Wenige Tage nach Start der befristeten Neubauförderung durch den Bund sind schon Anträge für 90 Millionen Euro bei der KfW-Förderbank eingegangen. Das geht aus einem Bericht der Bundesregierung hervor, der in der letzten Sitzungswoche des Parlaments vor Weihnachten im Bau-Ausschuss vorgestellt wurde.
Demnach gebe es inzwischen Anträge für 9600 Wohneinheiten. Werden alle Anträge genehmigt, wären damit schon wenige Tage nach dem Start des auf 800 Millionen Euro begrenzten Förderprogramms über zehn Prozent der Mittel vergeben. Viele baureife Projekte könnten nun realisiert werden, erklärte ein Vertreter der Regierung. Die Mittel würden genutzt, um einen attraktiven, deutlich vergünstigten Zinssatz zu ermöglichen.
Effizienhaus 55-Plus: Union will Förderung fortschreiben
Die CDU/CSU-Fraktion erklärte, der Start des Programms sei gelungen. Es gebe aktuell bis zu 700.000 Wohnungen, deren Bau bisher wegen hoher Finanzierungskosten nicht begonnen worden sei. Daher gelte es, sich Gedanken über eine neue Förderung zu machen, wenn das Geld aus dem Förderprogramm aufgebraucht sei. Auch die SPD lobte das Programm, das den Bau kurzfristig ankurbeln könne und für bezahlbaren Wohnraum sorge.
Die neue Förderung „Effizienzhaus 55-Plus“ ist in das bestehende KfW-Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“ integriert. Seit 16. Dezember können private und gewerbliche Investoren, die Projekte bereits geplant haben und für die eine Baugenehmigung vorliegt, über ihre Hausbanken Anträge für KfW-Förderkredite stellen. Die Darlehenszinsen werden aus Mitteln des Bundes verbilligt. Kommunale Gebietskörperschaften können die Förderung in Form eines nicht rückzahlpflichtigen Zuschusses erhalten, der direkt bei der KfW zu beantragen ist.
KfW-Förderung für Bauherren: Grüne warnen vor hohen Mitnahmeeffekten
Die neu gebauten Wohn- und Nichtwohngebäude müssen den Energieffizienz-Standard 55 erreichen. Außerdem muss die Wärmeerzeugung zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien erfolgen. Gefördert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 100.000 Euro pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und bis zu 1000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche und maximal fünf Millionen Euro pro Vorhaben bei Nichtwohngebäuden. Die Förderung endet, wenn die Mittel aufgebraucht sind, spätestens jedoch mit Ablauf des 30. Juni 2026.
Die Grünen kritisieren das Programm als „Strohfeuer“. Der hohe Bauüberhang könne so nicht reduziert werden kann, stattdessen seien extrem hohe Mitnahmeeffekte zu erwarten. Die Linke kritisierte, dass die Förderung nicht an eine Mietpreisbindung gekoppelt sei. Die AfD kritiserte, bei Baukosten von 5000 Euro pro Quadratmeter sei eine Zinsverbilligung von vielleicht 1500 Euro im Jahr nicht entscheidend.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren