Startseite
Icon Pfeil nach unten
Wirtschaft
Icon Pfeil nach unten

Achterbahnfahrt an der Börse: Jetzt schon Aktien kaufen?

Dax

Iran-Krieg lässt Börsen beben: Wie Anleger der Achterbahnfahrt begegnen können

  • |
  • |
  • |
  • |
    Ob es an der Börse weiter nach unten geht, dazu kursieren derzeit zwei Szenarien.
    Ob es an der Börse weiter nach unten geht, dazu kursieren derzeit zwei Szenarien. Foto: Andreas Arnold, dpa

    Es ist erst einige Wochen her, da markierte der deutsche Aktienindex Dax mit über 25.400 Punkten einen Allzeitrekord. Seit Mitte Januar hat der Index aber deutlich nachgegeben. Ein Überblick, wie sich Anleger verhalten können.

    Wie stark hält der Iran-Krieg die Börsen gefangen?

    Der Iran-Krieg hat zu einem Umdenken an den Märkten geführt. Die Anleger rechnen offenbar damit, dass der Krieg die Weltwirtschaft noch länger belastet. „Zunächst war man von einer Beeinträchtigung der Energieversorgung von wenigen Tagen ausgegangen“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank. „Der Verlauf des Konflikts zeigt jedoch, dass nun eher mit Wochen und Monaten von Lieferschwierigkeiten bei Energie und chemischen Vorprodukten aus dem Persischen Golf zu rechnen ist.“

    Was kann am Aktienmarkt noch passieren?

    An den Märkten werden zwei Szenarien diskutiert. Im ersten Szenario ist der Iran-Krieg bald vorbei und das Öl kann durch die Straße von Hormus transportiert werden, erklärt Anlagefachmann Sandro Fetscher. Im zweiten Szenario eskaliert der Konflikt. In einem Ultimatum hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran gedroht, dessen Energieinfrastruktur zu bombardieren, sollte das Land nicht die Straße von Hormus öffnen. Eskaliert der Konflikt, werden die Börsen wohl weiter deutlich nachgeben. „Man weiß nicht, ob es nicht doch noch zehn, zwanzig oder dreißig Prozent nach unten geht“, sagt Fetscher.

    Warum hat sich der Dax am Montag bereits ein Stück weiter erholt?

    Nach dem Sturz auf unter 22.000 Punkte am Montagmorgen hatte der Dax mittags bereits wieder einen Sprung nach oben absolviert. Gegen Mittag lag er mit 2,64 Prozent im Plus bei 22.972 Punkten. Grund war die Ankündigung Trumps, das Ultimatum aufzuschieben. Die USA wollen in den nächsten fünf Tagen keine Angriffe auf iranische Kraftwerke fliegen.

    Warum gibt auch der Goldpreis nach?

    Gold galt lange als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Doch die Rallye der letzten Monate hat diese Logik verdorben: „Gold war bereits vor dem Iran-Krieg mehr Spekulationsobjekt als sicherer Hafen geworden“, sagt Deka-Chefvolkswirt Kater. „Da braucht es dann nur einen Anlass und es setzt sich eine Verkaufslawine in Gang.“ Dieser Anlass bestehe derzeit darin, dass einige Zentralbanken ihre gerade gekauften Goldreserven wieder veräußern, um ihre Währungen zu stützen. „Das ist für spekulativ orientierte Käufer nun der Anlass, Gewinne mitzunehmen. Solange der Goldmarkt diese spekulativen Anleger nicht abgeschüttelt hat, bleibt der Goldmarkt wohl ungewöhnlich volatil.“

    Soll ich angesichts der Unsicherheit meine Aktien oder Fonds verkaufen?

    Hier raten die Fachleute bis auf bestimmte Fälle ab. „Verkaufen sollten nur Anleger, die entweder prekäre Einzelaktien haben oder davon ausgehen, dass sich die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren nicht von den gegenwärtigen Problemen erholt“, sagt Ulrich Kater. „Anleger mit einem weltweit aufgestellten Aktienportfolio sind bestmöglich aufgestellt, auch für diese Art Stress-Szenario.“ Ähnlich sieht es Anlagefachmann Fetscher: „Für einen passiven Investor, der auf 20 oder 30 Jahre investiert, wird auch dieser Krieg nur eine Delle sein“, sagt er.

    Sind die gefallenen Börsenkurse schon ein günstiger Einstiegszeitpunkt?

    Dies hängt von der eigenen Risikobereitschaft ab. „In jedem Fall werden sich die breiten Märkte von dieser Krise wieder erholen, insofern sind für langfristig orientierte Anleger die niedrigen Kurse interessante Anlagethemen“, sagt Kater. Fetscher rät kurzfristig noch zum Abwarten und parkt das Geld seiner Kunden teilweise in Geldmarktfonds für zwei bis drei Prozent Zins, bis sich die Lage etwas beruhigt hat. „Aktuell geht es darum, das Vermögen zu schützen“, sagt er.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren