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FC Augsburg & Co.
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Heute ein Denkmal: das Rosenaustadion

Als das Augsburger Rosenaustadion unterhalb des Antonsviertels entstand, war es eine der modernsten Sportstätten Europas. Heute steht es unter Denkmalschutz.
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Als das Augsburger Rosenaustadion unterhalb des Antonsviertels entstand, war es eine der modernsten Sportstätten Europas. Heute steht es unter Denkmalschutz.
Foto: Sammlung Häußler

Vor 70 Jahren wurde das Rosenaustadion eröffnet. Lange Zeit war es die Heimat für den FC Augsburg. Was aus dem Denkmal heute geworden ist, erfahren Sie hier.

Es ist sicherlich nicht das schönste Augsburger Baudenkmal, bei Weitem nicht das älteste oder historisch bedeutsamste. Aber in keinem anderen wurde von so vielen Menschen so viel Herzblut vergossen, so viel geschwitzt und geflucht, gerannt und gejubelt wie im Rosenaustadion.

Nicht nur einmal hat der FC Augsburg, dessen Vorläuferverein BC Augsburg sein erstes Pflichtspiel am 9. März 1952 in der Spielstätte austrug, hier Aufstiege knapp verpasst. Älteren Semestern ist die Spielzeit 1973/74 noch in bittersüßer Erinnerung. Der FCA war gerade erst aus der drittklassigen Bayernliga aufgestiegen, da mischte er mit Italien-Rückkehrer Helmut Haller die Regionalliga Süd auf. Am Ende der Saison, in der 42.000 Zuschauer das Heimspiel gegen den Nürnberger Club besuchten und für einen Vereinsrekord sorgten, feierten die Rot-Grün-Weißen die Meisterschaft und scheiterten nur ganz knapp in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga.

FC Augsburg - vom Rosenaustadion in die Bundesliga

Wer etwas jünger ist, war vielleicht einer der 27.000 Zuschauer, die am 4. Juni 2005 im weiten Oval für ein ausverkauftes Haus sorgten. Damals führte der FCA gegen Jahn Regensburg bis kurz vor Schluss und wäre damit nach fast einem Vierteljahrhundert wieder in die 2. Liga zurückgekehrt. Doch dann rissen zwei späte Gegentore die Fans aus allen Träumen. „Dieser Tag ist mir wie kaum ein anderer lebhaft und in sämtlichen Schattierungen in Erinnerung geblieben“, erinnert sich Markus Krapf, der damals Geschäftsführer des Vereins war und heute die Sportbar 11er betreibt.

Sechs Jahres lang war das Rosenaustadion für Markus Krapf (rechts, mit dem Zweitliga-Aufstiegscoach Rainer Hörgl) seine berufliche Wirkungsstätte.
Foto: Uli Wagner

„Wir alle haben damals zum ersten Mal nach über 20 Jahren wirklich gesehen, wie sehr sich die Menschen in und um Augsburg danach sehnten, ihren FCA endlich wieder in einer angemessenen Kulisse im großen Fußballgeschäft erleben zu dürfen. Und obwohl dieses Spiel am Ende keinen guten Ausgang genommen hat, war der Schlusspfiff gleichzeitig ein Startschuss für das Fußballmärchen, welches in der folgenden Spielzeit mit dem souveränen Aufstieg begann und bis zum heutigen Tag anhält. Bei Spielern, Vereinsverantwortlichen und bei allen Fans wurde am 4. Juni 2005 diese ,Jetzt erst recht‘- und ,Kämpfen, Augsburg‘-Mentalität geboren, die den FCA bis heute Jahr für Jahr in der Ersten Bundesliga gehalten hat.“

Das Rosenau: Eines der schönsten Stadien Europas?

Natürlich hat die Rosenau auch ganz viel abseits des Fußballs erlebt. Eröffnet wurde die für ihre Zeit hochmoderne Sportstätte ab dem 16. September 1951. Höhepunkt einer ganzen Festwoche zur Einweihung war das Fußball-B-Länderspiel Deutschland gegen Österreich, mit 51.000 Zuschauern war das Rosenaustadion proppenvoll. Erbaut wurde es auf Kriegstrümmern. 700.000 Kubikmeter Schutt bildeten die Grundlage des Stadions, das auf Pläne zurückging, die der Architekt Thomas Wechs 20 Jahre zuvor entwickelt hatte.

Der erste Neubau einer großen Sportarena im Nachkriegsdeutschland sei „eines der schönsten Stadien Europas“, schrieb die Neue Zeitung anlässlich der Eröffnung. Und es wurde von Zuschauern und Sportlern ebenso begeistert angenommen. Nur ein paar Höhepunkte aus der Frühzeit des Rosenaustadions: Im August 1952 verfolgten 30.000 Besucher den Leichtathletik-Länderkampf gegen die Schweiz. Und im November bevölkerten dank stählerner Zusatztribünen 64.586 Zuschauer die Arena, als die deutsche Fußballnationalmannschaft gegen die Schweiz antrat und 5:1 gewann.

Fußball, Handball, Leichtathletik & olympische Spiele

Auch Feldhandball stand damals hoch im Kurs: Im August 1954 wollten etwa 40.000 Menschen das Länderspiel gegen Schweden sehen. Ein absoluter Rekord war der Leichtathletik-Länderkampf gegen die Sowjetunion. An zwei Tagen im September 1958 lösten 85.000 Zuschauer Tickets für das Stadion. Mit seinen Siegen über 5000 und 10.000 Meter wurde der Läufer Ludwig Müller zum „Helden von Augsburg“.

Sogar zu olympischen Ehren kam das Stadion an der Wertach: Hier wurden 1972 fünf Vor- und Zwischenrunden-Spiele des olympischen Fußballturniers ausgetragen. Und auch musikalisch ging es bisweilen zu, zwischen 1982 und 1997 gingen insgesamt fünf große Open-Air-Konzerte über die Bühne, bei denen unter anderem The Police, die Scorpions, BAP, Meat Loaf, Van Morrison oder Joe Cocker zu Gast waren.

Was aus dem Rosenaustadtion in Augsburg heute geworden ist

2009 zog der FC Augsburg in seine neue Arena im Süden der Stadt. Seitdem ist es deutlich ruhiger im Rosenaustadion geworden. Dass es nicht nur eine bewegte Vergangenheit, sondern auch eine Zukunft hat, ist klar, seitdem es im September 2014 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Was bleibt für den ehemaligen Funktionär Krapf? „Für mich war das altehrwürdige Rosenaustadion die Wiege aller sportlichen Augsburger Ambitionen und für sechs Jahre meine berufliche Wirkungsstätte. Hier wurde der Grundstein für die Erstliga-Zugehörigkeit des FCA gelegt. Das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Bauwerk ist weiterhin mein absoluter Lieblingsplatz und wenn man ganz leise ist, kann man dort immer noch den Jubel und das Ächzen vieler Generationen Augsburger Sportfans hören.“

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