Das Ende seiner Amtszeit war so nicht geplant. Es kam mindestens fünf Jahre früher und wurde still und leise vollzogen: Seit dem 1. August ist der bisherige Affinger Bürgermeister Rudi Fuchs im Ruhestand. Es geschah auf eigenen Wunsch aus gesundheitlichen Gründen. Eine öffentliche Verabschiedung wird vielleicht noch nachgeholt. Aber sicher ist das nicht.
Dieser Termin fiel Fuchs’ bisherigem Stellvertreter Markus Winklhofer nicht leicht, wie er durchblicken lässt: Am 1. August besuchte er den bisherigen Affinger Bürgermeister, um ihm die Entlassurkunde zu überreichen. Damit ist nun ganz offiziell der Schlussstrich unter die Amtszeit von Rudi Fuchs als Affinger Bürgermeister gezogen.
Winklhofer: Fuchs hat das Maximale für Affing herausgeholt
Winklhofer, der sich nun anschickt, dieses Amt zu übernehmen, bedauert die Entwicklung sehr. Gerade aus menschlichen Gründen tut es ihm leid, dass die Ära Fuchs in Affing so zu Ende geht. Von einer Ära zu sprechen, ist nicht übertrieben. Fast 30 Jahre lang war Fuchs für die Gemeinde Affing tätig. Seit 1986 war er dort geschäftsleitender Beamter, ab 2002 Bürgermeister. Und als solcher „hat er das Maximale für Affing rausgeholt“, zollt ihm Winklhofer großen Respekt.
Fuchs’ Amtszeit sei „über die Maßen gut für Affing“ gewesen. Er erinnert dabei an die Vorreiterrolle bei der Kleinkindbetreuung oder die Gründung der Realschule. Fuchs habe Chancen rechtzeitig erkannt, so Winklhofer. So sei Affing zu einer attraktiven und zukunftsfähigen Kommune geworden. Winklhofer spricht deshalb auch von einer Zäsur für die Gemeinde.
Sie ist früh gekommen. Noch im Mai 2014 hatte Fuchs nach einem eindeutigen Wählervotum von knapp 70 Prozent bei zwei Gegenkandidaten seine dritte Amtszeit angetreten. Der Kreistag wählte ihn zum stellvertretenden Landrat. Über ihm schwelte zu der Zeit schon lange ein Damoklesschwert: Ermittlungen wegen Untreue. Fuchs hatte Gewerbesteuern zinslos gestundet, Usus in Affing. Er zeigte sich 2013 deswegen selbst an. Ein finanzieller Schaden ist der Gemeinde dadurch zwar nicht entstanden.
Fuchs hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen
Aber vor einem Jahr kam die Quittung des Gerichts und Fuchs akzeptierte einen Strafbefehl wegen Untreue und Beleidigung von Gemeinderäten und Mitarbeitern der Verwaltung über eine Freiheitsstrafe von elf Monaten und eine Geldbuße. Das Gemeindevermögen sei in Gefahr gewesen, begründete das Gericht. Die Folgen wollte er damals durchstehen und im Amt bleiben. Dass ihn die ganze Sache und auch persönliche anonyme Anfeindungen in Affing in den vergangenen Jahren mitnahmen, war jedoch nicht zu übersehen. Im September 2014 trat Fuchs als stellvertretender Landrat zurück, seither war er im Krankenstand.
Im Januar bat Fuchs schließlich selbst um die Versetzung in den Ruhestand. Der Amtsarzt bescheinigte ihm die Dienstunfähigkeit und der Gemeinderat akzeptierte das Gesuch. Fuchs selbst sprach in einer Presseerklärung von zwei belastenden Jahren. Die Vorgänge hätten seine Gesundheit und die seiner Familie massiv beeinträchtigt, schrieb der 57-Jährige Ende Mai, als seine Versetzung in den Ruhestand amtlich wurde. Fuchs hat sich aus der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen und wollte auch jetzt auf Anfrage unserer Redaktion zu seinem Abschied keine Stellung nehmen.
Ganz sang- und klanglos will Winklhofer den langjährigen Gemeindechef aber nicht ziehen lassen. „Es steht ihm zu, offiziell verabschiedet zu werden“, sagt er. Diese Ansicht äußerten auch schon Gemeinderäte in der öffentlichen Sitzung. Wenn Fuchs es will, dann wird ihm doch noch ein feierlicher Abschied bereitet.