Das ist für Volkswagen gefährlicher als der Diesel-Skandal: Der Auto-Riese steckt in einer Krise, der größten seit Anfang der 90er Jahre. Damals konnte unter VW-Legende Piëch eine Arbeitsplatz-Katastrophe durch die Einführung der Vier-Tage-Woche mit Gehaltseinbußen abgewendet werden.
VW-Führung versucht IG Metall mürbe zu machen – das geht nicht auf
Vielleicht müssen die Verantwortlichen in ihren Geschichtsbüchern nachlesen, wie sich eine so missliche Situation mit Solidarität zum Guten wenden lässt. Die Lage ist ernst, sonst wäre nicht aus Konzernkreisen zu hören, dass Tausende Arbeitsplätze bedroht sind und mindestens ein größeres Werk auf der Kippe steht. Die VW-Bosse bauen eine Drohkulisse auf, um die Betriebsratsvorsitzende Cavallo kompromissbereit zu stimmen. Diese Taktik funktioniert nicht. Die IG-Metallerin fühlt sich provoziert und kündigt Gegenwehr an.
VW steuert auf einen heftigen Tarifkonflikt zu. Dass die Kernmarke schlecht dasteht, ist einem Bündel an Fehlern geschuldet: Volkswagen hat zu stark auf E-Mobilität gesetzt, überwiegend unattraktive Elektro-Modelle auf den Markt gebracht und wurde von der Bundesregierung ausgebremst, als die Förderung der Stromer-Autos überraschend früh auslief. Das Resultat ist ein Sturm, dem sich VW erwehren muss. Er könnte sich zu einem Orkan auswachsen.
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