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Billiges Silikon: Gründer von Brustimplantate-Firma gibt Täuschung des TÜV zu

Billiges Silikon

Gründer von Brustimplantate-Firma gibt Täuschung des TÜV zu

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    Ausrangierte Brust-Implantate aus Silikon des Unternehmens PIP (Poly ImplantProthese).
    Ausrangierte Brust-Implantate aus Silikon des Unternehmens PIP (Poly ImplantProthese). Foto: Maxppp/Dominique Leriche dpa

    Der Gründer der umstrittenen Brustimplantate-Firma PIP, Jean-Claude Mas, hat zugegeben, den TÜV Rheinland bei der Kontrolle seiner Prothesen jahrelang getäuscht zu haben.

    Laut dem Protokoll seines Polizeiverhörs im Oktober, das die  Nachrichtenagentur AFP in der Nacht zu Freitag veröffentlichte,  ordnete der heute 72-Jährige schon 1993 an, vor dem TÜV "die  Wahrheit zu verschleiern". Der eigentliche Betrug begann nach  Angaben des früheren technischen PIP-Leiters Thierry Brinon 2001  mit der Produktion der Silikoneinlagen, die Mas zum Großteil mit  hausgemachtem Billiggel füllen ließ.

    "Der TÜV kündigte seinen Besuch zehn Tage vorher an. Es war  schon Routine, dass ich die Anweisung gab, alle Unterlagen zu  verstecken, die einen Bezug zu dem nicht zugelassenen PIP-Gel  hatten", sagte Mas, der seine Firma 2010 auflösen musste, laut dem  Protokoll. Seine Angestellten hätten sogar ganze Container  verschwinden lassen. Nur ein Viertel seiner Brustprothesen habe das  gegenüber dem TÜV angegebene US-Gel Nusil enthalten, sagte Mas

    Billiges Silikon kostete nur fünf Euro

    Drei Viertel seien dagegen mit einer viel billigeren hausgemachten  Masse gefüllt gewesen.

    Mas ging es nach Angaben seines technischen Leiters Brinon bei  dem Betrug lediglich ums Geld. 2009 lagen die Kosten für Nusil bei  35 Euro pro Liter, das hausgemachte PIP-Gel kostete dagegen nur  fünf Euro pro Liter. Die billige Füllmasse für die hausgemachten  Kissen lieferte der deutsche Chemiegroßhändler Brenntag, der  allerdings nach eigenen Angaben darauf hinwies, dass das Silikon  nur für die Industrieproduktion bestimmt sei. Laut Brinon sparte  PIP nicht nur am Gel, sondern auch an den Hüllen für die  Implantate. Das Ergebnis: 2009 wurden Risse an bis zu 40 Prozent  der Prothesen gemeldet.

    PIP-Prothesen: Kein einziges Silikonkissen war in Ordnung

    Nach Erkenntnissen der französischen Kontrollbehörde für Medizinprodukte, Afssaps, waren möglicherweise nicht nur drei  Viertel, sondern sogar alle PIP-Prothesen Billigprodukte. Bei  Kontrollen sei kein einziges Silikonkissen gefunden worden, das in  Ordnung gewesen sei, sagte Afssaps-Leiter Dominique Marininchi. Von  1638 entfernten Prothesen seien 1143 gerissen gewesen, 495 hätten  zu Entzündungen geführt.

    Der TÜV Rheinland muss sich am 2. Februar wegen der  PIP-Kontrollen vor dem Handelsgericht Toulon verantworten. Das  Kölner Unternehmen, das seinerseits vor einem Jahr wegen Täuschung  Strafanzeige gegen PIP erstattet hatte, bezeichnete die Klage als  "unzulässig und substanzlos".

    PIP hatte weltweit hunderttausende Brustimplantate verkauft. Die  französischen Behörden empfahlen vor Weihnachten rund 30.000  Trägerinnen von PIP-Prothesen in Frankreich, sich die Kissen  herausnehmen zu lassen. Die Afssaps zählt bisher 20 Krebsfälle  unter Frauen mit den von Mas produzierten Einlagen. Ein  Zusammenhang zwischen der Erkrankung und den Silikonkissen ist aber  nicht erwiesen. afp

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