Die Tage werden kürzer und die Nächte kühler. Vielerorts stehen noch die Kübelpflanzen auf den Balkonen und Terrassen. Mit den nahenden Wintermonaten stellt sich wieder einmal die Frage, wann man die Pflanzen hereinholen sollte und wie die Balkonpflanzen am besten überwintern können.
Gottfried Röll ist Gartenbautechniker, arbeitet in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim und betreut dort seit 35 Jahren das Gartentelefon. Er rät dazu, Zimmerpflanzen wie Birkenfeige oder Schefflera, die auf Terrasse oder Balkon stehen, dringend hereinzuholen. „Andere Pflanzen kann man nah an die Wand stellen und noch drei bis sechs Wochen draußen lassen“, erklärt Röll. Für besonders kalte Nächte könne man schon einmal Vlies bereitlegen, um die Pflanzen gegebenenfalls abzudecken. Das gilt zum Beispiel für Oleander, Fuchsien, Geranien, Engelstrompeten, Zitronen, Hibiskus und Wandelröschen.
Drinnen brauchen die Pflanzen vor allem kühle Räume
Wenn die Kübelpflanzen in die Innenräume verlegt werden, muss man folgendes beachten: „Es sollte so hell wie möglich sein. Fünf bis zehn Grad sind die ideale Temperatur“, sagt Röll. Am besten sei eine geschlossene Garage. Aber auch in einem kühlen Schlafzimmer bringt man die Pflanzen gut duch die kühlen Monate. Er gibt als groben Richtwert an, dass Pflanzen, die ihre Blätter im Winter abwerfen, etwa Feigen, in einer dunkleren Umgebung überwintern können, während immergrüne Pflanzen, wie der Oleander, eine hellere Umgebung benötigen.
„Vor dem Winter so lange wie möglich draußen lassen und im Frühjahr so zeitig wie möglich wieder raus“, rät der Gartenbautechniker. „Der Hauptfehler bei der Überwinterung ist zu viel Gießen“, fügt er hinzu. Weil es kühler und dunkler ist, brauchen die Pflanzen nicht so viel Wasser. Gerade im Winter sei es daher wichtig, die Feuchtigkeit der Erde im Kübel vor dem Gießen zu prüfen. Für diejenigen, die keine Möglichkeit haben, ihre Kübelpflanzen drinnen überwintern zu lassen, gibt es eine weitere Möglichkeit: „Einige Gärtnereien bieten einen Service für die Überwinterung an“, sagt Röll. Dabei werden die Pflanzen zu Hause abgeholt, über die Wintermonate gepflegt und können im Frühjahr wieder nach Hause geliefert werden.
Man sollte aufmerksam den Wetterbericht verfolgen
Wer seine Pflanzen an einem geschützten Ort stehen hat und den Wetterbericht beachtet, könne die Gewächse noch möglichst lange draußen stehen lassen, sagt Röll. In Innenstädten, wo es häufig etwas wärmer ist als in Höhenlagen, können Pflanzen zumeist länger draußen bleiben. Aber: „Bei Dauerfrost und dauerhaften Temperaturen unter plus drei Grad sollte man reagieren“.
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