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Ist Spielschleim gefährlich oder nicht?

Spielzeug

Sind wabbeliger Schleim und Anti-Stress-Knete gesundheitlich unbedenklich?

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    Ein Mädchen nimmt Spielschleim aus einer Dose. Im Handel ist das schleimige Spielzeug in diversen Farben erhältlich.
    Ein Mädchen nimmt Spielschleim aus einer Dose. Im Handel ist das schleimige Spielzeug in diversen Farben erhältlich. Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Nikolaustag steht vor der Tür - was soll mit ins Säckchen oder in den Schuh? Ein Artikel hat es Kindern seit einigen Jahren besonders angetan, ob in der Dose oder selbstgemacht mit dem Chemiebaukasten: Spielschleim ist kaum mehr wegzudenken aus vielen Kinderhänden und Klassenzimmern. Bunt schillernd und glitzernd, glitschig bis stark klebend hilft er Kindern, Stress abzubauen, während es bei Eltern bisweilen den Stresspegel in die Höhe schnellen lässt. Nicht nur, wenn er unversehens unter der Schuhsohle klebt. Doch was sorgt eigentlich für diese ganz spezielle Konsistenz und kann das noch gesund sein? Eine aktuelle Studie des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat das untersucht.

    Spielschleim schillert in vielen Schattierungen

    „Spielschleim oder Hüpfknete sind bei vielen Kindern sehr beliebt, deshalb haben wir 40 Wabbelmassen in unterschiedlichen Farben untersucht“, sagt Gaby-Fleur Böl, die Präsidentin des BVL. So mancher Schleim kommt in Regenbogenfarben daher. Um auszuschließen, dass nicht eine bestimmte Farbe besonders unverträglich ist, wurden die Farben getrennt untersucht.

    „Wabbelmasse enthält Borsäure, auch Natriumborat genannt“, erklärt die BVL-Präsidentin. Nicht nur in Spielzeug, sondern auch in der Medizin taucht der Stoff in Nasentropfen auf. Dort wirkt er Entzündungen entgegen und sorgt für lange Haltbarkeit.

    Vor einigen Jahren kam Wabbelknete in Verruf

    Was in der Medizin gut ist, ist es bei Spielzeug noch lange nicht: Denn laut einer Studie der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2018 schnitten von den damals untersuchten 33 Schleimsorten ganze 16 miserabel ab. Sie enthielten viel zu viel Bor. Laut EU-Gesetzgebung liegt der Grenzwert für Bor in Spielzeug bei 300 Milligramm pro Kilogramm. Das hat Gründe.

    Bor kann auf verschiedenen Wegen in den Körper gelangen - über die Haut, aber auch über die Schleimhäute. Schlecht ist das insbesondere bei kleinen Kindern, die die Knete auch mal in den Mund stopfen, von wo aus sie flugs im Magen landet. Bei zu viel Borsäure im Körper kommt es zu Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Doch das gehört nun fast komplett der Vergangenheit an.

    Neue Gesetze und mehr Kontrollen sorgen für Sicherheit beim Spielschleim

    Bei der aktuellen Studie des BVL kam eine erfreuliche Nachricht heraus: Von den 40 untersuchten Proben überschritten nur mehr sieben die Grenzwerte für Bor in Spielzeug. Die gute Nachricht: Kinder können wieder kneten, was das Zeug hält. Ganz egal, welche Farbe. Nur einen guten Rat hat die Präsidentin des BVL an die Eltern: „Bitte nicht an Kinder unter drei Jahren geben.“ Abgesehen davon gibt sie Entwarnung: „Wenn ein Kind eine kleine Menge verschluckt, erbricht es die normalerweise auch wieder.“

    Wer nun befürchtet, dass Waren aus dem Onlinehandel mehr Bor enthalten könnten, der kann durchatmen: Das EU-Gesetz zur Spielzeugsicherheit verpflichtet nicht mehr nur lokale Einzelhändler, sondern auch den Onlinehandel dazu, die Inhaltsstoffe für Verbraucher offenzulegen.

    Zwar kommt Bor auch als Spurenelement in sehr geringen Mengen auf natürliche Weise in der Nahrung vor. Beispielsweise in Nüssen, Bier und Wein, berichtet die Verbraucherzentrale. Erwachsene schaffen es allerdings auf diesem Weg kaum, den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veranschlagten Höchstwert von maximal zehn Milligramm Bor pro Tag zu erreichen. In Deutschland empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) höchstens 0,5 Milligramm Bor am Tag zu verzehren.

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