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Wirtschaft in Deutschland: Vier Gründe, warum es nicht aufwärts geht

Konjunktur

Vier Gründe, warum die Wirtschaft nicht in Gang kommt

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    Der Iran-Krieg trifft die deutsche Wirtschaft.
    Der Iran-Krieg trifft die deutsche Wirtschaft. Foto: Daniel Reinhardt, dpa

    Die Erholung der deutschen Wirtschaft könnte man im Augenblick zusammenfassen mit dem bei Fußballtrainern beliebten Sprichwort: schwach angefangen, stark nachgelassen. Für 2026 hatten die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten ein schwaches Wachstum vorhergesagt. Um 1,3 Prozent sollte das BIP zulegen. Befeuert war die Prognose zwar von der expansiven Finanzpolitik und dem Fakt, dass viele Feiertage in 2026 auf ein Wochenende fallen, aber immerhin: Der Trend ging nach oben. Wenige Monate später und die Aussichten haben sich eingetrübt. In der am Dienstag vorgestellten Frühjahrprognose beziffern die Forscherinnen und Forscher das Wachstum nur noch auf 0,6 Prozent. Das liegt vor allem am Krieg im Iran, aber nicht nur. Warum kommt die Wirtschaft nicht in Schwung?

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     Die Energiepreise

    Der Energiepreisschock werde „die Erholung in Deutschland dämpfen, dürfte sie aber nicht vollständig zum Erliegen bringen“, sagte Timo Wollmershäuser, Forscher am ifo-Institut. Dass es nicht zum Erliegen kommt, hat vor allem einen Grund. „Massive Staatsausgaben für Verteidigung, Infrastrukturen, Klimaschutz, die das staatliche Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen lassen, verhindern eine erneute Stagnation oder gar einen erneuten Rückgang.“ Die Energiepreise treffen zum einen die Unternehmen, für die sich die Produktion verteuert. Zum anderen die Verbraucher. Vieles wird teurer, die Kaufkraft sinkt, das schwächt die Nachfrage. 

    Was also tun? Union und SPD haben eine Task-Force gegründet. Gerade prüfen die Parlamentarier in Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium weitere Maßnahmen, um die Verbraucher zu entlasten. Im Raum steht unter anderem eine Anhebung der Pendlerpauschale sowie die befristete Absenkung von Energie- oder Stromsteuer. Die Wirtschaftsforscher brachten am Dienstag noch einen weiteren Vorschlag ins Spiel: eine unterjährige Anpassung der Grundsicherung, um besonders Bedürftige zu unterstützen. Bei der Union stößt der Vorschlag aber auf wenig Begeisterung. 

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    Die schwache Außenwirtschaft

    Zum Problem wird die schwindende Kaufkraft auch deshalb, weil die bisherige Erholung vor allem von der Binnenwirtschaft getragen war. „Schub entwickelte der private Konsum, gestützt von kräftigen Einkommenszuwächsen und rückläufiger Inflation“, schreiben die Forscher. Für den ehemaligen Exportweltmeister sei das ein „untypischer Verlauf“ und er könnte durch die steigenden Preise nachlassen. Die Außenwirtschaft dagegen habe wegen abnehmender Wettbewerbsfähigkeit, hoher geopolitischer Unsicherheit und handelspolitischer Belastungen „kaum Tritt“ fassen können.

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    Der demografische Wandel

    Aber auch wenn man den Irankrieg außer Acht lässt, ist es nicht gut bestellt um die Zukunft der deutschen Wirtschaft. Stichwort: Produktionspotenzial. Eine Schätzung also, die besagt, wie viel eine Volkswirtschaft bei normaler Auslastung langfristig produzieren kann. Oder einfach formuliert: die Fähigkeit der Wirtschaft, zu wachsen. Die schätzen die Forscher zum Ende des Jahrzehnts auf nahezu null. Sprich: Ohne zusätzliche Arbeitskräfte, einen Technologieschub oder Investitionen kann die Wirtschaft kaum noch zulegen. Oder wie Wollmershäuser es formulierte: Deutschland werde sich „an durchschnittliche Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt von null Prozent gewöhnen müssen“.

    Ein Grund, warum dieses Potenzial immer weiter nach unten korrigiert wird: Es fehlen Arbeitskräfte. Die Zahl der jungen, arbeitsfähigen Menschen nimmt im Verhältnis ab, viele ältere arbeiten in Teilzeit oder gehen früh in Rente, Fachkräfte fehlen. Ein vom Kanzler persönlich formuliertes Ziel kritisieren die Forscher deutlich. Nämlich die Forderung, 80 Prozent der Syrerinnen und Syrer in Deutschland sollten in das vom Bürgerkrieg zerstörte Land zurückkehren. Ob das Ziel nun vom Kanzler selbst kam oder vom syrischen Präsidenten, wie Merz erklärte – egal. Das Wachstumspotenzial würde sich weiter verringern. Denn viele Syrer sind gut ausgebildet und im Arbeitsmarkt integriert.

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    Der Investitionsstau

    Nicht nur die alternde Gesellschaft drückt das Wachstumspotenzial. Auch die fehlenden Investitionen. Sondervermögen und gelockerte Schuldenbremse stützen zwar die Wirtschaft. Doch ein großer Teil der Gelder wird zweckentfremdet verwendet. Und auch die privaten Investitionen nehmen seit Jahren ab. Unternehmen geben weniger aus für neue Maschinen oder Produktionsanlagen. Die Forscher dringen nun auf schnelle Reformen, vor allem bei den Sozialsystemen, um mehr Geld für Investitionen freizulegen. Die Kritik an der Bundesregierung ist deutlich. Man diskutiere zu viel über Einzelmaßnahmen, statt über ein schlüssiges Gesamtkonzept, mit dem die Ausgaben sinken.

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