Aindling Bürgermeister Tomas Zinnecker schwärmt „von einem der schönsten Baugebiete, das wir je gemacht haben.“ Wie berichtet, sollen in Aindling unweit des östlichen Ortseingangs zwischen den Verlängerungen der Raiffeisenstraße und des Kronbergwegs rund 20 neue Bauplätze entstehen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde ausführlich darüber diskutiert, wie die neuen Häuser aussehen sollen.
Dass der Bebauungsplan für das Baugebiet „Am Kronbergweg“ aufgestellt werden soll, beschlossen die Gremiumsmitglieder einstimmig. Der beauftragte Architekt, Stefan Quarg aus Augsburg, stellte anschließend den Entwurf des Bebauungsplans vor.
Das Gebiet am Süd-West-Hang teilt sich in drei Bereiche: in einen Senkenbereich, in einen Mittelteil mit Hanglage und in einen oberen Teil auf der Kuppe.
Wie Quarg erläuterte, sei es der Wunsch der Interessenten, dass die großen Grundstücke auf der Kuppe stehen. So sollen dort Areale mit 2000, 1000, 900 und 850 Quadratmetern entstehen. „Der Blick von der Hangkuppe in den Ort, das ist etwas ganz, ganz Feines“, war auch der Architekt restlos begeistert. Die Größen der anderen Grundstücke liegen zwischen 600 und 700 Quadratmetern. Wie Zinnecker betonte, seien zwölf der 20 möglichen Plätze bereits reserviert. Damit in dem Baugebiet ein möglichst einheitliches Bild entsteht, schlug Quarg den Räten vor, nur Häuser zuzulassen, die ihr zweites Vollgeschoss im Dach haben. So sollte auch verhindert werden, dass die Gebäude zu hoch in die Landschaft ragen. Quarg nannte 4,50 Meter als Traufhöhe und 9,20 Meter als Firsthöhe. Außerdem plädierte er dafür, für alle Häuser des Baugebiets Satteldächer vorzuschreiben.
Karl-Andreas Gamperl fand es jedoch „schade“, dass bei diesen Vorgaben keine Toskana-Häuser zugelassen wären. Diese sehen zwei Vertikalgeschosse und ein flach geneigtes Zeltdach vor. Laut Quarg würde sich die Traufhöhe auf etwa 6,20 Meter und die Firsthöhe auf 8,70 Meter verändern. Der Architekt bezeichnete es zwar als durchaus möglich, neben Satteldächern auch Zelt-, Walm- und geneigte Pultdächer zuzulassen, prophezeite aber: „Dann bauen alle zweigeschossig mit flachem Dach, weil das billiger ist.“ Dem Großteil der Räte war es aber wichtig, den Käufern die Wahl zu lassen, damit sie ihr Haus möglichst nach ihren Wünschen gestalten können.
Gegen die Stimmen von Zinnecker und dritter Bürgermeisterin Gertrud Hitzler beschlossen sie, alle genannten Dacharten zuzulassen. So muss der Architekt für alle Häuser Höhen definieren.
Des Weiteren wird im Bebauungsplan festgelegt, dass pro Einzelhaus maximal zwei Wohnungen erlaubt sind, also etwa eine für die Eltern und eine für den Sohn. Auf den großen Grundstücken und im Senkenbereich sind Doppelhäuser möglich. Die Garagen dürfen nur an der Grundstücksgrenze oder nahe dem Haus entstehen. Der Abstand zwischen den Häusern beträgt laut Quarg 15 Meter. Das Bruttobauland sei 1,95 Hektar groß.
Den Fragen nach einem Kinderspielplatz erteilte er eine Absage: „Sie haben eine so schöne Landschaft.“ Weil Karl-Andreas Gamperl und Maria Mörtl aber darauf beharrten, dass ein Spielplatz auch ein Ort der Begegnung sei, sollen eventuell einzelne Geräte entlang der geplanten Querverbindungsstraße angebracht werden.