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Fahrrad: Es gibt einen Boom bei Wartung, Service und Reparatur

Fahrradbranche

Die Fahrradreparatur boomt: Warum es schwieriger geworden ist, schnelle Servicetermine zu bekommen

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    Der Verkauf neuer Fahrräder stagniert, dafür boomen die Fahrrad-Werkstätten.
    Der Verkauf neuer Fahrräder stagniert, dafür boomen die Fahrrad-Werkstätten. Foto: Britta Pedersen, dpa

    Die Schaltung schleift, die Kette springt, im Reifen ist keine Luft mehr – wenn der Wochenendausflug in den Biergarten wegen Fahrradproblemen ausfällt, ist das ärgerlich. Wer dann spontan sein Fahrrad in die Werkstatt bringen will, muss oft lange warten. Zu hoch ist inzwischen die Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Wartung, sagt Uwe Wöll, Geschäftsführer des Verbunds Service und Fahrrad (VSF): „Menschen investieren in den vergangenen Jahren immer mehr auch in qualitativ hochwertige, höherpreisige Räder. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage an einer qualitativen Wartung, zumal mittlerweile deutlich mehr Kilometer mit dem Fahrrad gefahren werden.“

    Fahrradfahren ist seit vielen Jahren im Trend. Schon vor Corona war der Umsatz der deutschen Fahrradindustrie kontinuierlich angestiegen, wie Zahlen des Zweiradindustrieverbands ZVI zeigen. In der Zeit der Corona-Pandemie kam es dann zu einem regelrechten Fahrradboom: 2022 setzte die Fahrradindustrie fast doppelt so viel um wie vor der Pandemie. In den Folgejahren ging es allerdings stark bergab: Umsatz- und Verkaufszahlen waren zwar auf einem höheren Niveau im Vergleich zu vor der Pandemie, brachen aber besonders 2023 und 2024 ein. Auch 2025 war der Umsatz noch rückläufig, um 7,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

    Es gibt immer mehr Angebote für Reparaturen und trotzdem lange nicht genug

    Eine Teil-Branche der Fahrradindustrie wächst dagegen. Das Service- und Werkstattgeschäft wird immer wichtiger. Immerhin müssen die neuen Fahrräder früher oder später einmal zur Wartung. Der VSF spricht nach einer Branchenumfrage von einem Wachstum von 13,5 Prozent im Jahr 2025. Die hohe Nachfrage ist bei den Anbietern angekommen. Kundinnen und Kunden finden immer mehr Angebote für die Reparaturen an ihrem Fahrrad. Viele Läden haben inzwischen eine eigene Werkstatt im Haus. Außerdem plane die große Mehrheit noch stärkeren Ausbau der Service-Leistungen, so das VSF.

    Auch mobile Reparaturservices gibt es immer mehr. Die Mechaniker kommen direkt zu den Kunden nach Hause und kümmern sich vor Ort um die Wartung oder die Reparatur der Fahrräder. Der VSF sieht Probleme in diesen Startups: „Wir betrachten es insofern kritisch, als dass wir qualifizierte Mechaniker und Meister angesichts des massiven Fachkräftemangels in unserer Branche lieber in einer stationären Werkstatt und damit als Stütze des qualitätsgestützten Fachhandels sehen möchten“, so Wöll. Diese seien zertifiziert, außerdem gebe es dort auch mehr Fachwissen und passende Ersatzteile. Trotzdem, für Viele sind die mobilen Werkstätten eine unkomplizierte Alternative; denn oft sind die Wartezeiten dort deutlich kürzer.

    Für Diensträder sind Wartungen oft verpflichtend. Das Servicegeschäft legt weiter zu

    Besonders häufig werden geleaste Diensträder in die Werkstätten gebracht. Dort sind Wartungen oft verpflichtend. Außerdem müssten auch viele E-Bikes wegen ihrer sensiblen Elektronik technisch anspruchsvoll gewartet werden, meint Wöll. Und: Insgesamt kämen Fahrräder selten zur Reparatur in die Werkstätten: „Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Wartung – ist die Kette noch in Ordnung, die Bremsanlage, Schaltung? Ist das Reifenprofil noch brauchbar? Schwerwiegende Reparaturen, wie etwa wegen gebrochener Gabeln oder Rahmen kommen zum Glück weniger oft vor.“

    Für die Zukunft erwartet Wöll, dass das Servicegeschäft weiter zulegt: „Es werden mehr Räder geleast werden und schon allein auf diesem Wege ihren vom Leasinggeber jährlich verpflichteten Weg in die Werkstatt finden.“ Zudem entschieden sich auch grundsätzlich immer mehr Menschen für das Rad als Verkehrsmittel. „Und sind mehr Räder auf der Straße, sind sie es auch in der Werkstatt.“

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