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Benzinpreise steigen: Wann sich Tanken im Ausland für Bayern lohnt

Benzinpreise

Preisexplosion an der Tankstelle: Wann es sich jetzt für Bayern lohnt, im Ausland zu tanken

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    Eine Tankstelle in Hörbranz in Österreich: Wenn die Spritpreise in Deutschland steigen, kann Tanktourismus zu Staus an der Zapfsäule führen.
    Eine Tankstelle in Hörbranz in Österreich: Wenn die Spritpreise in Deutschland steigen, kann Tanktourismus zu Staus an der Zapfsäule führen. Foto: Felix Kästle, dpa (Archivbild)

    Deutschland hat neun Nachbarländer – so viel wie kein anderer Staat in der Europäischen Union. Meist kommt man recht unkompliziert über die Grenze, sei es auf dem Weg in den Urlaub, für eine Geschäftsreise oder auch zum Tanken. Gerade dann, wenn der Sprit in Deutschland besonders teuer ist, scheint eine Fahrt ins Nachbarland klug zu sein, um ein wenig Geld zu sparen. In Luxemburg, Polen oder Belgien sind Benzin oder Diesel teils deutlich günstiger als hierzulande, mit Österreich und Tschechien kommt man auch in den beiden bayerischen Nachbarstaaten beim Tanken billiger weg. Aber lohnt es sich deshalb, für einen vollen Tank extra ins Ausland zu fahren?

    Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Der wichtigste ist auch der einfachste – denn bevor man zu einer Tankfahrt aufbricht, sollte man sich darüber im Klaren sein, wie weit es bis zur Grenze ist. Wohnt man etwa in Füssen, Freilassing oder Furth im Wald, ist die Fahrt zur nächsten Tankstelle im günstigeren Ausland kein größerer Aufwand. Entfernt man sich jedoch weiter von der Grenze, steigt nicht nur der Zeitaufwand, sondern auch die Menge an Benzin, die man auf dem Weg von und zur Tankstelle verbraucht.

    Tschechische Tankstellen bringen manchmal deutliche Ersparnis beim Volltanken

    Ein Rechenbeispiel: Im Jahr 2025 hat E10 in Deutschland im Schnitt 1,69 Euro pro Liter gekostet, in Österreich lag dieser Betrag bei 1,52 Euro pro Liter und in Tschechien bei umgerechnet 1,41 Euro. Die Preise für Diesel lagen bei 1,61 Euro pro Liter in Deutschland, bei 1,54 Euro pro Liter in Österreich und bei umgerechnet 1,36 Euro in Tschechien. Bei einem Verbrauch von fünf Litern Benzin auf 100 Kilometern würde eine Anreisestrecke von 50 Kilometern zur tschechischen Grenze – angenommen, man tanke immer dort – inklusive Rückweg durchschnittlich 7,05 Euro kosten, die Strecke hin und zurück demnach 14,10 Euro. Die gleichen Strecken zur österreichischen Grenze kosten dann demnach durchschnittlich 7,60 Euro respektive 15,20 Euro.

    Bei einem Verbrauch von fünf Litern Diesel auf 100 Kilometer ergibt die gleiche Rechnung Spritkosten von durchschnittlich 6,80 Euro für 50 Kilometer und 13,60 Euro für 100 Kilometer zur tschechischen Grenze sowie durchschnittlich 7,70 Euro für 50 Kilometer und 15,40 Euro für 100 Kilometer. Zugleich lag die Ersparnis bei einer Tankfüllung von 40 Litern Benzin bei im Schnitt 11,20 Euro in Tschechien und 6,80 Euro in Österreich. Bei einer Tankfüllung von 40 Litern Diesel sparte man indes 2025 durchschnittlich exakt 10 Euro in Tschechien und 2,80 Euro in Österreich.

    Soll heißen: Schon eine Anfahrt von 50 Kilometern nach Österreich wäre ein Draufzahlgeschäft, bei längeren Strecken lohnt es sich auch in Tschechien nicht mehr. Ausgeklammert wurde bei dieser Rechnung zudem der Zeitaufwand und die Frage, ob Ersparnisse von wenigen Euro es wert sind, teils eine Stunde oder länger im Auto zu verbringen. Die Benzinpreise variieren im Übrigen zwischen verschiedenen Ländern deshalb so stark, weil ein großer Teil des Endpreises sich aus staatlichen Abgaben wie Steuern zusammensetzt – die sich ebenfalls von Land zu Land unterscheiden.

    Schon Ukraine-Krieg trieb Benzinpreise in Deutschland und Österreich hoch

    Anders sieht das Ergebnis der Preisrechnung im Ausland indes aus, wenn sich die Spritpreise verändern. So stiegen 2022 in Folge des Ukraine-Krieges etwa die Benzinpreise deutlich an. Dies war jedoch auch in anderen Ländern der Fall – weshalb sich zeitweise ein Tanktrip nach Österreich selbst bei kürzester Anfahrt kaum noch lohnte, da die Preise dort teils ähnliche Höhen wie in Deutschland erreichten. Infolge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ab dem 28. Februar war der Preisanstieg zumindest in Tschechien etwas weniger stark als in Deutschland. Zu beachten ist allerdings: Selbst wenn Preise im Ausland weniger stark als hierzulande steigen, teurer werden die Spritkosten für eine Fahrt ja dennoch. Lohnenswerter wird ein Tankausflug also nur dann, wenn der Anstieg der Kosten nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch verhältnismäßig niedriger als im Inland ist.

    Grundsätzlich gilt also: Nur bei einer Entfernung von maximal 25 bis rund 50 Kilometern kann es sich in Bayern tatsächlich lohnen, extra ins Ausland zu fahren, um dort zu tanken. Oft steht jedoch schon bei mehr als zehn Kilometern Fahrtweg die Ersparnis in keinem gesunden Verhältnis mehr zum Zeitaufwand. Beachten muss man stets, wie hoch insgesamt aktuell das Preisniveau ist, wie groß die Differenz ist zwischen inländischen und ausländischen Spritpreisen sowie die Voraussetzungen des Fahrzeugs, etwa Größe des Tanks oder Kraftstoffverbrauch. Zu beachten ist außerdem, dass die am besten zu erreichenden Tankstellen an Grenzen und Schnellstraßen teurer sind. Es gibt jedoch ein paar Tricks, mit denen man eine Tankfahrt ins Ausland lohnenswerter machen kann.

    ADAC rät zu maximal zehn Litern Benzin im Reservekanister

    Man kann beim Tanken Geld sparen, wenn man einen Reservekanister einpackt und ebenfalls befüllt. Allerdings gibt es auch hier Grenzen: Rechtlich ist die Transportmenge von Benzin auf 60 Liter pro Kanister begrenzt, zugelassen sind dafür aber nur entsprechend gekennzeichnete Behälter. Insgesamt dürfen im Fahrzeug maximal 240 Liter mitgeführt werden. Allerdings ist der Transport von Kraftstoff nicht ganz ungefährlich, weshalb die Behälter streng gesichert werden müssen. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen dringend, maximal zehn Liter Benzin in Reservekanistern zu transportieren. Freilich erhöht sich zudem der Spritverbrauch, wenn der mitgeführte Kraftstoff das Gewicht des Fahrzeugs erhöht.

    Ein einfacherer Trick ist, bei ohnehin anstehenden Fahrten einen Tankstopp im Ausland einzulegen – etwa auf dem Weg in den Italienurlaub in Österreich oder für Großeinkäufe im in vielerlei Hinsicht günstigeren Tschechien. Ansonsten ist schon in Städten wie Kempten, Rosenheim oder Cham von einem Tankausflug ins Ausland meist abzuraten.

    Hier finden Sie immer den aktuell günstigsten Spritpreise in Ihrem Landkreis: So viel kosten Benzin und Diesel aktuell in unserer Region

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