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07.12.2021

Bei Zara übernimmt nun die nächste Generation

Marta Ortega rückt an die Spitze des spanischen Mode-Imperiums Inditex, zu dem auch Zara gehört.
Foto: Imago Images

Zara, Massimo Dutti und Bershka: Marta Ortega rückt an die Spitze eines der größten Mode-Unternehmen der Welt. Auf die Spanierin warten große Herausforderungen.

Sie begann vor 15 Jahren als Ladenhilfe in einer Boutique ihres Vaters, dem Gründer des spanischen Mode-Imperiums Inditex, zu dem Weltmarken wie Zara, Massimo Dutti oder Bershka gehören. Demnächst rückt die 37 Jahre alte Tochter von Amancio Ortega, dem erfolgreichsten und reichsten Mode-Unternehmer der Erde, auf den Thron und wird Chefin des Weltkonzerns. Doch auf die Gründertochter wartet eine gigantische Herausforderung: Marta Ortega muss den Konzern, der durch seine „Fast Fashion-Kollektionen“ in die Kritik von Umweltschützern geraten ist, auf Nachhaltigkeitskurs bringen.

Regale mit Ware bestücken, Hemden und Hosen zusammenlegen, den Boden fegen: So startete Marta Ortega ihre Inditex-Karriere in einem Bershka-Shop auf der Londoner High Street: „Die erste Woche dachte ich, ich werde dies nicht überleben. Aber dann entwickelst du eine Art Sucht nach dem Laden“, sagte sie dem amerikanischen Wall Street Journal in ihrem bisherig einzigen Interview. Jetzt wolle sie diese Erfahrung, auch an der Verkaufsfront gearbeitet zu haben, nicht mehr missen. Schließlich seien die mehr als 6654 Läden in 96 Ländern das Herz des Unternehmens.

Zara-Gründer baute seine Tochter Jahre lang zur Nachfolgerin auf

Die jüngste Ankündigung, dass die 37-Jährige vom 1. April nächsten Jahres an das Ruder übernehmen werde, war keine Überraschung. Ihr Vater und Inditex-Hauptaktionär, der inzwischen 85 Jahre alte Amancio Ortega, hatte sie seit dem Ende ihres Wirtschaftsstudiums an der Londoner European Business School zu seiner Nachfolgerin aufgebaut und ließ sie alle Konzernbereiche durchlaufen. „Ich bin mit diesem Unternehmen aufgewachsen“, ließ sich die designierte Inditex-Präsidentin in einer Konzernmitteilung zitieren.

In den vergangenen Jahren hatte sie bereits immer mehr Verantwortung im Mode-Imperium übernommen, das seine Zentrale in der nordwestspanischen Kleinstadt Arteixo hat. Zuletzt drückte die Mode-Erbin, die zwei Schuljahre auf dem Schweizer Internat Aiglon verbrachte, der Verkaufslinie von Zara Woman, der umsatzstärksten Kollektion des Mode-Giganten, ihren Stempel auf.

Ortega gilt als Pionier der Fast-Fashion-Industrie

„Ich habe von allen großartigen Profis gelernt, mit denen ich in den letzten 15 Jahren zusammengearbeitet habe“, sagte sie anlässlich ihrer Ernennung zur Inditex-Vorsitzenden. Doch am meisten dürfte sie von ihrem Vater gelernt haben, der sich von ganz unten mit harter Arbeit und Disziplin nach oben kämpfte. Der Sohn eines Eisenbahners hatte seine Karriere mit 13 Jahren als Laufbursche in einem Hemdengeschäft begonnen. 1963 eröffnete er dann seinen ersten eigenen Laden, in dem er Bademäntel verkaufte. 1975 folgte der erste Zara-Shop, dessen Mode die Welt eroberte.

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Heute regiert Amancio Ortega ein Imperium, zu dem neben den Weltmarken Zara, Bershka und Massimo Dutti auch die bekannten Labels Pull&Bear, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe gehören. Er gilt als Pionier des Konzepts der Fast-Fashion-Mode, die ihren Umsatz dadurch ankurbelt, dass wöchentlich die Kollektionen in den Läden ausgetauscht werden. „Wegwerfmode“ nennen dies Kritiker, Und sie pochen auf stärkere Kontrolle jener ökologischen und sozialen Standards, auf die sich Inditex verpflichtet hat.

Schlüsselaufgabe für die neue Zara-Chefin dürfe Nachhaltigkeit sein

Der weitere Umbau des Mode-Riesen mit dem Ziel eines klimafreundlicheren und nachhaltigeren Image dürfte eine der Schlüsselaufgaben für Marta Ortega werden. An Geld in der Firmenkasse mangelt es nicht. Der Konzern ist weitgehend schuldenfrei und er durchschiffte ohne größere Probleme das Pandemiejahr 2020, in dem er zwar einen erheblichen Umsatzeinbruch hinnehmen musste, aber immer noch mehr als eine Milliarde Euro an Gewinn machen konnte. Im ersten Semester 2021 wurden bereits wieder Rekordverkaufszahlen und ein Halbjahresgewinn von 1,3 Milliarden gemeldet.

Eigentlich hätte Amancio Ortega seine Tochter, jüngster Spross von drei Nachkommen, gerne bereits vor zehn Jahren, zu seinem 75. Geburtstag, zu seiner Nachfolgerin an der Konzernspitze gekürt. Doch mit 27 wäre sie damals vielleicht doch noch etwas zu jung und unerfahren gewesen. Deswegen übernahm zunächst der Ortega-Vertraute und Spitzenmanager Pablo Isla vorübergehend das Ruder. Nun also, ein Jahrzehnt später, ist die Zeit reif für jene Frau, die vom einflussreichen Wall Street Journal auf dem Titel der Modebeilage als „die Geheimwaffe Zaras“ vorgestellt wurde.

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