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Löhne: Metall-Tarifpartner wenden Arbeitskampf ab

Löhne

Metall-Tarifpartner wenden Arbeitskampf ab

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    Durchbruch bei den Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und den Arbeitgebern. Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhalten künftig mehr Geld.
    Durchbruch bei den Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und den Arbeitgebern. Die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhalten künftig mehr Geld. Foto: Oliver Berg (dpa)

    Den Tarifparteien in der Metall- und Elektroindustrie ist es nach hartem Ringen gelungen, einen unbefristeten Arbeitskampf abzuwenden. Es blieb bei zahlreichen Warnstreiks, also zeitlich begrenzten Protesten, die Firmen wirtschaftlich nicht so stark treffen.

    Vor dem in der Nacht zum Freitag in Köln getroffenen Abschluss stand die Drohung der IG Metall im Raum, auf ein neues Konzept von bundesweiten Tagesstreiks, die bis zu 24 Stunden dauern, zu setzen. Ein Insider sagte unserer Zeitung: „Das hat die Arbeitgeberseite kompromissbereiter gemacht.“ Hintergrund: Gerade mittelständische Metallbetriebe befürchteten, in solche für sie schmerzlichen Aktionen einbezogen zu werden. Für Tagesstreiks sind aus Sicht der Gewerkschaft keine Urabstimmungen notwendig. Die IG Metall wäre also nach dem Scheitern der Gespräche in der „Nacht der langen Messer“ von Köln fähig gewesen, die Lage rasch zu eskalieren.

    Doch in Nordrhein-Westfalen ist ein Pilotabschluss für 21 Monate gelungen, der schon im Laufe des Freitags in Bayern und Baden-Württemberg übernommen wurde. Demnach erhalten die bundesweit rund 3,8 Millionen Beschäftigten des wichtigsten Industriezweigs (Maschinenbau, Autobranche) in zwei Stufen insgesamt 4,8 Prozent mehr Gehalt, ab Juli zunächst 2,8 Prozent und von April 2017 an weitere 2,0 Prozent. Die erste Überweisung, eine Einmalzahlung von 150 Euro, ist bereits im Juni fällig. Beim letzten Tarifabschluss bekamen die Beschäftigten noch 3,4 Prozent mehr Lohn. Die Vereinbarung hatte eine Laufzeit von 15 Monaten. Dieser Kompromiss wurde aber gerade von mittelständischen Unternehmen mit nicht so üppigen Renditen wie Daimler und Porsche als viel zu hoch kritisiert. Die Firmen übten Druck auf die Verhandlungsführer der Metall-Arbeitgeber aus, unter keinen Umständen dürfe wieder bei 15 Monaten eine Drei vor dem Komma stehen. Eine schwierige Situation für den Arbeitgeber-Spitzenvertreter, Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger. Er und seine Experten öffneten, wie es im Tarif-Chinesisch heißt, „weit den Werkzeugkoffer“.

    Lohnsteigerung ab 1. Juli 2017

    Das bedeutet: Die Arbeitgeber setzten durch, dass der Abschluss nicht von allen Firmen eins zu eins übernommen werden muss. So können Unternehmen, die ihre Bilanzen gegenüber der Gewerkschaft offenlegen, eine Abweichung von den Regelungen nach unten für sich durchsetzen. Voraussetzung ist natürlich, dass sie sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Nach Darstellung der IG Metall dürfen Firmen, die ihre schlechte Ertragslage nachweisen können, die 150-Euro-Pauschale verringern oder deren Auszahlung verschieben. Das geht aber nur, wenn die Gewerkschaft zustimmt. Dulger ist überdies froh, dass unter diesen Bedingungen auch die zweite Tariferhöhung, die an sich ab April 2017 fällig wird, ganz oder teilweise erst später ausgezahlt wird, maximal drei Monate. Ab 1. Juli 2017 ist die zweiprozentige Lohnsteigerung dann aber fällig. Um solche komplizierten Kompromisse zu treffen, sind lange Verhandlungen notwendig, bei denen Arbeitgeber- wie Gewerkschaftsvertreter die richtigen Instrumente im Tarifkoffer zu finden versuchen.

    Nach dem Kölner Kompromiss war Dulger erleichtert. Gegenüber unserer Zeitung sagte er: „Für unsere Firmen hält sich die jährliche Belastung in erträglichen Grenzen.“ Die lange Laufzeit des Tarifvertrages halte den Betrieben in unruhigen Zeiten für erfreulich lange Zeit den Rücken frei. Auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann zeigte sich mit dem Erreichten zufrieden: „Die Beschäftigten bekommen eine deutliche Erhöhung ihrer Realeinkommen und damit einen fairen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg.“

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