Deutschland erlebt einen historischen Anstieg der Strompreise: Am Donnerstag schoss der Börsenpreis aufgrund akuter Produktionsprobleme auf einen Rekordwert von 936 Euro pro Megawattstunde. Auslöser dieses Preisschocks ist die sogenannte Dunkelflaute: Dabei handelt es sich um eine Kombination aus wenig Wind, dichter Bewölkung und Nebel, was die Erzeugung von erneuerbaren Energien erschwert.
Strompreise schnellen in die Höhe: Engpässe durch politische Entscheidungen
Hintergrund der angespannten Lage ist ein Rückgang wetterunabhängiger Stromerzeugungskapazitäten: Im Frühjahr 2024 wurden über vier Gigawatt an Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken abgeschaltet, nachdem 2022 die letzten Atomkraftwerke vom Netz genommen wurden. So hatte es die damals von Union geführte Regierung nach dem Atom-Unglück im japanischen Fukushima beschlossen.
Ergebnis: Diese Entscheidung hat die Stromversorgung in Deutschland verwundbarer gegenüber wetterbedingten Schwankungen gemacht und das wirkt sich nun auf den Energiepreis aus.
Vor wenigen Wochen hatte eine ähnliche Situation für Nervosität bei Energieversorgern gesorgt, als Wind- und Solarstrom ausfielen. Der jetzige Anstieg an der Energiebörse übertrifft alle bisherigen Spitzenwerte. Besonders betroffen sind Stromversorger mit dynamischen Tarifen, die ihrerseits bereits Kunden vor steigenden Stromkosten warnen.
Dunkelflaute lässt Strompreise steigen: Teure Folgen für Verbraucher und Industrie
Die Folgen sind spürbar: Stadtwerke, Energiehändler und Industriebetriebe, die kurzfristig Strom am Markt einkaufen müssen, sehen sich mit drastischen Mehrkosten konfrontiert. Diese hohen Preise werden letztlich an die Verbraucher weitergegeben – ob über private Stromrechnungen oder steigende Produktpreise in der Industrie.
Um den finanziellen Druck zu mindern, drosseln einige inzwischen ihre Produktion, um Geld zu sparen. „Die derzeitigen Strompreise haben teilweise auf die Stunde hin gesehen den Faktor 10 im Vergleich zu normalen Preisen. Solche Tage sind für uns finanziell ,blutrot‘“, zitiert Bild den Geschäftsführer eines westdeutschen Metallbetriebs.
Strompreise in Bayern: Söder möchte Atomstrom von Tschechien beziehen
In Bayern sorgt derweil Markus Söder mit einem Vorstoß bei der Stromversorgung für Aufsehen. Das Ziel? Die bayerische Energieversorgung mithilfe von Atomstrom aus Tschechien auf Dauer besser abzusichern und damit auch die Gefahr einer „Dunkelflaute“ zu bannen. Experten sehen darin jedoch keinen Lösungsansatz.
Am Freitag (13. Dezember) hat sich die Lage zunächst wieder erholt: Der zwischenzeitliche Rekordwert des dynamischen Börsenstrompreises sank auf etwa ein Viertel nach unten.
Die aktuelle Situation zeigt, wie sensibel das deutsche Energiesystem sein kann. Ein verknapptes Stromangebot und der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien ohne mögliche Speicherkapazitäten können an einzelnen Tagen eine Herausforderung darstellen.
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