Sie waren Metzger und Pferdehändler oder betrieben einen kleinen Kolonialwarenladen. Sie waren jüdische Mitbürger, die in Binswangen friedlich mit der Dorfgemeinschaft lebten. Die Bauers, die Schwarz und die Müllers holte schon lange vor der Reichspogromnacht 1938 die Schreckensherrschaft der Nazis ein. Sie spürten wie andere Juden allenthalben in Deutschland das heraufziehende Grauen an der totalen Veränderung ihrer Lebensbedingungen. Sechs Millionen Juden fielen neben den 50 Millionen Kriegstoten Hitlers Schergen zum Opfer. Unter ihnen Juden aus Binswangen, die Tür an Tür eine gute Nachbarschaft mit den anderen Dorfbewohnern gepflegt hatten und im Ersten Weltkrieg sogar als Soldaten kämpften. Einige konnten sich auf dramatische Weise noch ins Ausland, wie zum Beispiel nach Amerika, absetzen.
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