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Hunderttausende neue E-Autos: So fördert der Staat die E-Wende

E-Mobilität

Vielleicht ja den Elektro-Ferrari Luce? So kommen Sie an Ihr Fördergeld für das neue E-Auto

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    Auch Ferraris gibt es nun als E-Autos: Mit dem Luce präsentiert Ferrari sein erstes rein elektrisches Modell.
    Auch Ferraris gibt es nun als E-Autos: Mit dem Luce präsentiert Ferrari sein erstes rein elektrisches Modell. Foto: Ferrari/dpa-tmn

    Seit ein paar Tagen kann die neue E-Auto-Prämie beantragt werden. Fördern lassen kann sich laut zuständigem Bundesumweltministerium, wer pro Haushalt nicht mehr als 80.000 Euro zu versteuerndem Einkommen hat – mit zwei oder mehr Kindern sind es 90.000 Euro. Förderfähig sind der Kauf oder das Leasing von Neuwagen, die seit Anfang Januar zugelassen wurden. Je nach Haushaltssituation fördert der Staat zwischen 1500 und 6000 Euro. Insgesamt werden drei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Nach Schätzungen des Bundesumweltministeriums reicht das für insgesamt rund 800.000 geförderte Autos.

    Wer die neue Kaufprämie für Elektroautos nutzen will, kann die staatliche Unterstützung ab sofort beantragen. Das entsprechende Portal wurde während einer Pressekonferenz mit Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) freigeschaltet. Das Antragsverfahren soll digital ablaufen. Nötig ist dafür eine BundID, ein Konto, mit dem man sich online bei Behörden ausweisen kann. Das Programm helfe dem Klima, der Industrie und einkommensschwachen Haushalten, die mehr Geld bekämen, sagte Schneider. Und: „Elektroautofahren macht auch verdammt viel Spaß.“

    Warum Auto-Papst Ferdinand Dudenhöffer die E-Auto-Prämie scharf kritisiert

    Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer hat zur neuen E-Auto-Prämie einen klaren Befund: „Das Geld hätte man sich sparen können. Das hätte der Markt selbst geregelt, das macht Deutschland nicht besser. Schade um das Steuergeld, das nun an anderer Stelle wieder eingespart werden muss“, sagt Deutschlands Auto-Papst im Gespräch mit unserer Redaktion. Zugleich findet er, dass die Deutschen inzwischen eine „sehr gute“ Auswahl an E-Autos haben – auch an kleinen und mittleren Modellen. VW mit seinen Marken Seat und Skoda holte auf. Nächstes Jahr kämen zudem viele neue chinesische Modelle aus den Fabriken. „Das treibt den Markt.“ Sein vorläufiges, perspektivisches Fazit lautet: „Die Kunden brauchen Zeit, die E-Wende geht ihren Weg, aber die Welt fährt in diese Richtung. Nicht über Nacht, aber Stück für Stück.“ Verstärkt werde das durch den „Sprit-Schock“, den der Iran-Krieg der USA ausgelöst habe. „Aber auf dem Land kann sich jeder eine Wallbox hinbauen, die Ladezeiten werden kürzer. Das E-Auto kann Diesel und Benziner inzwischen ganz einfach ersetzen.“

    Auch der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos zieht an

    Nach Jahren, was lange nicht zu erwarten war, zieht der Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos an. „Viele Interessierte mit nicht ganz so dickem Geldbeutel waren anfangs sehr zurückhaltend, aber das ändert sich gerade“, sagt Dudenhöffer. „Die Batterien halten länger, die früher schlechten Preise haben sich deutlich verbessert und gleichen sich denen der Verbrenner an“, analysiert Dudenhöffer weiter: „Gebrauchte Elektroautos bewähren sich im Alltag. Wer sich einen Wagen kauft, der fünf bis sechs Jahre halten soll, der geht heute keine technologischen Risiken mehr ein.“ Das E-Auto werde auf dem Gebrauchtwagenmarkt normal, so Dudenhöffer.

    Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die neue E-Auto-Prämie sehr kritisch.
    Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die neue E-Auto-Prämie sehr kritisch. Foto: Johannes Neudecker/dpa

    Das zeigen auch die Zahlen auf dem europäischen Online-Marktplatz Autoscout24. Der Deutschland-Vertriebschef Stefan Schneck bestätigt auf Anfrage: „Was die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos aktuell wirklich antreibt, sehen wir sehr klar in unseren Daten: hohe Spritpreise. In direktem zeitlichem Zusammenhang mit den stark gestiegenen Preisen an der Zapfsäule haben wir im April den bislang höchsten Elektroanteil an der Nachfrage im Kauf als auch im Leasing gemessen.“ Aktuell flaue dieser Effekt wieder leicht ab, mutmaßlich habe hier die im Mai in Kraft getretene Spritpreisbremse ihren Einfluss. „Die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos bleibt aber weiterhin deutlich über Vorjahresniveau.“

    Dem Gebrauchtwagenmarkt hilft mittelfristig, wenn auch viele neue Stromer gekauft werde. Das sind die Gebrauchten von morgen und die setzen die Preise unter Druck. Der Autoscout24-Vertriebsleiter Schneck bemängelt aber, dass im aktuellen Förderprogramm gebrauchte E-Autos gar nicht einbezogen würden. „Gerade für viele Käufer, die sich keinen Neuwagen leisten können oder wollen, wäre das ein wichtiger Hebel.“ (mit dpa)

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