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Wolfgang Grupp nach seinem Suizidversuch bei einem Talk mit Gregor Gysi: „Ich habe das Leben genossen“

Trigema

Wolfgang Grupp tritt wieder öffentlich auf: „Ich habe das Leben genossen“

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    Diskutierten über das Leben: Trigema-Seniorchef Wolfgang Grupp (links) und Linken-Politiker Gregor Gysi.
    Diskutierten über das Leben: Trigema-Seniorchef Wolfgang Grupp (links) und Linken-Politiker Gregor Gysi. Foto: Bernd Weißbrod, dpa

    Mit knackigen Aussagen zur Wirtschaft hat er sich eine große Fangemeinde erobert. Mit dem Versprechen, weiterhin in Deutschland zu produzieren und Arbeitsplätze zu sichern, hat er den Respekt vieler Bürgerinnen und Bürger gewonnen. Umso größer war die Betroffenheit, als Textilunternehmer Wolfgang Grupp, 83, im vergangenen Jahr berichtete, dass er einen Suizidversuch unternommen hatte. Erstmals seit seinem Krankenhausaufenthalt hat er sich jetzt wieder in einer öffentlichen Veranstaltung gezeigt.

    In der Talkreihe „Gysis Begegnungen“ tauschte er sich am Montagabend vor mehreren hundert Gästen im Neuen Kunstmuseum Tübingen mit Linken-Legende Gregor Gysi, 78, aus. Dabei zeigte er sich in guter Verfassung und plauderte offen über sein Leben.

    Wolfgang Grupp über Zeit im Internat: „Ich hatte Heimweh“

    „Ich habe das Leben genossen“, erzählte Grupp von seiner Zeit als Jurastudent in Köln. „Ich war in kaum einer Vorlesung“, gestand er. Sein Vater sei großzügig gewesen, habe ihm eine Dreizimmerwohnung, ein Reitpferd und einen Sportwagen gegönnt. Härter sei dagegen die Zeit davor im Internat gewesen. Als Kind besuchte Grupp das Internat St. Blasien im Schwarzwald. Dies sei seine schlimmste Zeit, gewesen: „Ich hatte Heimweh. Ich liebte mein Zuhause und wir durften ja nicht am Wochenende nach Hause“, berichtete Grupp. Nur zweimal im Jahr habe er Besuch von der Familie bekommen. „Ich hatte furchtbar darunter gelitten.“

    Wolfgang Grupp (rechts), Ex-Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema, wird vor dem Neuen Kunstmuseum Tübingen von Gregor Gysi begrüßt. Im Rahmen der Reihe „Gysis Begegnungen“ präsentiert der Politiker kurzweilige Gespräche mit Tiefgang und Humor.
    Wolfgang Grupp (rechts), Ex-Chef des Bekleidungsunternehmens Trigema, wird vor dem Neuen Kunstmuseum Tübingen von Gregor Gysi begrüßt. Im Rahmen der Reihe „Gysis Begegnungen“ präsentiert der Politiker kurzweilige Gespräche mit Tiefgang und Humor. Foto: Bernd Weißbrod, dpa

    Gleichzeitig habe er im Internat viel fürs Leben gelernt: „Ich musste mich durchsetzen, um nicht unterzugehen. Ich musste mich anpassen, um Freunde zu haben. Ich musste ordentlich sein, um nicht in der Unordnung leben zu müssen.“ Auf die Frage von Gregor Gysi, was sein schlimmstes Fach an der Schule gewesen sei, antworte er: „Alle.“

    Tennisbekleidungshersteller Trigema 54 Jahre lang geführt

    Wolfgang Grupp hat den Sport- und Tennisbekleidungshersteller Trigema aus Burladingen in Baden-Württemberg 54 Jahre lang geführt. Im Dezember 2023 übergab er das Unternehmen an seine Kinder Bonita Grupp, 36, und Wolfgang Grupp jr., 34, sowie seine Frau Elisabeth. Die beiden Kinder führen das Unternehmen heute. Bonita Grupp ist Ende 2025 außerdem Mutter geworden.

    Mitte 2025 hatte Wolfgang Grupp öffentlich gemacht, dass er unter einer Altersdepression gelitten habe. Er habe sich gefragt, ob er überhaupt noch gebraucht werde, schrieb er damals. In Tübingen wollte Grupp nicht mehr viel über das Thema reden. An die Ereignisse des vergangenen Sommers will er gar nicht mehr denken, sagte Grupp. Seinen Jagdschein habe er abgegeben. Er habe jetzt neue Prioritäten. (mit dpa)

    Hilfe für Betroffene

    Hinweis: Menschen in einer seelischen Krise, Mitbetroffene und Angehörige erhalten bei den Krisendiensten Bayern unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 655 3000 rund um die Uhr Unterstützung. Die Telefonseelsorge erreichen Sie unter der Nummer 0800/1110111 oder 0800/1110222, per Mail oder Chat: https://online.telefonseelsorge.de

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