhältnis von Kalium, Natrium und/oder Kalzium im Körper und speziell im Blut und Zellstoffwechsel.

Blasenentzündung und Reizblase

Übrigens: Nicht mit Inkontinenz verwechseln sollte man Blasenentzündung und Reizblase. Die Blasenentzündung äußert sich durch ein Brennen oder Stechen beim Wasserlassen, einen viel zu häufigen Harndrang bei wenig Urinmenge, manchmal auch durch Schmerzen im Unterleib, Blasenkrämpfe und Inkontinenz. Blasenentzündungen müssen unbedingt behandelt werden. Komplikationen können bis zur Nierenbecken- und Nebenhodenentzündung führen.

Die Reizblase äußert sich durch häufigen Harndrang bei kleinen Urinmengen und manchmal leichten Schmerzen im unteren Bauchbereich. Bei der Reizblase lassen sich, anders als bei der Blasenentzündung, keine Erreger nachweisen. Vielmehr scheint es sich um eine fehlgeleitete Hirn-Blasen-Koordination zu handeln. Wirkungsvoll sind Kürbiskerne und Blasentraining. Ein Arztbesuch klärt ab, dass es sich nicht um eine beginnende Blasenentzündung handelt.

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